Diskonttochter von T-Mobile hat Wechselaufforderungen persönlich adressiert an One-Kunden verschickt - Streit woher Daten kommen
Normalerweise kennt man das eher von Festnetzanbietern, die Haushalte anschreiben oder gezielt besuchen, um Kunden zum Umstieg auf ihren Tarif zu bewegen. Im Mobilfunk ist das nicht so einfach, denn wie kommt ein Provider an die Adressdaten von Kunden mit Verträgen bei der Konkurrenz? Diese Frage stellt sich One, dessen Kunden in diesen Tagen Post von
Telering bekamen, wie das
Wirtschaftsblatt berichtet.
30 Euro Wechselbonus
In einem persönlich adressierten Schreiben an One-Kunden wirbt T-Mobile-Tochter Telering demnach mit einem günstigeren Grundentgelt von 6 Euro und 30 Euro Wechselbonus. "Wir sehen es auch als unsere Aufgabe, auf Kostenfallen beim Handytelefonieren aufmerksam zu machen. Wir glauben, beim One-Angebot ist das der Fall, daher wurde diese Aktion gestartet", erklärte eine T-Mobile-Sprecherin.
Datenschutzrechtlich bedenklich
Vergleichende Werbung ist in Österreich zwar erlaubt, Fragen wirft allerdings das Vorgehen von Telering auf. Laut T-Mobile seien die Adressdaten von einem darauf spezialisierten Unternehmen gekauft worden. Demnach hätten One-Kunden bei ihrem Vertragsabschluss ihr Einverständnis gegeben, dass ihre Daten an Dritte weitergegeben werden dürfen. Bei One weiß man davon nichts. "Weder haben wir in unseren Geschäftsbedingungen stehen, dass unsere Kunden mit einer Weitergabe ihrer Daten einverstanden sein müssen, noch geben wir die Daten an Dritte weiter", sagt One-Sprecherin Petra Jakob gegenüber dem Blatt. Ob One nun Beschwerde bei der Datenschutzkommission einreicht, ist noch nicht klar. (red)