Den richtigen Ton im Umgang mit dem Investor finden

13. Februar 2002, 16:36
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Geld von einer Wagniskapitalgesellschaft ergattern

Immer mehr Menschen entdecken, dass sie eigentlich schon immer Unternehmer haben werden wollen. Und immer mehr Wagniskapitalgesellschaften stellen für interessante Geschäftsideen Geld zur Verfügung.

Jahr für Jahr steigen die Beträge, die Venture Capitalists in junge StartUps investieren. Dennoch bleiben manche Existenzgründer mit ihren Ideen einsam. Unter den Wagniskapitalgesellschaften aber, die auf Schatzsuche sind, wächst der "Investitionsdruck". Die Branche verzeichnet ein angebliches Kapitalüberangebot renditeinteressierter Investoren. Viel Geld ist also für interessante Ideen zu haben. Was fehlt, ist die Vorstellung davon, was Investoren wirklich wissen möchten, wie sie behandelt werden wollen und wie sie behandelt werden sollten.

"Wie sag ich"s dem Investor?"- Sich selbst darstellen können

"Marketing ist alles", sagt ein Mitarbeiter einer Beteiligungs-Gesellschaft, der auf der Suche nach erfolgsversprechenden Geschäftsmodellen ist. Mit Marketing ist zunächst einmal Eigenmarketing gemeint, denn "Venture Capital ist von Personen getrieben". Da es sich um eine dauerhafte Zusammenarbeit handle, komme es darauf an, Personen zu finden, die "es wert sind, mit Vertrauen bedacht zu werden".

Schnell verscherzt hat es sich ein ideenreicher Neugründer, wenn er bei der Frage der persönlichen Haftung passen muss. "Dass die private Vermögenslage nicht geklärt wird, ist das Hauptproblem", urteilt der Venture Capitalist.

Der Spezialist rät, sich nicht zu billig zu verkaufen: "Ein gutes Konzept sollte in der Regel mehrere Finanzierungspartner finden. Und die Gründer sollten immer auch Referenzen des Kapitalgebers einholen." Wichtig sei auch die Beteiligungshöhe. 50 Prozent sollten so schnell nicht überschritten werden. Allerdings sei das Machtverhältnis zwischen Kapital und Idee längst nicht mehr so einseitig wie noch vor einiger Zeit. "Wenn Beteiligungsgesellschaften heute ihre Rolle überstrapazieren, wird eben Konkurs angemeldet. Und aus der Asche erhebt sich ein neuer Internetphönix, der, wenn er auf einer guten Idee basiert, auch bei anderen Venture Capitalists auf Interesse stoßen wird.

Aus Fehlern lernen

Denn eines steht fest: Die alten Fehler wird der Unternehmer nicht mehr machen. Jungen Unternehmern rät der erfahrene Venture Capitalist beim First Tuesday dazu, erst einmal bei weniger attraktiven Geldgebern zu üben, um auf Fragen besser antworten zu können und auch, um die Mentalität der Venturisten kennen zu lernen.

Ein Netzwerk voller Kontake

Bei Unternehmensgründungen ist es das Wichtigste, mit Personen in Kontakt zu treten, die "man vielleicht beim Praktikum, an der Universität oder in der Unternehmensberatung" kennen gelernt hat. "Am besten ist ein Business Angel. Denn der bringt am schnellsten Geld, er bringt Glaubwürdigkeit, und er bringt außerdem ein Netzwerk." Andere Investoren seien dann dazu gut, noch mehr Geld und Professionalität ins Unternehmen zu bringen. Der Unternehmer müsse dabei immer nach einer Maxime handeln, wenn er die Geldgeber von sich überzeugen wolle: "To be the prettiest girl in town". Was das im Einzelfall bedeute, hängt von den Umständen ab. Manchmal geht es darum, Know-how zu bekommen, mal Beziehungen und manches Mal auch nur den guten Namen.

Erfahrung ist unumgänglich

Venture Capitalists wissen Erfahrung zu schätzen. Wer direkt von der Uni kommt, macht nicht den großen Wurf. "Alles andere ist ein Märchen." (red)

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