Hackl: "Möchte stärker werden als Strache"

Redaktion
14. Juli 2008, 08:31
  • Hackl: "Ich möchte stärker werden als der Herr Strache".
    foto: standard/hoanzl

    Hackl: "Ich möchte stärker werden als der Herr Strache".

Der Schauspieler Karlheinz Hackl will bei der bevorstehenden Wahl im Herbst mit seiner Partei "Soziale Kultur Österreichs" die politische Bühne bereichern

Magdalena Raos sprach mit Karlheinz Hackl über seine Ambitionen und Ziele.

*****

STANDARD: Sie haben angekündigt, dass Sie bei der Nationalratswahl im Herbst kandidieren möchten. Steht Ihr Entschluss schon fest?

Hackl: Ja, der steht fest. Es ist sehr kurzfristig, weil ja Ende September schon die Wahlen sind. Aber ich mache das jetzt sicher.

STANDARD: Sie haben es schon angesprochen: Ihnen bleibt nicht mehr viel Zeit. Für eine bundesweite Kandidatur braucht man 2600 Unterstützungserklärungen. Könnte das eine Hürde sein?

Hackl: Das glaube ich nicht. Ich denke, dass die Leute merken werden, dass ich mit meiner Partei "Soziale Kultur Österreichs" eine ehrliche Absicht vertrete. Ich muss zugeben, dass ich vor fünf Wochen noch gegen Neuwahlen war. Die Chance, dass wieder Rot-Schwarz herauskommt, ist gewaltig. Aber es ist wichtig, dass das politische Spektrum erweitert wird und es auch eine Palette von anderen Möglichkeiten gibt.

STANDARD: Wie sieht denn das inhaltliche Programm der SKÖ aus?

Hackl: Es bezieht sich schwerpunktmäßig auf die Kultur. Die Kultur wird in diesem Land unter ihrem Wert behandelt. Ich sage das jetzt ohne Hochmut: Wir sind eine große Kulturnation, aber wir müssen lernen, uns nach außen zu öffnen. Ich strebe eine stärkere Kooperation von Wirtschaft und Kultur an. Natürlich beschäftigen die Österreicher noch andere Probleme, zum Beispiel die Inflation, die für dieses Wohlstandsland viel zu hoch ist. Schuld hat bei den Leuten dann meist die EU, was unsinnig ist. Es gibt viele Dinge, die anders laufen sollten, auch die Behandlung von Pensionisten. Denen geht’s nicht um 16 Cent mehr im Börsel, sondern um Leistung, Zuwendung und Sicherheit. Bildung ist auch ein sehr wichtiges Thema.

STANDARD: Haben Sie schon prominente Mitstreiter gefunden?

Hackl: Ich habe schon eine feste Zusage vom ehemaligen Burgtheaterdirektor Achim Benning erhalten. Weitere werden folgen.

STANDARD: Was ist denn Ihr politisches Ziel bei dieser Wahl? Was erhoffen Sie sich?

Hackl: Ich möchte stärker werden als der Herr Strache. Aber momentan deutet alles darauf hin, dass die Politik nach rechts abdriftet. Das ist für unser Land demokratiepolitisch nicht gut.

STANDARD: Sie sind Schauspieler. Denken Sie, dass die Leute Sie auf der politischen Bühne ernst nehmen werden?

Hackl: Das weiß ich nicht. Ich hoffe, dass sie mit ernsthaften Argumenten etwas anfangen können. Ich fürchte aber, dass mich viele auch als Blödler und Fantasten einschätzen, der immer noch mit seiner Krankheit zu kämpfen hat. (DER STANDARD, Printausgabe, 11.7.2008)

Zur Person: Karlheinz Hackl (59) ist Schauspieler und Theaterregisseur. Der seit 1978 am Wiener Burgtheater tätige Künstler musste sich 2003 einer Gehirntumoroperation unterziehen.
Share if you care
Posting 1 bis 25 von 127
1 2 3 4
Durchschnittlicher Schauspieler, peinlicher Typ

Ob der Fonsi auch mit von der Patie ist oder muss der bei den Roten bleiben?

stärker als die fpö? der ist echt mit dem kopf gegen die wand gerannt...

das ist typisch für schauspieler und dgl. (siehe alfons haider etc) - wenn´s im brotberuf nicht so ganz läuft
versuch´s ma halt auf intäläktuäl. gegen blau zu sein finde ich prinzipiell schon ok, aber nicht mit dieser oportunistischen art - weil´s halt so schick ist!

Wirtschaftswissen:

Meiner Information zufolge hat Karlheinz Hackl ein wirtschaftswissenschaftliches Studium absolviert, ehe er Schauspieler wurde.

So deplaziert in der Politik wäre der gar nicht !

Von mir aus....

Viel schlechter als die Kasperln, die jetzt am Werk sind, kann er auch nicht mehr sein. Ein Schauspieler war US-Präsident und einer ist grade Gouverneur von Kalifornien. Schauspielen und Politik passt gut zusammen.

meine Unterschrift hat er

meine Stimme nicht, aber meine Unterschrift kann er haben: VIELFALT statt EINFALT!

Ich habe schon eine feste Zusage vom ehemaligen Burgtheaterdirektor Achim Benning erhalten

Benning ist DEUTSCHER, kann also in Österreich weder den Nationalrat wählen noch gewählt werden...

benning

ist soviel ich weiß schon lange österreichischer staatsbürger - verwechslung mit Peymann?

aber staatssekretär wierd sich schon machen lassen!

gemach, gemach!

Gute Idee anzutreten.

Und damit sich die ganze PR wenigstens auszahlt, kann Herr Hackl kann ja schlimmstenfalls nach der Wahl ein Buch ueber seine Erfahrungen schreiben...

Hackl: "Möchte stärker werden als Strache"

Sie hoerten das Wort zum Sonntag.

bitte nicht kandidieren

der Herr Hackl wird sicher nicht ins Parlament kommen und nur anderen Parteien die Stimmen wegnehmen, was im Endeffekt wieder den Grossen zu Gute kommt. Ausserdem ist er bisher auch nicht als besonders politischer Künstler aufgefallen.

quereinstieg sollte normaleinstieg sein. statt in jungen jahren in politische spitzenfunktionen gehoben zu werden, wäre es besser, zunächst einmal etwas außerhalb der politik erlebt zu haben. dann sollte es eine phase geben, in der sich die eigene meinung herausbildet und überprüft wird. das entspricht der idee von "satyagraha" (hingabe an die wahrheit - mahatma gandhi), die wahrheit zu suchen und sie immer wieder zu prüfen. wer früh in das politische räderwerk gerät, wird dadurch geformt (meist verformt). die gefahr parteisoldat zu werden ist hoch. leider ist das der übliche zugang zu politischen karrieren. ich stelle die forderung auf: einstiegs- und ausstiegsszenarien politischer karrieren sollten grundsätzlich überdacht werden.

hauptsache er nimmt den schwarzen was weg.

die mumien in der josephstadt brauchen auch mal bewegung!

sorry


"mumie" ist kein argument.

und dann noch den Winzerkönig, den Prof.Muliar, den Alfons Haider und die Marika Lichter. Sonst noch was?

vielleicht hat er erst in späteren jahren diverse prägende erlebnisse gehabt. ist es besser, wenn jemand in jungen jahren (ohne schicksalsschläge - mit geringer lebenserfahrung) eine parteikarriere anstrebt - über die diversen vorfeldorganisationen und karrierevereine? an sensibilität und beobachtungsgabe mangelt es gewiss nicht, sonst wäre er nicht schauspieler der spitzenklasse.

bevor die menschen innerlich reifen können, werden sie zu loyalen parteisoldaten erzogen. ich stelle mir vor, nur eine minderheit schafft es, nicht korrumpiert zu werden (parteidisziplin gegen das eigene gewissen zugunsten der eigenen karriere). am tag x, wenn die möglichkeit besteht, zu gestalten, ist nicht mehr viel übrig vom idealismus.

Das Orakel von Delphi...

...kann nicht wissen, welchen Parteien der Herr Hackl - wenn überhaupt - Stimmen wegnehmen wird. Wie auch immer, dürften sich diese in so geringer Anzahl verschieben, dass es lachhaft ist, aufgrund dessen von einer Kandidatur abzuraten.

Das Wahlsystem wird in erster Linie durch geringe Wahlbeteiligung geschädigt und nicht durch den symbolhaften Wahlkampf eines unzufriedenen Bürgers.

SKÖ? Sozialistische Komödiantenpartei Österreichs?

Haben die 2003 nicht alles entfernt?

bitte

sich nicht in die Niederungen der Politik zu begeben, Herr Hackl! Sie sind ein excellenter Schauspieler und können den Menschen damit enorm viel geben. Als Politiker haben Sie keine Chance dazu, denn da müssen Sie sich dem Hickhack stellen und sich verletzen lassen. Denken Sie auch an Ihre Familie und Ihre Gesundheit. Alles Gute!

auf den ersten Blick habe ich mir gedacht: "Was tut sich der Hackl da an? Wie kann man sich nur so unsäglich überschätzen?"
In der Zwischenzeit ist mir klar geworden, dass diese Kandidatur als künstlerisches Projekt zu verstehen ist. Insofern macht die Ansage "stärker als die FPÖ" sein zu wollen, wieder Sinn.

k.h. hackl wird sich - leider - die hörner kräftig abstossen ...

sein anliegen und engagement in ehren ...
nur sind die aussicht auf erfolg marginal.
schade.

Hackl - Quereinsteiger

Hackl ist für mich einer unserer besten Schauspieler. Aus diesem Grund "Schuster bleib bei deinem Leisten"!

Träumen muss erlaubt sein....

....aber irgend wann muss man sich der Realität stellen.

Ist doch zu erwarten, dass der ORF die Ergebnisse der kleinsten Parteien (also auch Hackl), jeweils rechts in der Grafik nicht auf den Bildschirm bringt.

Schade um die Energie mit letztlich sicherer Enttäuschung. Vielleicht finden sich Freunde die Hackl
diese potentielle Enttäuschung ausreden.

Kunstplattform statt Partei

Die Gründung einer Partei halte ich einfach für zu hoch gegriffen!
Aber eine Künstler-Plattform, die Politiker und auch Bevölkerung mahnt in Zeiten sinkender Reallöhne, drohender Zweiklassenmdedizin und Altersarmut etc. ihre jeweiligen Budgets nicht mit Abschaffung bzw. Einsparung von Kunst zu finanzieren. fände ich schon wichtig.
Gleichzeitig aber sollte diese Plattform die immer ausuferndere Kommerzialisierung, den von Politik und Medien geforderten Nutzen für Wirtschaft und Tourismus, wieder in kulturell verträglichere Bahnen lenken.
Ermunterung zur Lebensqualität, zu Mut und Lebensenergie durch Kunst sollte es immer geben. Derzeit tendiert Kunst stark zu Unterhaltung, Sedisierung und Standortpoltik. Kaum zum Diskurs.

Posting 1 bis 25 von 127
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.