Hackl: "Möchte stärker werden als Strache"

  • Hackl: "Ich möchte stärker werden als der Herr Strache".
    foto: standard/hoanzl

    Hackl: "Ich möchte stärker werden als der Herr Strache".

Der Schauspieler Karlheinz Hackl will bei der bevorstehenden Wahl im Herbst mit seiner Partei "Soziale Kultur Österreichs" die politische Bühne bereichern

Magdalena Raos sprach mit Karlheinz Hackl über seine Ambitionen und Ziele.

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STANDARD: Sie haben angekündigt, dass Sie bei der Nationalratswahl im Herbst kandidieren möchten. Steht Ihr Entschluss schon fest?

Hackl: Ja, der steht fest. Es ist sehr kurzfristig, weil ja Ende September schon die Wahlen sind. Aber ich mache das jetzt sicher.

STANDARD: Sie haben es schon angesprochen: Ihnen bleibt nicht mehr viel Zeit. Für eine bundesweite Kandidatur braucht man 2600 Unterstützungserklärungen. Könnte das eine Hürde sein?

Hackl: Das glaube ich nicht. Ich denke, dass die Leute merken werden, dass ich mit meiner Partei "Soziale Kultur Österreichs" eine ehrliche Absicht vertrete. Ich muss zugeben, dass ich vor fünf Wochen noch gegen Neuwahlen war. Die Chance, dass wieder Rot-Schwarz herauskommt, ist gewaltig. Aber es ist wichtig, dass das politische Spektrum erweitert wird und es auch eine Palette von anderen Möglichkeiten gibt.

STANDARD: Wie sieht denn das inhaltliche Programm der SKÖ aus?

Hackl: Es bezieht sich schwerpunktmäßig auf die Kultur. Die Kultur wird in diesem Land unter ihrem Wert behandelt. Ich sage das jetzt ohne Hochmut: Wir sind eine große Kulturnation, aber wir müssen lernen, uns nach außen zu öffnen. Ich strebe eine stärkere Kooperation von Wirtschaft und Kultur an. Natürlich beschäftigen die Österreicher noch andere Probleme, zum Beispiel die Inflation, die für dieses Wohlstandsland viel zu hoch ist. Schuld hat bei den Leuten dann meist die EU, was unsinnig ist. Es gibt viele Dinge, die anders laufen sollten, auch die Behandlung von Pensionisten. Denen geht’s nicht um 16 Cent mehr im Börsel, sondern um Leistung, Zuwendung und Sicherheit. Bildung ist auch ein sehr wichtiges Thema.

STANDARD: Haben Sie schon prominente Mitstreiter gefunden?

Hackl: Ich habe schon eine feste Zusage vom ehemaligen Burgtheaterdirektor Achim Benning erhalten. Weitere werden folgen.

STANDARD: Was ist denn Ihr politisches Ziel bei dieser Wahl? Was erhoffen Sie sich?

Hackl: Ich möchte stärker werden als der Herr Strache. Aber momentan deutet alles darauf hin, dass die Politik nach rechts abdriftet. Das ist für unser Land demokratiepolitisch nicht gut.

STANDARD: Sie sind Schauspieler. Denken Sie, dass die Leute Sie auf der politischen Bühne ernst nehmen werden?

Hackl: Das weiß ich nicht. Ich hoffe, dass sie mit ernsthaften Argumenten etwas anfangen können. Ich fürchte aber, dass mich viele auch als Blödler und Fantasten einschätzen, der immer noch mit seiner Krankheit zu kämpfen hat. (DER STANDARD, Printausgabe, 11.7.2008)

Zur Person: Karlheinz Hackl (59) ist Schauspieler und Theaterregisseur. Der seit 1978 am Wiener Burgtheater tätige Künstler musste sich 2003 einer Gehirntumoroperation unterziehen.
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