FC Tirol - Rapid 2:1

30. Juni 2000, 18:43

Innsbrucker beendeten Negativ-Serie gegen Vize-Meister

Innsbruck - Der erste Sieger der neuen Fußball-max.Bundesliga-Saison heißt FC Tirol. Die Innsbrucker schlugen in einem leidenschaftlich geführten Match dank eines "Zaubertores" von Gilewicz Vize-Meister Rapid am Dienstag im Tivoli-Stadion 2:1 (1:1) und beendeten damit ihre in der Meisterschaft seit 28. April 1993 dauerende Negativserie gegen die Grünweißen. Damals hatte es in Wien einen 3:2-Sieg gegeben. Danach setzte es in der Meisterschaft aber in 24 Spielen 17 Niederlagen und sieben Remis. Unter Trainer Kurt Jara sind die Innsbrucker nun in drei Spielen (zwei Remis im Frühjahr/0:0, 1:1) gegen die Hütteldorfer ungeschlagen.

Nach genau einmonatiger Liga-Pause sahen die rund 12.000 Besucher, unter ihnen auch der deutsche Kritiker Paul Breitner, eine für den Auftakt recht flotte Partie mit Vorteilen für die Hausherren in der ersten Hälfte. Die Innsbrucker brachten die neue Vierer-Kette mit Wimmer-Hatz-Braun-Lagonikakis immer wieder durch weite Vorlagen und Wechselpässe in Verlegenheit. Der Vizemeister agierte lange Zeit sehr vorsichtig, es fehlten auch der letzte Pass und im Mittelfeld die Kreativität. Diese erwartet man sich ja von Star Dejan Savicevic, der am Donnerstag nach Wien kommen soll.

Die Anfangsphase gehörte den Tirolern und Zoran Barisic. Der ÖFB- Teamlibero brachte seinen Ex-Klub in der zehnten Minute nach einem Eigentor in Führung und sorgte fünf Minuten später aus einem Freistoß für den Ausgleich. Beim 0:1 sah "Zoki" gar nicht gut aus, er stoppte sich einen Ball mit der Brust, doch R. Wagner schnappte ihm die Kugel weg und schoß aus spitzem Winkel, wobei der Libero beim Abwehrversuch den Ball über die Linie bugsierte.

Durch das 1:1 bekamen die Tiroler noch mehr Oberwasser und hatten auch etliche Chancen. So scheiterte Gilewicz (23.) an Maier und schoß daneben (30.), zirkelte Barisic einen Freistoß (31.) über die Latte, gingen ein Gilewicz- (35.) und Hörtnagl-Kopfball (37.) daneben. Dem gegenüber standen nur ein Lagonikakis-Freistoß (36./drüber) und ein Braun-Schuß (41.), den Keeper Tschertschessow hielt.

Umittelbar nach der Pause wurden die Tiroler gezwungen, auf Konter umzuschalten. W. Kogler hatte den durchgebrochenen Schwarz, der zum ersten Mal von Beginn an spielte, von hinten niedergerissenen und sah dafür die Rote Karte (47./Torraub als letzer Mann). Trainer Kurt Jara verstärkte durch den Wechsel von Baur für Knavs die Abwehr und Rapid wurde vorübergehend stärker. Heribert Weber hatte auch mit dem Tausch Wimmer für Penksa, der als dritter Stürmer kam, geantwortet.

Aber mehr als ein Kopfball von Schwarz (53.) auf Tschertschessow schaute für die Rapidler nicht heraus. Im Gegenteil, Tirol hatte zwei Matchbälle und verwertete einen. Nachdem Wetl von hinten Jezek zu Fall gebracht hatte, schoß Marsaek den Elfer (70.) so schwach, daß Maier abwehrte. Aber zehn Minuten später landete der Ball doch im Rapid-Tor: Gilewicz traf nach Flanke von Anfang alleinstehend per Fallrückzieher ins Netz. Der Treffer war einer aus der Kategorie "Tor des Monats". In der turbulenten Schlußphase wurde noch ein Tor von Freund (92.) wegen Fouls von Referee Winkelbauer annulliert.


FC Tirol - Rapid Wien 2:1 (1:1) Innsbrucker Tivoli-Stadion, 12.000 Zuschauer, Winkelbauer

Torfolge: 0:1 (10.) Barisic (Eigentor) 1:1 (15.) Barisic (Freistoß) 2:1 (80.) Gilewicz

FC Tirol: Tschertschessow - W. Kogler, Barisic, Prudlo - Kirchler, Baur (52. Knavs), Anfang, Hörtnagl, Marasek (88. Scharrer) - Gilewicz, Jezek (83. Wazinger)

Rapid: Maier - Wimmer (66. Penksa), Hatz, Braun, Lagonikakis - Saler, Heraf, Freund, Wetl - R. Wagner (72. Vier), Schwarz (80. Feitsch)

Gelbe Karten: Gilewicz, Hörtnagl, Wazinger bzw. Freund, Wimmer, Saler

Rote Karte: W. Kogler (47./Torraub)

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