So kann man sich selbst anstecken

5. Jänner 2001, 21:09

Staphylokokken warten oft in unserer Nase auf ihre Chance.

Münster - Wissenschaftler der Universität Münster haben erstmals nachgewiesen, dass Patienten durch Krankheitserreger in ihren Nasen mit Staphylokokkeninfektionen angesteckt werden können. Erreichen diese Infektionen die Blutbahn, können sie für Patienten mit geschwächten Immunsystemen in Krankenhäusern und Pflegeheimen zu einer lebensgefährlichen Bedrohung werden.

Bei mehr als 80 Prozent der Erkrankten fanden das Team den gleichen Stamm des Staphylococcus aureus in Blut und Nasenbereich. Laut dem Wissenschaftler Christof von Eiff zeigten diese Ergebnisse, dass sich die Patienten selbst mit ihren Krankheitserregern angesteckt hatten. Unklar sei allerdings, ob sie die Bakterien im Krankenhaus aufgenommen oder bereits mitgebracht hatten. Bis jetzt war man davon ausgegangen, dass die Übertragung vor allem über den Handkontakt erfolgte.

Von Eiff erklärte, dass diese von SmithKline Beecham gesponserte Studie ein erster wichtiger Schritt zur Bekämpfung der Staphylokokkeninfektionen sei. Der nächste Schritt sei die Ausschaltung von S. aureus in der Nase vor einer Infektion. Antibiotische Salben seien bereits auf dem Markt. Experten befürchteten jedoch, dass die Bakterie rasch eine Resistenz gegen diese Medikamente entwickelten. Seiner Ansicht nach wäre ein Impfstoff die beste Lösung. (pte)

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    foto: ebsciences.com
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