"Armbandwächter" warnt Taucher vor Dekompressionskrankheit

11. Jänner 2001, 23:54

Das Gerät misst die im Blut gelöste Luft per Ultraschall.

Edinburgh - Ken Forbes vom International Centre for Island Technology auf den schottischen Orkney Inseln, einer Abteilung der Heriot-Watt-University, will Taucher vollautomatisch vor der gefürchteten Caisson- oder Dekompressionskrankheit zu schützen. Mit Hilfe seines Geräts, das den Luftgehalt im Blut misst, sollen Berufs- und Freizeittaucher nicht länger Tauchtiefe, Dauer und Aufstiegstempo berechnen müssen, um sich vor der Krankheit zu schützen. Das Gerät, wie eine Armbanduhr am Handgelenk zu tragen, liefert ihnen die nötigen Daten in Echtzeit und warnt, sobald sie kritische Werte erreichen. Von dieser Entwicklung berichtet New Scientist.

Die Dekompressionskrankheit entsteht, weil sich beim Tieftauchen mit Preßluftflaschen mehr Gas als gewöhnlich im Blut anreichert -- umso mehr, je länger sie unter Wasser sind. Wenn Taucher dann zu schnell an die Oberfläche streben, ohne Pausenintervalle zum Druckausgleich einzuhalten, verursacht der plötzlich abfallende Umgebungsdruck Luftbläschen im Blut. Der so genannte Sprudeleffekt führt zu Gasembolien und kann Kopfschmerzen, verschwommene Sicht und Prickeln auf der Haut verursachen, aber zu auch schweren lokalen Gewebeschäden, der vorübergehenden Lähmung einzelner Gliedmaßen oder in schweren Fällen den Tod.

Forbes entwickelte deshalb mit staatlicher Unterstützung das Gerät, das am Handgelenk Schallwellen ins Blut sendet. Eine Software analysiert die reflektierten Signale, um die Luftmenge im Blut zu berechnen und dem Taucher in Echtzeit seine Werte zu liefern. So kann der Taucher bei zu schnellem Auftauchen einen weiteren Dekompressionsstopp einlegen, bis seine Blutwerte wieder ungefährliches Niveau erreicht haben. Für die Zukunft denkt Forbes sogar an so genannte "Smart Cards", von denen das Gerät die gespeicherten Werte und Tauchaktivitäten des Tauchers ablesen kann. (pte)

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