Weiterbildung für Führungskräfte

11. Februar 2002, 19:41
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Die wachsenden Anforderungen an Mitarbeiter, was PC-Kenntnisse, Fremdsprachen und Persönlichkeitsentwicklung betreffen, haben viele Karrieristen veranlasst, sich massiv weiterzubilden. Und die Unternehmen sehen im Ausbau der Weiterbildung eine Möglichkeit, die Mitarbeiter für die beruflichen Anforderungen der Zukunft fit zu machen.

Die Notwendigkeit der Weiterbildung ergibt sich oft im Zusammenhang mit der Hilfe, die Veränderungen in unserer Industriegesellschaft sowohl im privaten wie im beruflichen Bereich durch Bildung zu bewältigen. Die Einführung neuer technischer Systeme verlangt von einer Führungskraft nicht nur die Verbindung von fachlicher Kompetenz mit personalen Qualifikationen, sondern auch die Fähigkeit, in komplexen Systemen zu denken und mehrdimensionale Sachverhalte zu strukturieren und organisatorisch umzusetzen.

Alternativen zu traditionellen Unterrichtsformen

Traditionelle Unterrichtsformen lösen jedoch die heutigen Anforderungen an Weiterbildung nicht. Eigenständiges, in Selbstverantwortung gesteuertes Lernen gewinnt an Bedeutung. Der Trend geht die Richtung der dualen Weiterbildung - Theorie und Praxis wirken dabei zusammen. Neben dem theoretischen Lernen spielt das praktische Üben am Arbeitsplatz eine große Rolle; die Betroffenen müssen ihre gewohnte Umgebung nicht verlassen. Wenn Weiterbildung nahe am Arbeitsplatz geschieht, ergibt sich der Vorteil einer bedarfsgerechten Bildung. Auf diese Weise gelingt es am ehesten, gezielt und kostensparend auf die Arbeitswelt von morgen vorzubereiten.

Erstausbildung und Weiterbildung

Irgendwann einmal kommt der Zeitpunkt, wo die Umsetzung des durch Ausbildung oder Studium Gelernten erwartet wird: Die Qualifikationsverwertung, die Umsetzung von Theorie in Berufspraxis, die Anwendung und Bewährung. Zwar steigt die durchschnittliche Verweildauer der Generationen in den vorberuflichen Stationen des Bildungswesens ständig an, doch dürfte jede Erstausbildung überfordert sein, wollte sie den Auszubildenden auf die gesamte Dauer seiner Erwerbstätigkeit bzw. auf sämtliche späteren Berufsprobleme vorbereiten. Das kann sie nur in Grenzen. Die Erstausbildung bedarf immer einer Ergänzung durch die Weiterbildung. Ein Grund dafüt ist unter anderm, dass das bei der Erstausbildung (z.B. Studium) erworbene Wissen immer rascher veraltet. Außerdem reicht dieses Wissen immer weniger für ein ganzes Berufsleben.

Karriereplanung und Personalentwicklung

... sind zwar verschiedene Begriffe, doch bezeichnen sie letztlich den gleichen Tatbestand, wenn auch aus verschiedener Perspektive, nämlich einmal aus Sicht des Berufstätigen und zum anderen aus Sicht des Personalmanagements. Der Tatbestand ist der, dass die Bildungsteilnahme systematisch geplant und somit auf bestimmte Ziele hin bezogen werden sollte. An einer solchen längerfristigen Projektion sollten Arbeitnehmer und Arbeitgeber interessiert sein, denn Berufszufriedenheit und Unternehmenserfolg dürften von solchen Überlegungen und Entwürfen abhängig sein.

Weiterbildungsmotive

An erster Stelle der Weiterbildungsmotive steht der Qualifizierungsbedarf im Zusammenhang mit Innovationen: Das halten neun von zehn Befragten für wichtig oder sehr wichtig. Maßgebend sind auch die Deckung des Fachkräftebedarfs, Steigerung der Produktivität und Erhöhung der Arbeitsmotivation.

Teilnehmerstruktur

Die leitenden Angestellten, gemessen an ihrer Gesamtzahl in einem Unternehmen, sind in der Weiterbildung deutlich überrepräsentiert, und das vor allem in der betriebsinternen, nichtberuflichen Weiterbildung. Je höher das Führungsniveau des angesprochenen Personenkreises, desto eher werden sowohl von den Führungskräften selbst als auch von den Unternehmen externe Weiterbildungsmaßnahmen bevorzugt.

"The job must be done"

Das Weiterbildungsangebot für die in der Wirtschaft beschäftigten Hochschulabsolventen ist groß und vielgestaltig. Einen kompletten Überblick hat niemand. So wichtig das auch wäre, es bleibt doch zu beherzigen, dass Lernerfahrungen nicht nur im organisierten Rahmen, nicht nur "off the job", sondern auch "on the job" gemacht werden. Wer diese Möglichkeit verkennt, der läuft allerdings Gefahr, berufsnotwendige und erfolgsfördernde Bildung mit dem "Unwissen des Fleißigen" (Ambrose Bierce) zu verwechseln. Er läuft Gefahr zu veruntüchtigen, dem allgegenwärtigen Erledigungsdruck beruflicher Aufgaben zu unterliegen und somit karrieremäßig zurückzubleiben. (APA)

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