Politisch natürlich völlig unkorrekt, schießt man als Soldat in einer US-Strafkompanie aus unerfindlichen Gründen auf "Russkis"
Ein Hinschauer ist, was aus dem Paket mit
"Bad Company" (
Electronic Arts (EA), für Xbox 360 und PS3, ab 69,90) auf den Schreibtisch kullert: eine Schaumstoffhandgranate mit gelbem Smiley-Anhänger, die sich auch auf dem Spiele-Cover befindet. Abgesehen vom Aufmerksamkeitsfaktor ist das Werbegeschenk aber ziemlich geschmacklos und noch dazu unnötig. Denn der First-Person-Shooter steht für sich allein als ziemlicher Heuler da, der kein Extramarketing mehr braucht.
Politisch völlig inkorrekt
Politisch natürlich völlig unkorrekt, kämpft man sich als Soldat in einer US-Strafkompanie ("B-Kompanie") durch die Landschaft, schießt aus unerfindlichen Gründen auf "Russkis". Und Söldner, die eine interessante Eigenschaft haben: Sie werden in Gold bezahlt. Das Ziel des Spiels ist so neben Ballern, Sprengen und Töten das Goldsammeln.
Unterhaltsame Charaktere
Die drei Charaktere, mit denen man über die Schlachtfelder läuft, sind dabei durchwegs unterhaltsam, die Dialoge wie jene aus der 80er-TV-Serie "A-Team". Nur dass das A-Team ja die Guten waren und die B-Kompanie eher die, na ja, Selbstbezogenen sind. Im Single-Player-Mode haben die Mitkämpfer den Nachteil, nicht sonderlich intelligent und hilfreich zu agieren. Ihr Vorteil: Sie jammern zwar, sind aber unsterblich.
Nichts ist unsterblich
Sonst ist in dem Spiel praktisch nichts unsterblich, was einen außergewöhnlichen Reiz ausmacht. Man kann praktisch alles zerstören - Zäune mit Panzern, Panzer mit Raketenwerfern, Häuser mit Granaten, Bäume mit Flak oder simplem Gewehrfeuer, was wahrscheinlich mehr die niederen Instinkte der Buben anspricht, aber zum Aggressionsabbau taugt es allemal.
Der Multiplayer-Modus ist fast noch besser mit ausbalancierten Riesenkarten und Kämpfen, bei denen bis zum Schluss die Dinge für beide Seiten auf der Kippe stehen.(Michael Möseneder/DER STANDARD, Printausgabe vom 12.7.2008)