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Die Stationen des Mark Shuttleworth weisen dem 34-jährigen ein bislang recht bewegtes Leben aus: Als Gründer der auf Sicherheitszertifikate spezialisierten Firma Thawte konnte er durch deren Verkauf um rund 575 Millionen US-Dollar bereits recht früh seine finanzielles Auskommen finden. In Folge sorgte der im südafrikanische Welkom geborene Shuttleworth unter anderem für Schlagzeilen, als er im Jahr 2002 als erster Afrikaner ins Weltall flog. Im Jahr 2004 startete er dann ein Unterfangen, das bis heute sein Schwerpunkt bleiben sollte: Die Linux-Distribution Ubuntu. Über seine Firma Canonical trägt der selbst schon seit den Neunziger Jahren als Debian-Entwickler tätige Shuttleworth persönlich einen großen Teil der finanziellen Basis der Distribution.
Das aktuellste Ergebnis dieser Bestrebungen nennt sich "Hardy Heron" oder auch schlichter "Ubuntu 8.04", und wurde im vergangenen April samt einem Langzeit-Support-Versprechen von drei Jahren für den Desktop und fünf Jahren für den Server-Bereich veröffentlicht. Über diese aber auch die Zukunft des Linux-Desktops als Ganzen, die Stärken von Apple und über mögliche zentrale Änderungen beim GNOME führte Andreas Proschofsky am Rande der GNOME Users and Developers Conference (GUADEC) in Istanbul ein ausführliches Interview.
Das folgende Interview gibt es auch im englischsprachigen Original.
derStandard.at: Vor einigen Monaten wurde eine neue Long Term Support Release (LTS) von Ubuntu veröffentlicht? Wie schaut hier der weitere Zeitplan aus?
Mark Shuttleworth: Wir haben vor kurzem das erste größere Update veröffentlicht. Eine der zentralen Änderungen, die wir uns für diese LTS überlegt haben, war, dass es alle sechs Monate eine neue Point Release geben soll, zwischen den regulären Releases. Auf diese Weise können wir im Nachhinein neuen Hardware-Support hinzufügen, oder für die User problematische Bereiche ausbessern.
derStandard.at: Heißt das, das es auch regelmäßige größere Kernel-Upgrades geben wird?
Shuttleworth: Kernelseitig werden wir - zumindest für die kommenden zwei Jahre - den LTS-Kernel warten und erweitern. Danach könnte es durchaus sein, dass wir auf eine aktuellere Kernel-Version wechseln, das hängt wohl auch davon ab, wie mühsam das Rückportieren von Treibern bis dorthin ist.
derStandard.at: Ubuntu 8.04 hat einiges an Kritik einstecken müssen, etwa wegen Problemen im Audio-Bereich oder auch anderen Bugs. Rückblickend betrachtet: Hätte man sich lieber etwas Extrazeit nehmen sollen, um die verbliebene Bugs zu beseitigen, so wie man es bei "Dapper Drake", der ersten LTS, gemacht hat?
Shuttleworth: Genau genommen haben wir die Entscheidung, im normalen sechsmonatigen Release-Zyklus zu bleiben, aufgrund der Erfahrungen mit Dapper Drake getroffen. Denn bei Dapper Drake hatten wir nicht das Gefühl, dass die zwei Monat extra sonderlich viel zusätzliche Stabilität gebracht haben.
Die größte Kritik an Hardy war ja, dass wir Firefox 3 im Beta-Stadium ausgeliefert haben. Das war allerdings eine sehr bewusste Entscheidung, die wir in Zusammenarbeit mit dem Mozilla-Projekt getroffen haben. Wir waren ziemlich zuversichtlich, dass Mozilla den Firefox in absehbarer Zeit veröffentlichen würde. Und wenn wir jetzt - nach der Veröffentlichung von Firefox 3 - den Firefox 2 noch drei Jahre lang ausliefern würden, wären die Leute wohl ebenfalls wenig erfreut. Insofern denk ich, dass das die richtige Entscheidung war.
Ein weitere Kritikpunkt war der Umstand, dass wir die LTS-Release auf einer GNOME-Version aufgebaut haben,die grundlegende Änderungen bei der virtuellen Dateisystemebene erfahren hat. Die meisten der daraus entstehenden Probleme sind nun aber mit der Point-Release beseitigt worden, zumindest die größten. Um das zu erreichen, haben wir intensiv mit dem GNOME-Projekt zusammengearbeitet, trotzdem war das aber natürlich keine optimale Situation.
Das dritte - schon erwähnte - Problem waren die Bugs im Audio-Bereich und das ist schon eine etwas schwierigere Angelegenheit, da wir davon ausgehen, dass es hier ein Bedürfnis nach einer klaren Ausrichtung unter Linux gibt. Es gibt bislang einfach eine Menge unterschiedlicher Kombinationen, die in diesem Bereich zum Einsatz kommen, und wir haben uns vorgenommen mit Hardy eine gemeinsame Plattform voranzutreiben. Also haben wir uns mit anderen Distributionen zusammengesetzt und es hat sich gezeigt, dass diese die selben Änderungen vornehmen wollten. Also haben wir uns gedacht: Machen wir das und senden so ein starkes Signal aus, das dies die Audio-Plattform ist, auf die die Distributionen setzen.
derStandard.at: Hat man vielleicht einfach einen schlechten Zeitpunkt für die neue LTS gewählt? GNOME hat große Änderungen vorgenommen, Firefox war noch nicht fertig, PulseAudio wurde neu aufgenommen. Wäre es nicht besser gewesen die nächste Release, sechs Monate später, für die LTS zu nehmen?
Shuttleworth: Diese Kritik nehme ich an. Trotzdem denke ich, dass all diese Entscheidungen uns in Wirklichkeit näher dorthin gebracht haben, wo Upstream eigentlich sein will. Zusammengefasst bin ich der Meinung, dass wir eine LTS ausgeliefert haben, die drei Jahre lang wartbar ist. Uns war schon vorher klar, dass es das eine oder andere Problem geben würden, wir waren aber auch davon überzeugt, dass diese innerhalb des Wartungszyklus bereinigt werden können.
derStandard.at: Sollen UserInnen, die eine wirklich stabile Ubuntu-Version haben wollen, also künftig auf die erste Point-Release warten, ähnlich wie viele Windows-BenutzerInnen auf das erste Service Pack warten?
Shuttleworth: Natürlich sollte das nicht so sein, eine Release sollte auch sofort ausrollbar sein. und eigentlich haben wir auch keine Zweifel daran, dass dies auch so war, unklarer ist hingegen, ob Masseninstallationen sofort auf die neue Release wechseln sollen, was allerdings eine etwas andere Fragestellung ist.
Man muss auch festhalten, dass wir während der Test-Phase einfach kein ausreichendes Ausmaß an Beta-Tests bekommen haben, viele Bugs zeigten sich erst nach der offiziellen Freigabe. Eine Lehre für die Zukunft könnte daraus sein: "Machen wir nicht die 8.04 zur LTS, sondern erst 8.04.1". Das könnte ein Bereich sein, den wir für die nächste LTS ändern.
derStandard.at: Was ist mit der Möglichkeit die großen Distributionen besser aufeinander abzustimmen und die Upstream-Projekte dazu zu bringen, sich an diesem Zyklus zu orientieren?
Shuttleworth: Wie Sie wahrscheinlich wissen, ist das etwas was ich aktiv voranzutreiben versuche. Wir haben ja auch schon gesagt, dass wir die nächste LTS in zwei Jahren machen wollen, außer wir schaffen es ein Abkommen mit einer der anderen Distributionen zu treffen. Seit ich diese Idee eines "Meta-Release-Zyklus" öffentlich gemacht habe, hat es einige sehr interessante Diskussionen gegeben. Genau genommen geht es dabei ja auch weniger um eine Anpassung des Release-Datums als des Freeze-Datums, was ermöglicht gemeinsam an den einzelnen Komponenten zu arbeiten. Mit Debian machen wir das ja bereits in vielen Bereichen, auch mit einzelnen Upstream-Projekten klappt das schon recht ordentlich. Wenn wir das Distributions-übergreifend schaffen würden, wäre das ein signifikanter Fortschritt.
derStandard.at: Gibt es darauf eine realistische Chance?
Shuttleworth: Ich denke schon, es ist durchaus möglich, dass sich eine der anderen großen Distributionen zumindest auf ein beschränktes Abkommen einlässt. Dazu gibt es auch aktuell Gespräche.
Aus der Wirtschaft gibt es einige Beispiele, die zeigen, dass ein gewisses Level von Abstimmung allen Beteiligten mehr Kunden, mehr User bringt. Es gibt so eine Angst unter den Distributionen, dass, wenn wir gleichzeitig veröffentlichen,die User auf Augenhöhe wählen können. Die Realität ist freilich, dass jede der Distributionen unterschiedliche Vorteile hat, und das ist etwas, das nichts damit zu tun hat, welche X.org-Version man verwendet..
derStandard.at: Trotzdem sind doch Red Hat und Novell beides Unternehmen die ein Stück größer als Canonical sind, die mehr Support-MitarbeiterInnen haben, mehr EntwicklerInnen. Aus deren Blickwinkel kann es also so aussehen, also ob sie etwas zu verlieren hätten, da sie auf diese Weise als Nebeneffekt mehr Stabilität für Ubuntu liefern.
Shuttleworth: Na ja, um genau zu sein haben wir eine bessere Sicherheitsgeschichte als Red Hat zu bieten, in dem wir uns sehr stark auf diesen Bereich konzentrieren und sicherstellen, dass Updates so schnell wie möglich unter Ubuntu ausgeliefert werden. Unabhängige Studien haben hier auch Ubuntu regelmäßig an die Spitze gereiht. Wir hatten zwar kürzlich ein grauenvolles Sicherheitsproblem [die OpenSSL-Lücke in Debian-basierten Distributionen, Anm. der Red.], aber die Reaktion darauf war geradezu vorbildlich.
Was ich damit eigentlich sagen will ist, dass die Annahme, dass Canonical in so einem Fall nichts beizutragen hätte, und dies somit ein einseitiger Austausch wäre, etwas ist, dem ich nicht zustimmen kann. Nehmen wir doch einfach mal den Hardware-Support, bei dem Ubuntu meist am besten ist. Wenn wir alle auf den gleichen Kernel setzen, können die anderen Distributionen die Treiber einfach übernehmen und einen gleich guten Hardwaresupport wie Ubuntu anbieten.
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für ein ausführliches Interview, in dem man sich auch nicht scheut ein paar Ausdrücke zu verwenden, die dem Kroneleser nicht geläufig sind, was dem Gehalt des Interviews nur nützen konnte!
*nachuntenschielduckundweg*
PS: Wer nicht weiss was eine API ist, der kann ja auf die Politikseiten gehen. Vielleicht versteht er/sie dann mehr. ;)
Es ist die Sprache!
Ich hatte und habe immer eine Scheu vor Linux. Ich hab mir vor mehr als einem Jahr einen Rechner hergerichtet, auf dem ich Linux installieren wollte, damit ich Linux "lernen" kann
Ich habs bis heute nichtgemacht, wusste aber eigentlich nie so recht warum.
Jetzt weiss ich es. Was der zweifellos kluge Kerl da daherredet versteht aus ein paar Linux-Jüngern kein Mensch auf dieser Welt. So ist es mir die ganze Zeit ergangen, wenn ich mich über Linux schlau machen wollte, hab ich nie ein Wort verstanden.
Und einmal ehrlich - wer will schon 226 Wikipedia Einträge lesen, damit er die nächste Messagebox vom Installationsprogramm versteht?
Solange Linux nicht allgemein verständlich wird, hat es keine Chance....
Ich vertsteh deine Kritik nicht ganz.
Das Interview ist ja auch nicht als Einstiegsseminar für Linux-Anfänger gedacht.
Warum muss ein Experte in einem Interview über die Weiterentwicklung und Zukunftschancen von Linux so ausdrücken, dass jedes Wort von jedem Nicht-Linux-Benutzer verstanden wird? Das ist doch Unsinn.
ei jeder sich bietenden gelegenheit zu einem linux user gemacht werden sollte wenn man marktanteil gewinnen will. (und das will er ja).
Aber er gibt die antwort im interview ja selbst : Windows verliert, OSX wächst, Linux stagniert -> da müssen wir etwas ändern. -> sprich mehr leute müssen von linux überzeugt werden. nur das schafft er mit so einem interview nicht.
das man die chance vegibt oder ? Da bekommt man die chance in einer (wenn auch kleinen) tageszeitung ein interview über ubuntu, linux, die philosophie dahinter etc zu geben und man verrennt sich in technische details die eher abschrecken als lust auf linux machen.
ich fand das interview sehr interessant.
die fragen stellt außerdem immer der redakteur, und da gib es nun nicht mal um die frage "was kann ich einem windows-user über linus erzählen, damit er umsteigt", sondern um die zukunft und weiterentwicklung von linux.
man kann doch nicht von jedem linux-interview verlangen, dass es ein aufruf zum umstieg sein soll. es gibt auch andere fragen zu linux, und die sind auch interessant.
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leider sind die Veröffentlichungen sonst auch nicht so, daß irgendwer Appetit zum Umsteigen bekäme......
Ist einfach die insgeheime Einstellung, dass Linux nur für Geweihte ist und sein soll. Odrrrrr?
Mal ehrlich... wenn Mark Russinovich über dei Vorteile von Vista gegenüber WinXP reden würde, würden SIE genauso kein Wort verstehen. Und trotzdem verwenden sie Windows (vermute ich mal?).
Wenn sie etwas über Linux lernen wollen, so gibt es tausende Bücher a la "Linux für Dummies", die das didaktisch sinnvoll aufarbeiten. Wenn nicht, auch gut, verwenden sie halt was anderes. Der Linux-Community wird jedenfalls nichts entgehen.
Es ist die Sprache!
Ich hatte und habe immer eine Scheu vor Frauen. Ich hab mir vor mehr als einem Jahr einen Frau angelacht, mit der wollte ich mich vermehren damit ich nicht so alleine bin.
Ich habs bis heute nichtgemacht, wusste aber eigentlich nie so recht warum.
Jetzt weiss ich es. Was die zweifellos kluge Frau da daherredet versteht aus ein paar Homesexuellen kein Mensch auf dieser Welt. So ist es mir die ganze Zeit ergangen, wenn ich mich über Frauen schlau machen wollte, hab ich nie ein Wort verstanden.
Und einmal ehrlich - wer will schon 226 Selbsthilfegruppen aufsuchen, damit er die nächste Frau versteht?
Solange Frauen nicht allgemein verständlich sind, haben sie keine Chance bei mir....
muß ich sagen: du scheinst aus dem letzten loch zu pfeifen. warum soll ich nicht posten, nicht lesen? ich werde doch niemandem zu nahe getreten sein, der es nicht verdient.
ich hab wirklich lieber was anderes im kopf als kryptiche computerbefehle, solange es anders auch geht.
Als DAU wirst Du sicher keine "kryptische Computerbefehle" benötigen - war auch nie so, denn selbst unter dem guten alten DOS gab es keine "kryptische" Befehle, sondern logische ;-)
Ich sehe schon, Du hast selbst unter Windows nichts mit Programmierung, Serversytemen, "Softwaredesign", Webdesign, usw. zu tun!
PS: bitte niemals die Eigenschaften der bunten Bildchen am Desktop (Icons) ansehen, das könnte Dich auch nur verwirren ;-)
du scheinst auch den sinn der worte nicht zu verstehen, wie dann den sinn von sätzen?
kryptisch,
unklar in seiner Ausdrucksweise oder Darstellung und deshalb schwer zu deuten, dem Verständnis Schwierigkeiten bereitend.
(c) Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2005
naja, der befehlsumfang von programmiersprachen ist natürlich sehr unterschiedlich. dass die befehle aber kryptisch sind, ist schwachsinn. wir sind unklar in unserer ausdrucksweise. computer niemals. die sind absolut exakt. PEBKAC -> problem exists between keyboard and chair (und da nehm ich jetzt softwareentwickler nicht aus!)
wenn man aber nix drüber weiss ist alles irgendwie kryptisch oder?
kryptisch ist hier das gegenteil von verständlich, im klartext. zum zweiten haben computer einstweilen keine ausdrucksweise. sie spucken verlangte ergebnisse aus oder zustandsmeldungen, alles so, wie es zuvor für den jeweiligen fall festgelegt wurde. in welcher hinsicht sollen denn computerbefehle logisch sein? es gibt sogar für etliche intentionen mehrere befehle, also sinds nicht einmal 1:1 auf natürliche sachverhalte abgebildet ....
und: ein weiterer wörterbucheintrag cryptic adjective: she leaves cryptic messages on his answering machine enigmatic, mysterious, confusing, mystifying, perplexing, puzzling, obscure, abstruse, arcane, oracular, Delphic, ambiguous, elliptical, oblique; informal as clear as mud. ANTONYM clear
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