Anzeigen richtig lesen und interpretieren

14. Februar 2002, 16:55
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Wann lohnt sich die Suche - Aufbau und Inhalt eines Inserats

Berufsein- und umsteiger durchforsten an jedem Wochenende den Stellenteil der großen Tages- und Wochenzeitungen und die Jobbörsen im Internet. Wer es ernst meint, muss Hunderte von Anzeigen zumindest sichten und wer passende Angebote finden will, braucht ein Sortier- und Analysesystem. Die Chancen auf einen guten Einstiegsjob lassen sich erheblich verbessern, wenn man es lernt, Stellenanzeigen richtig zu interpretieren.

Bedeutung der Stellenanzeige für das Unternehmen

Die Stellenanzeige ist das bedeutendste Kommunikationsmittel eines Unternehmens, wenn es um seine Darstellung als Arbeitgeber geht. Neben der reinen Information über einen Arbeitsplatz ist eine Stellenanzeige auch Plattform für Inhalte der Unternehmensphilosophie und für Imageaspekte, die unterschwellig an den Leser herangetragen werden.

Wann lohnt sich die Suche? - Die günstigsten Termine

Stellenanzeigen in großer Menge sind nicht gleichmäßig über das ganze Jahr verteilt. Kündigungsfristen bedingen einen quartalsweisen Rhythmus.

  • So findet man die meisten Stellenanzeigen in den ersten zwei Wochen eines Quartals und sechs Wochen vor Quartalsende.
  • Angebote für Führungsnachwuchskräfte treten gehäuft im ersten und dritten Quartal des Jahres auf. Besonders interessant sind dabei der späte August und der September.

    Nicht immer aber steht hinter einer Stellenanzeige eine konkret zu besetzende Position. Manchmal handelt es sich auch um eine Imagekampagne des Unternehmens.

  • Wird eine konkrete Stelle mit einem konkreten Anforderungsprofil und einer detaillierten Tätigkeitsbeschreibung angeboten, so handelt es sich wohl um eine klassische Stellenanzeige.
  • Wird dagegen viel über die Unternehmensphilosophie gesprochen und das Tätigkeitsfeld nur sehr unspezifiziert beschrieben, so kann man wohl eher davon ausgehen, dass für das Unternehmen die PR-Kampagne im Vordergrund steht.

    Anzeigen der Personalberater beachten

    Peronalberater handeln im Kundenauftrag. Ihre Anzeigen sind zumeist größer und textlich ausführlicher; sie übermitteln im nüchternen Ton klare Fakten. Oft müssen Berateranzeigen das Inkognito ihres Auftraggebers wahren, die Firmensitzbeschreibung lässt aber eventuell Rückschlüsse darüber zu, wer da eigentlich sucht. Man kann davon ausgehen, dass Berater eingehende Bewerbungsunterlagen professionell bearbeiten und eine saubere Methode bei der Auswahl der Kandidaten haben. Fast immer bieten Beraterfirmen telefonische Auskunft an, so dass die wichtigsten Informationen und Fragen vorab am Telefon geklärt werden können.

    Aufbau einer Stellenanzeige

    Eine gut gemachte und aussagekräftige Stellenanzeige folgt einem Schema und muss Ihnen folgendes sagen:

  • Wir sind ... : Ist die Selbstdarstellung des Unternehmens, nennt die Branche, die Größe und Marktstellung, das Produktionsprogramm oder Dienstleistungsangebot und den Standort.

  • Wir suchen ...: Beschreibt die Position und das Aufgabengebiet; nennt Anfangs- und Zielposition und den gewünschten Eintrittstermin.

  • Wir fordern ...: Beschreibt den Anforderungskatalog und das Anforderungsprofil des Bewerbers: Studienrichtung und Wahlfächer, Berufserfahrung, Sprachkenntnisse, Alter, Fach- und Spezialkenntnisse, Persönlichkeitsanforderungen und Mobilität/Reisebereitschaft

  • Wir bieten ... : Art, Dauer und Umfang von Einarbeitungs- und Weiterbildungsmaßnahmen. Eine Vergütung wird an diesem Punkt selten genannt, dafür aber Zusatzleistungen.

  • Sie erreichen uns ... : nennt Ansprechpartner in der Personalabteilung für Vorab-Informationen, gibt Hinweise zu Inhalt und Umfang der Bewerbungsunterlagen, verweist auf die Art des Auswahlverfahrens (Einzelgespräch oder Assessment Center)

    Interpretation von Stellenanzeigen

    Neben allen Fakten und Daten des Inserats empfiehlt es sich, zwischen den Zeilen zu lesen. Die Art der Formulierungen nämlich lässt Rückschlüsse auf das Unternehmen zu: Ist in der Stellenanzeige der Anforderungskatalog eher schwammig dargestellt, wird der Bewerber im Unternehmen vermutlich auf unklare Beurteilungskriterien und fehlende Stellenbeschreibung stoßen. Werden dagegen die Anforderungen und Aufgaben detailliert und penibel aufgezählt, kann der Bewerber wohl eher mit einer konservativen, an Schulnoten und Arbeitszeugnissen orientierten Beurteilung seiner Unterlagen rechnen.

    Mit aufmerksamem Lesen, einer klaren Analyse der angebotenen Stelle und der eigenen Fähigkeiten kann so vorab schon festgestellt werden, ob eine schriftliche Bewerbung auf diese Anzeige sinnvoll und erfolgversprechend ist. (red)

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