Die Kurzfristigkeit von Management- konzepten

14. Februar 2002, 17:59
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Wissenschaft und Unternehmen brauchen mehr Zeit

"Beziehen Sie sich auf ein 30 Jahre altes Managementkonzept - lange Gesichter. Man nehme ein altes Konzept, modifiziere es, und benenne es mit einem englischen Wort." Rasch entzaubert Robert Bauer, Institut für Unternehmensführung, das "Rezept" von Managementansätzen. Immer schneller prasseln Namen wie "Empowerment", "Total Quality Management" oder "Change Management" auf die Köpfe von Managerinnen und Managern nieder.

Schnelle Moden

Die Zeit spielt sowohl beim Einführen neuer Ansätze als auch bei ihrer Entwicklung eine große Rolle. Die Kurzfristigkeit von "Managementmoden", stellt Unternehmen, ihre Berater und die Wissenschaft vor Probleme. Die Wissenschaft komme kaum nach, Konzepte zu entwickeln, klagt Betriebswirtschafts-Professor Gerhard Reber. Managementberater verlangten aber immer schneller nach "Handfestem".

Ob zuerst Managementansätze geschaffen wurden, oder das Bedürfnis der Unternehmen danach, gleicht dem Henne-Ei-Prinzip. Heinz Schöppl, Geschäftsführer der Linzer Delta Consulting Unternehmensberatung, will lediglich Kundenwünsche befriedigen: Es gebe Und die Unternehmen selbst: Viele nehmen sich zuwenig Zeit dafür.

Clemens Hoheneder, Personal-Leiter der Trident Components Group AG, Kirchdorf, ärgert, dass neue Konzepte "nur verkauft werden". Keiner der an seiner Tür anklopfenden Berater frage, ob das Konzept überhaupt zum Unternehmen passe. Ob ein Unternehmen Managementansätze übernimmt oder nicht, hängt von seiner Führung ab. Klar müsste sein: "Ohne Akzeptanz durch die Mitarbeiter geht gar nichts." (Andrea Waldbrunner)

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