Schweizer Genforscher wollen Ursache der Taubheit entdeckt haben

3. Jänner 2001, 21:03

Eine Mutation auf Chromosom 21 soll der Übeltäter sein.

Genf - Ein Team von Schweizer Genforschern hat nach eigenen Angaben die Ursache für angeborene Taubheit entdeckt. Dabei soll es sich um eine Mutation auf dem Chromosom 21 handeln. Die Wissenschafter hatten die Gene von 200 Gehörlosen mit den Genen von Testpersonen mit normalem Gehör verglichen. Dabei wurde bei allen Gehörlosen die gleiche Genmutation entdeckt.

Angeblich wurde diese Art der Genmutation von den Forschern der Universität Genf erstmals am Chromosom 21 beobachtet. Bei dieser Veränderung dringt eine umherspringende Sequenz der Erbsubstanz DNA, deren Funktion allerdings noch nicht bekannt ist, in das Gen.

Die Erbanlage wird dadurch in zwei Teile zerlegt. Damit wird das Gen zweigeteilt und ist nicht länger aktiv. Dies wiederum hat zur Folge, dass im Innenohr das offenbar für das Hören wichtige Protein "Echos1" nicht mehr produziert wird.

Bevor das Forscherteam um Professor Stylianos Antonarakis nun nach Therapiemethoden suchen kann, muss es aber erst herausfinden, welche Aufgabe "Echos1" im Ohr hat. In den nächsten zwei bis drei Jahren sollen außerdem weitere Krankheiten untersucht werden, die im Zusammenhang mit Mutationen des Chromosoms 21 stehen, darunter Blindheit, Arteriosklerose und Epilepsie. (APA/dpa)

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