GNOME 3: Neue Major Release des Desktops soll endlich kommen

Redaktion
11. Juli 2008, 20:07
  • JumpGNOME 2.30 = 3.0 lautet der vorgeschlagene Zeitplan. Eine Release der neuen Major Release des Desktops wäre somit für März 2010 zu erwarten.
    grafik: archiv

    Jump
    GNOME 2.30 = 3.0 lautet der vorgeschlagene Zeitplan. Eine Release der neuen Major Release des Desktops wäre somit für März 2010 zu erwarten.

Toolkit GTK+ entscheidet sich für großen Versionssprung - Desktop will folgen - Bricht Kompatibilität mit veralteten Anwendungen

Lange hat man sich geziert, immer wieder Vor- und Nachteile abgewogen, nun ist es fix: Das grafische Toolkit GTK+ vollzieht den zuletzt verstärkt geforderten Bruch und räumt mit veralteten Technologien auf, wie GTK+-Entwickler Kristian Rietveld im Rahmen einer Präsentation auf der GNOME Users and Developers Conference in Istanbul verkündete.

Clean

Wie bereits im März im Rahmen eines Hackfests für das Toolkit vorgeschlagen, soll sich GTK+ 3.0 also weniger durch große neue Features auszeichnen, sondern überholte Funtionen aus der Plattform werden. Auf dieser Basis sollen dann in Folgeversionen neue Features implementiert werden, auf der TODO-Liste stehen etwa einfacheres Theming für GTK+-Anwendungen oder auch die Unterstützung von Alpha-Transparenz. Auch die Aufnahme von neuen Funktionen für fortgeschrittene Animations- oder Compositing-Möglichkeiten wird regelmäßig ins Gespräch gebracht.

Aufnahme

Um all die zu ermöglichen, müsse man aber erst mit die Code-Basis cleanen, wie Rietveld herausstrich. Es sei über die Jahre immer schwerer geworden neue Funktionen in GTK+ aufzunehmen, ohne dabei an anderen Stellen Bugs einzuführen. Etwas das sich auch auf die Entwicklungsgeschwindigkeit des Toolkits negativ ausgewirkt hat, immerhin war man immer stärker mit Wartungsaufgaben beschäftigt.

Fortschritt

Angetrieben wird das Unterfangen von Immendio, das Unternehmen, das sich auf GTK+-Consulting spezialisiert hat, und mittlerweile einen großen Teil der Toolkit-EntwicklerInnen bei sich beschäftigt. In einem eigenen Wiki-Eintrag hält man den aktuellen Fortschritt von GTK+ 3.0 fest, die notwendigen Vorbereitungen sind dabei schon recht weit gediehen.

Bruch

Das Entfernen von veralteten Funktionen hat den Bruch mit der lange hoch gehaltenen API/ABI-Kompatibilität der GTK 2.x-Reihe zur Folge. Veraltete Anwendungen müssen also zumindest in Teilen neu geschrieben werden, wollen sie mit GTK+ 3.0 funktionieren. Allerdings wollen die EntwicklerInnen diesen Umstieg so sanft wie möglich gestalten.

Ablauf

Mit GTK+ 2.16 will man - nach der in Kürze erscheinenden Version 2.14 - noch ein letztes Update für die 2.x-Reihe veröffentlichen. Anwendungs-EntwicklerInnen können mit dieser dann schon vorab ihre Programme auf GTK+ 3.0-Kompatibilität testen, wer als "deprecated" ausgewiesene Funktionen verwendet, bekommt in diesem Fall klare Warnungen. Zusätzlich soll auch die Parallelinstallation von GTK+ 3.0 und 2.x ermöglicht werden, so dass auch veraltete Anwendungen problemlos auf dem selben System laufen sollen.

Regelmäßig

In Zukunft sollen entsprechende Major Releases, die mit altem Code aufräumen in regelmäßigen Abständen vorgenommen werden. Ein Schritt der eine zentrale Änderung in der bisherigen Veröffentlichungsstrategie des Toolkits darstellt. Durch die langfristige Absehbarkeit dieser Releases will man aber weiterhin eine äußerst stabile und berechenbare Plattform für externe AnwendungsentwicklerInnen bieten.

GNOME 3

In Anschluss an die GTK+-Präsentation hat sich auch das GNOME Release Team zu Wort gemeldet: Geht es nach ihren Vorstellungen, soll auch das Desktop-Projekt die Chance ergreifen, um den Sprung auf die nächste Major-Version zu vollziehen.

Sprung

Diesen symbolischen Schritt will man mit einem Aufräumen der eigenen Plattform verbinden und endlich die Altlasten einer Fülle von lange schon als "deprecated" gekennzeichneten Bibliotheken loswerden. Zusätzlich will man aber auch künftig den Fokus für das eigene Projekt genauer definieren und sich offener gegenüber neuen Entwicklungen geben. Zusätzlich zu dem bislang etablierten sechsmonatigen Zyklus will man außerdem einen langfristigeren Rhythmus einführen, innerhalb dessen größere gemeinsame Ziele für den gesamten Desktop umgesetzt werden sollen.

Plan

Als nächste Release steht nun GTK+ 2.14 an, das in Kürze veröffentlicht werden soll, die Version 2.16 soll dann in einem Jahr auf der nächsten GUADEC fertig sein. Geht alles gut soll bereits kurz danach GTK+ 3.0 freigegeben werden. (Andreas Proschofsky aus Istanbul, derStandard.at, 10.07.08)

Share if you care
16 Postings
da bin ich mal gespannt

ob sie diesen infernalischen fileselectordialog endlich so hinkriegen, dass man keinen cholerischen anfall beim anblick desselben bekommen muss. wie gnome user diese unart von software auf dauer ertragen koennen wird mir bis in alle ewigkeit ein raetsel bleiben.

Gratulation an den Standard

Sogar auf planetkde.org wird der Bericht erwähnt!

kde4

es wird ja keiner zu kde4 gezwungen. man kann so lange kde 3.5.x verwenden, bis kde 4.x für einen persönlich passt.

Ich freu mich aber schon auf die neuen funktionen von qt4 und beides gleichzeitig geht auch.

Gnome 3.0 2010???

Wenn es nach dem Releaseplan geht, kommt ja Gnome 2.30 aka 3.0 2010 raus... Viiiiel Zeit bis dahin (und einige KDE 4 Major Releases), ich wage mir nicht auszumalen wie gut KDE 4 dann schon sein wird...

Hackfest

Was auch immer das ist - klingt so, als ob es sehr lustig wäre.
Was gibt es dann nächstes Jahrt? Ein "Hauhart"?

Hackfest == Hacking Marathon == Coding Marathon == Gemeinsames Akkordprogrammieren

So oder so ähnlich lässt sich das beschreiben.

RE: Hackfest

Ich stell mir gerade vor wie eine fröhlich Bande Nerds gemeinsam einem Baumstamm mit Äxten zu Leibe rückt. *LOL*

hoffentlich

gibt das nicht das gleiche theater wie mit qt3 und qt4 ... die qt3 kompatibilitäts lib ist für die katz. zumindest konnte ich auf qt4 noch keine qt3 anwendung damit kompilieren ... vielleicht kann ichs aber auch einfach nur nicht

Die Komaptibilitätslib ist auch nur dafür da

Codeteile die in Qt3 geschrieben sind auch in Qt4-Programmen verwenden zu können.

Qt3-Programme kompilieren sie bitte mit Qt3, dafür ist es ja da.

.

Ich habe keine Probleme damit, gtk+1-Programme und gtk+2-Programme am selben Rechner gleichzeitig zu verwenden. Ich erwarte also auch keine Probleme beim Umstieg auf gtk+3.0.

Natürlich bin ich froh, dass die wichtigsten Applikationen jetzt gtk+2 verwenden, weil gtk+2.0 wichtige Features gebracht hat. (Z.B. i18n statt blos L10n) (btw. wann steigt derstandard auf UTF-8 um?)

UTF-8

Ähm, derstandard verwendet UTF-8 doch längst. Steht auch im Quelltext dieses frames im head.

.

Sorry, ich meinte eigentlich etwas anders. Das Problem ist, dass dasstandard-forum nur das lateinische Alphabet zuläßt. Schon griechische Buchstaben zu posten ist unmöglich. Ich will ja hier nicht auf Japanisch diskutieren, aber gelegentlich mal auf den griechischen Ursprung eines Worts hinweisen, sollte doch möglich sein. (Wir hatten das mal bei der Diskussion über die Rechtschreibung und »ph«)

Ich vermute also, dass zwar die Webseiten desstandards UTF-8 verwenden, die Datenbank intern aber noch irgendeine 8-Bit Windows-Codepage verwendet.

Test, Atom auf Griechisch: ?t?µ?? ???

Ich vermute, das liegt eher an der Datenbank(tabelle), die noch latin1 verwendet ...

.

Danke für die Zustimmung.

Ich vermute es ist nicht latin1 sondern Windows-1252, ich versuche mal folgende nicht in latin1 enthaltenen Glyphen: € ‚ ƒ „ … † ‡ ˆ ‰ Š ‹ Œ Ž ‘ ’ “ ” • – — ˜ ™ š › œ ž Ÿ

Könnte auch 1250 sein: T t Z z

ist nicht wirklich vergleichbar qt3/qt4 war technologisch ein viiiiiiiiiel größerer bruch. Und zumindest behaupten sie ja, dass es parallel installierbar sein soll ;)

Geht auch problemlos. Habe ich so incl. parallelem KDE3 und KDE4 fürs Portieren einiger Anwendungen in Betrieb.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.