
Die Luxemburgerin Viviane Reding (57) hat an der Pariser Sorbonne Humanwissenschaften studiert. Die dreifache Mutter arbeitete zunächst als Journalistin in Luxemburg und war zehn Jahre lang christdemokratische Abgeordnete im Luxemburger und im EU-Parlament. Von 1999 bis 2004 war Reding EU-Kommissarin für Bildung und Kultur, seither ist sie EU-Kommissarin für die Informations- und Mediengesellschaft.
Reding: Dass die Abschaffung der Nachteile für die Kunden zu solchen Ergebnissen führt, diese Märchen der Netzbetreiber höre ich jetzt schon seit zwei Jahren. Fakt ist, dass die Kosten für Handygespräche im Ausland durch unser Vorgehen seit Juli 2007 um durchschnittlich 60 Prozent gefallen sind, die Erträge der Unternehmen aber um 14 Prozent stiegen. Dies vor allem deswegen, weil die Kunden mehr telefonierten.
STANDARD: Bei SMS und mobilem Internet wollen Sie nun ähnlich vorgehen? Wie groß ist der Handlungsbedarf?
Reding: Da gibt es verschiedene Strukturen, die unterschiedliche Maßnahmen erfordern. Bei SMS gibt es einen entwickelten Markt, und meine Aufforderung im Februar, die Preise zu senken, hat leider kein Ergebnis gebracht. Im Durchschnitt sind 97 Prozent von den Kosten, die den Kunden für ein SMS im Ausland verrechnet werden, direkter Gewinn. Und nur drei Prozent sind Kosten, die dem Netzbetreiber entstehen. Und kassiert wird vor allem bei den jungen Menschen, die mobil sind und die vor allem den SMS-Service nutzen. Wir sprechen von 2,5 Milliarden SMS, die in der EU pro Jahr grenzüberschreitend versendet werden. Da gibt es dringenden Handlungsbedarf, und das sehen auch die nationalen Regulatoren so. Unser Aufruf an die Industrie zur Selbstregulierung hat leider nicht gefruchtet.
STANDARD: Und wie sieht es beim Datenroaming, also beim Surfen im Ausland, aus?
Reding: Hier handelt es sich im Gegensatz zu den SMS um keinen entwickelten Markt, sondern dieser Sektor befindet sich noch im Aufbau. Und dazu hat sich hier im abgelaufenen Jahr auch preislich einiges bewegt. Ein Megabyte kostete im zweiten Quartal 2007 EU-weit im Durchschnitt noch 5,94 Euro, nun sind es nur noch 3,64 Euro. Dennoch gibt es auch Kunden, die noch 16 Euro für ein Megabyte zahlen müssen, während im Inland wenige Cent verlangt werden. Wer das inländische Preisniveau gewohnt ist und dann ein wenig im Ausland surft, bekommt einen Rechnungsschock. Da ist dann der Auslandsdatenverkehr bis um das Tausendfache teurer.
STANDARD: Wie wollen Sie hier vorgehen?
Reding: Wir werden den Markt vor allem über den Sommer genau beobachten. Vermutlich wird es im Gegensatz zur mobilen Sprachtelefonie und den SMS vorerst keine Preisobergrenze beim Endverbraucher geben, aber vielleicht eine Obergrenze beim Großhandel, um hier eine Art Sicherheitsnetz einzuziehen.
STANDARD: Was wäre ein angemessener Preis für ein Megabyte Datenverkehr im EU-Ausland?
Reding: Es ist noch zu früh, um das zu sagen. Aber der dänische Regulator geht von 1,18 Euro aus, das könnte eine Orientierungshilfe sein. Aber für endgültige Aussagen ist es hier, wie gesagt, noch etwas zu früh. (Michael Moravec/DER STANDARD, Printausgabe, 16.7.2008)
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Also ich weiß ja nicht, wie es den anderen postern hier geht, aber ich gebe deutlich mehr Geld für Heizung, Nahrungsmittel und Benzin aus also für mein Handy - und von Roaming alleine rede ich da noch gar nicht...
Denke mal, dass Inflationsbekämpfung die wichtigere Aufgabe wäre.
Aber naja, wahrscheinlich hat T-mobile ihr so eine hohe Rechnung von ihrem Wochenendtrip in die Provence geschickt, dass sie sich ausgerechnet um dieses Thema kümmert...
Ich weis da was für sie:
1.) Isolieren Sie ihr Haus, bauen Sie Fenster mit niedrigem K-Wert ein, bringen Sie Sonnenkollektoren an um einen Teil des Warmwassers damit machen zu können.
2.) Fahren Sie öffentlich.
3.) Geht das nicht, fragen Sie beim nächsten Autokauf nicht zuerst nach den PS und dann nach dem Verbrauch, sondern fragen Sie NUR nach dem Verbrauch, die Leistung ist unwesentlich. 3 l/100km sind heutzutage technisch leicht möglich, es wird nur noch nicht gebaut weil die Nachfrage angeblich nicht da ist.
Drängen Sie darauf, die Energiesteuern und die Besitzsteuern zu erhöhen, dafür die Lohn- und Mehrwertsteuern zu senken.
Wenn sich jeder EU-Politiker so einsetzen würde wie sie wäre die EU beliebter als jede nationale Regierung. Selbstverständlich werde ich von diesen Eingriffen in die Preispolitik kaum etwas mitbekommen, was wiederum wahrscheinlich an Frau Reding liegt und ihrer Arbeit da die Preise nicht ausufern, aber sie läßt zumindest die Wirtschaft (bzw. die Bereiche f d Reding zuständig ist) nicht machen was sie will. Aber wahrscheinlich liegt das auch daran, dass Reding nach ihrer EU-Karriere nicht bei einem Telekomm.-Unternehmen arbeiten will. Nicht wie bei einigen anderen Politikern die ihre Arbeit f d EU als Bewerbung für die Zeit danach benutzen.
genau das war auch mein gedanke...telefonieren ist mittlerweile derart günstig, dass man sich kaum mehr drüber beschweren kann. ich hab immer wieder z.b. mit deutschen zu tun, die mir von ihren 'günstigen' tarifen erzählen. die sind teurer als vermutlich der teuerste tarif hier. es gibt unzählige andere bereiche, wo bedeutend mehr notwendigkeit bestünde, dass die eu eingreift. ist aber vermutlich nicht der job dieser kommission. also sollte man sich mehr so engagierte kommissionen wünschen ;-)
und dann daran (finanziell) scheitert, dass man 3x täglich Mami anrufen muss, und sich die Handy-Rechnung nicht mehr leisten kann gibt es 2 Möglichkeiten.
1. Geh zu einer Telefonzelle - da ist es billiger, oder zu sonstigen Telefonservices, die über VoIP laufen...
2. Fahr nicht auf Urlaub, wenn du's dir nicht leisten kannst.
lg,
Kris
wie schön, dass sie so unglaublich viel wissen
1. kann es sich nicht nur um "mami" handeln, sondern auch um ein behindertes erwachsenes kind, das genau (aufgrund seiner spezifischen behinderung) genau DAS braucht, dass man tlw. sehr lange wenigstens redet, wenn man schon nicht da ist
2. gibt es gegenden, die keine telefonzellen haben, soll ja sowas wie outdoor-urlaube geben
3. ist dein 2. eine frechheit
es geht ja nicht um "nicht leisten", sondern um unverschämte abzocke, die in keinem verhältnis zum aufwand steht und um einen großen teil des urlaubsbudgets, der unnötig schmerzt
also erst überlegen, ob es unter der sonne nicht noch mehr lebenswirklichkeiten gibt, als man so normalerweise aus der krone kennt
..aber
a) ist das bestimmt nicht die masse
und
b) warum müssen die dann unbedingt mit dem eigenen handy telefoniern ?
c) drei wochen urlaub na dann kanns demjenigen ja nicht so schelcht gehn wenn er drei wochen wo urlaub machen kann oder ? ;)
..also zum spass ständig irgendwo hin ins ausland oder beruflich ?
sollte es beruflich sein würd ich mich an meinen arbeitgeber wednden wenns privat also zum spass ist dann sparen sie sich halt das wichtige telefoniern bzw unbedingt wichtige email abrufen bzw suchen sich ne telefonzelle oder gehn in ein internet cafe ;)
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