Früherer US-Außenminister William Rogers gestorben

3. Jänner 2001, 18:32

Enger Freund Nixons und Rivale Kissingers

Washington - Der frühere amerikanische Außenminister William P. Rogers, der stets im Schatten seines großen Rivalen Henry Kissinger stand, ist in einem Vorort von Washington gestorben. Er wurde 87 Jahre alt, teilte seine Anwaltskanzlei am Mittwoch mit.

Rogers war von 1969 bis 1973 Chef des US-Außenministeriums unter dem republikanischen Präsidenten Richard Nixon. Dann wurde er von Sicherheitsberater Kissinger abgelöst. Der aus Fürth in Bayern stammende außenpolitische Stratege hatte aber bereits vorher aus dem Weißen Haus Regie geführt und Rogers weitgehend zur Bedeutungslosigkeit verurteilt.

Rogers, der unter Präsident Dwight D. Eisenhower von 1957 bis 1961 auch Justizminister der USA war, stammte aus Norfolk im Bundesstaat New York. Er war ein enger Freund und Ratgeber Nixons, wurde aber nicht in den Watergate-Skandal verwickelt, der Nixon im August 1974 zum Rücktritt zwang.

Auch nach dem Rückzug ins Privatleben diente er seinem Land gelegentlich. So wurde er 1986 zum Leiter einer Untersuchungskommission ernannt, die nach den Ursachen der Explosion der Raumfähre Challenger forschte. Zuletzt war er Partner der Anwaltsfirma Clifford, Chance, Rogers & Wells. Er war seit längerem krank. (APA/dpa)

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