Software misst Meeresströmungen

5. Jänner 2001, 14:37

So können Wasser-Zirkulationsmodelle erstellt werden, um Küstenschäden zu verringern.

Columbus/Ohio - Wissenschaftler der Ohio State University haben eine neue Methode entwickelt, um Meeresströmungen aufzuzeichnen. Dabei handelt es sich um eine Videokamera, die mit einer speziellen Software ausgerüstet ist. Mit Hilfe des Schaums der brechenden Wellen verfolgt diese den vielschichtigen Wasserfluss in der Nähe der Küste, erklärte der Forscher Thomas Lippmann vom Department of Civil and Environmental Engineering.

Herkömmliche Sensoren als Wellen-Messmethoden können nur lokal eingesetzt werden. Mit Hilfe des transportablen Systems könnten Wasser-Zirkulationsmodelle erstellt werden, die viel größere Gebiete erfassen, so die Meeresforscher. Zudem sei der Einsatz von Sensoren aufwendig und teuer. Die Kosten für einen Sensor belaufen sich dabei auf 5.000 bis 20.000 Dollar. Eine vollständige Installation von rund 30 Sensoren beziffert Lippmann mit rund 1,2 Mio. Dollar, während die Kosten des Videokamera-Systems mit zugehöriger Software durchschnittlich 100.000 Dollar betragen.

Derzeit wird das System am Duck Beach im Staat North Carolina getestet. Hier filmt die Videokamera die so genannte Surfzone des Strandes in der Länge von 500 Metern. In dieser Zone brechen die Wellen und zirkulieren gegen die Küste. "Die Bewegung des Wassers gilt hier als besonders schwer zu messen", erklärte Lippmann. Die Software analysiert den Zustand des Wassers, vorrangig die zurück gebliebenen schaumigen Stellen der Wasserbläschen, nachdem die Welle gebrochen ist. Anschließend kalkuliert das System die Geschwindigkeit und die Richtung der Strömung.

Meeresströmungen haben einen beträchtlichen Einfluss auf die Unterhöhlung von Stränden und verursachen somit jedes Jahr Verluste in Mio. Dollar Höhe durch die Evakuierung von Immobilien in Küstenstädten. Zudem geht die Federal Emergency Management Agency (FEMA) davon aus, dass Erosionen entlang der US-Küste die Tourismusindustrie in Milliardenhöhe belasten werden. In den nächsten 60 Jahren könnte jedes vierte Haus innerhalb von rund 150 Metern entlang der Atlantik-, Pazifik- und Golfküste sowie um die Großen Seen den Erosionen zum Opfer fallen. (pte)

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    animation: usa today
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