Die Kontinente sind offenbar weitaus älter als gedacht

10. Jänner 2001, 19:20

Bereits 100 Millionen Jahre nach der Entstehung der Erde prägten Ozeane und feste Landmassen das Bild des Planeten.

London - Bereits 100 Millionen Jahre nach der Entstehung der Erde prägten Ozeane und Kontinente das Bild des Planeten. Zu diesem Ergebnis kommen eine australische und eine amerikanische Arbeitsgruppe nach der Analyse von Zirkonkristallen, die das älteste auf der Erde existierende Mineral repräsentieren. Bisher waren Geologen der Meinung, dass zur Bildung von flüssigem Wasser und festem Land mindestens 200 Millionen Jahre notwendig gewesen seien. Die neue Studie präsentiert das britische Fachjournal "Nature".

Simon Wilde (Curtin University of Technology, Perth) und Mark Harrison (University of California, Los Angeles) berechneten aus der Zerfallsrate von Uran zu Blei und der chemischen Zusammensetzung des Zirkons den Zeitpunkt der ersten Gesteinsbildung auf der Erdoberfläche. Die extrem harten Zirkone bilden sich als mikroskopisch kleine Einschlüsse in erkaltendem Gestein. Sie bleiben erhalten, selbst wenn das Gestein später wieder schmilzt, und aus ihrer chemischen Zusammensetzung lässt sich erkennen, ob während ihrer Entstehung flüssiges Wasser vorhanden war.

Auf ein Alter von 4,4 Milliarden Jahre bestimmten die beiden Geologen-Teams das Alter der untersuchten Zirkone. Das lässt auf eine schnelle Abkühlung der Erde schließen, denn unser Sonnensystem bildete sich erst vor etwa 4,56 Milliarden Jahren, und die Erde hatte ihre jetzige Größe vor 4,45 bis 4,51 Milliarden Jahren erreicht. (APA/dpa)

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    grafik: derstandard.at
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