Rapid - Bregenz 2:0

30. Juni 2000, 18:30

Als "Il Genio" kam, war Rapid nicht mehr Rapid Wien

Wien-Hütteldorf - Als Dejan Savicevic am Mittwoch abend in der 61. Minute für Angelo Vier im Fußball-Bundesliga-Treffen mit Aufsteiger SW Bregenz ins Match kam und damit sein Debüt für Österreichs Rekordmeister gab, fegte geradezu ein Begeisterungssturm durch die von 12.600 Zuschauern besetzten Rängen des Hanappi-Stadions. Der Funke sprang auf die bis dahin sehr mittelmäßige Rapid-Mannschaft über, in ihr wirkte nun ein Fußballer mit, dessen Klasse in jeder Szene offenkundig war. Daß der körperlich noch weit von seiner Bestform entfernte Montenegriner in der 86. Minute mit einem bombensicher verwandelten Foulelfer das 2:0 für die Wiener schoß, paßte exakt in die Jubelszenen rund um den Star-Fußballer.

Bei seiner Einwechslung schon mit stehenden Ovationen bedacht, wurde jeder Ballkontakt von Savicevic entsprechend bejubelt. Nach dem verwandelten Elfer, den er in der 86. Minute mit einem schnell abgespielten Freistoß auf Lagonikakis vorbereitete (der Grieche wurde von Geiger im Strafraum umgerissen und dafür mit gelb-rot bedacht) tobte ein Jubel-Orkan durch die Arena, die bis nach dem Schlußpfiff anhielt. In der 90. Minute hätte der Mann mit der Nummer zehn fast noch das 3:0 vorbereitet, doch der Schuß von Rene Wagner fiel zu schwach aus.

Der Saison-Fehlstart von Rapid mit dem 1:2 in Innsbruck hätte am Mittwoch zunächst allerdings fast eine Fortsetzung gefunden. Denn der Rekord-Meister tat sich im Heim-Auftaktspiel gegen den Aufsteiger aus Bregenz lange Zeit recht schwer. Ein präziser Kopfball von Rene Wagner in der 14. Minute nach einem weiten Pass von Hatz und einer Kopfballvorlage von Saler brachte zwar die frühe Führung, doch dann gelang bis zum Finish nicht mehr allzuviel. Nimmt man die Chancen der Vorarlberger (u.a. ein Stangenschuß von Harald Kornexl) zum Maßstab, dann wäre der Ausgleich durchaus gerecht gewesen.

"Grün-Weiß" wurde daher auch zur Pause mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Kabine verabschiedet. Erwähnenswert waren nur ein Freistoß von Lagonikakis, den Ott parierte (13.), ein Kopfball von Neuling Jens Dowe kurze Zeit später, ein Stanglpass von Wagner in der 34., den Wetl verfehlte. Da hatten die Vorarlberger mehr vorzuweisen. Neben dem Schuß von H. Kornexl an die rechte Stange (35.) gab es noch Möglichkeiten für Tomic (18./Maier hielt), Hickersberger (37.) und E. Akwuegbu (45./Maier). Nach Seitenwechsel dominierte Rapid zwar im Feld klar (den Vorarlbergern gelang kaum ein Konter mehr), doch Chancen waren - vom Finish abgesehen - Mangelware.


Rapid - SW Bregenz 2:0 (1:0). Hanappi-Stadion, 12.600, Meßner.

Torfolge: 1:0 (14.) R. Wagner (Kopf) 2:0 (86.) Savicevic (Foulelfer)

Rapid: Maier - Wimmer, Hatz, Schöttel, Saler - Lagonikakis, Wetl (79. Schießwald), Freund, Dowe (46. Penksa) - Vier (61. Savicevic), R. Wagner

Bregenz: Ott - Hickersberger - Grubor, Mutapcic - Eisbacher (46. Prats), H. Kornexl (78. Rapp), Gager, Geiger - E. Akwuegbu (46. L. Unger), Tomic, Bleyer

Gelbe Karten: Vier, Freund bzw. H. Kornexl, Hickersberger, Bleyer

Gelb-Rot: Geiger (86.)

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