Dinkhauser will nochmal aufmischen

Redaktion
15. Juli 2008, 09:15

Die Fristen sind knapp – die finanziellen Mittel ebenso, dennoch überlegen mehrere Kleinparteien und Namenslisten eine Kandidatur

Fritz Dinkhauser zeigte in Tirol vor, wie es geht.

*****

"Ich fühle mich dem Wähler verpflichtet." So einfach erklärte Bürgerforum-Chef Fritz Dinkhauser, warum er auch bei der Nationalratswahl im Herbst antreten will. Wesentliche Entscheidungen würden in Wien getroffen, eine Kandidatur der Liste Dinkhauser zumindest landesweit in Tirol gilt daher als fix: "Da ist mir das Hemd näher als der Rock" , sagte Dinkhauser pragmatisch. Ein Grundmandat sei auch so durchaus drin. Er hatte im Juni bei der Landtagswahl mehr als 58.000 Stimmen erreicht – für ein Grundmandat im Nationalrat wären rund 24.000 Stimmen in einem einzigen der fünf Wahlkreise nötig. Die Alternative, ein österreichweites Antreten, um die Vier-Prozent-Hürde zu übersteigen, sei allerdings noch nicht sicher, die Finanzierung eines bundesweiten Wahlkampfes müsse erst einmal "auf die Beine gestellt werden".

Beratung für Bürgerforen

Mit "Rat und Tat" stehe Dinkhauser, der bei der Tiroler Landtagswahl am 8. Juni aus dem Stand auf 18,35 Prozent der Stimmen gekommen war, aber jeder Bürgerliste gerne zur Seite. Und ein Anruf ist auch schon bei Dinkhausers Bürgerforum eingelangt.

Karl Nowak von der unabhängigen Bürgerbewegung "Rettet Österreich" will es im Herbst wissen. "Ich habe Fritz Gurgiser vom Bürgerforum angerufen, wir bleiben im Gespräch" , sagte er. Nowaks Bewegung habe immerhin rund 250.000 Unterstützer, sagt der Proponent dem Standard. Mit seiner Ablehnung des EU-Vertrages vonLissabon und der Forderung nach Volksabstimmungen bei allen wichtigen politischen Themen sieht er breites Wählerpotenzial.

Seine Bürgerbewegung sei vor allem in Wien, Oberösterreich und der Steiermark gut aufgestellt, Kontakte gebe es aber auch in die anderen Bundesländer. Prominente Namen auf seiner Liste will er noch keine verraten, in den nächsten Tagen und Wochen werde aber ausgiebig am Antreten und einer Wahlkampfstrategie gefeilt. "Ein Kraftakt werden jedoch die Untersützungserklärungen", gesteht Nowak, der als ehemaliger Präsidentschaftskandidat bereits Erfahrung im Wahlkämpfen hat.

Genau diese Unterstützungserklärungen hofft auch die KPÖ bundesweit zu schaffen, meint Michael Graber aus dem KPÖ-Bundesvorstand. Die Entstehung einer "Linken Plattform" bis zu den Neuwahlen sieht Graber eher skeptisch. Erst bei der letzten Versammlung hätten sich bekennende Linke aus SPÖ- und Grünen-Kreisen und sogar einer der möglichen Spitzenkandidaten, der linke Intellektuelle Leo Gabriel, skeptisch geäußert, die Plattform so schnell organisieren zu können – obwohl durch das "Versagen der SPÖ die Linke geradezu brachliege" . Am Donnerstag gibt es wieder eine KPÖ-Sitzung, dann soll eine Kandidatenliste erstellt werden. Immer optimistisch ist Franz Lair, Frontmann der Christen inTirol. Er sei gerade dabei, die "Christen österreichweit" zusammenzutrommeln: "Ich kann nicht zaubern, aber ich hoffe, wir schaffen eine bundesweite Kandidatur."

LIF will Reformen

Alexander Zach, Liberaler, der auf einem Ticket der SPÖ im Nationalrat sitzt, sieht wieder "liberale Zeiten anbrechen". Es gebe bereits Gespräche mit liberalen Ikonen wie Heide Schmidt und Hans Peter Haselsteiner. Derzeit werde "sondiert", sagt Zach. In Telefonaten und E-Mails würde aber deutlich zu einem Antreten des Liberalen Forums gedrängt. "Es braucht wieder eine anständige politische Kultur im Land" , fordert Zach, "nicht nur Populismus von links bis rechts."

Kommendes Wochenende, bei der ersten Präsidiumssitzung, soll über die Wiederbelebung des Liberalen Forums bei Nationalratswahlen diskutiert werden. "Es braucht unbedingt Alternativen zu den handelnden Personen" , gibt sich Zach optimistisch.

Mehr Demokratie im ORF

Der EU-Parlamentarier und erfahrene Wahlkämpfer Hans-Peter Martin ist sich noch nicht sicher, ob er sich im Herbst der Nationalratswahl stellen wird. Martin kritisiert den ORF. Der "Staatssender" habe ihm bei seinem letzten Antreten wenig Zeit und nur einen schlechten Sendeplatz eingeräumt, das sei demokratiepolitisch bedenklich. Sollte aber das "mediale Angebot des ORF diesmal stimmen", dann würde er sich eine Kandidatur überlegen.

Auch der Schauspieler Karlheinz Hackl überlegt eine Kandidatur mit einer eigenen Partei. Er wolle die "Soziale Kultur Österreichs" (SKÖ) ins Leben rufen. Der Plan sei keine unmittelbare Reaktion auf die vorgezogenen Neuwahlen. "Vielleicht bin ich Don Quijote, vielleicht lachen die Leute", sagt Hackl. (DER STANDARD, Printausgabe, 9.7.2008)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 313
1 2 3 4 5 6 7
Dinkhausers politisches Programm:

Ausse aus die Staudn.

Wenn Dinkhauser antreten will,

dann bitte bundesweit.

Tirol allein befriedigt allenfalls seine Eitelkeit. Da er vermutlich in keinem der 5 Wahlkreise ein Grundmandat schafft, wären sämtliche Stimmen für ihn genauso verschwendet wie ungültige oder gar nicht abgegebene.

Auf Bundesebene könnte er die 4% noch eher schaffen.
Vor allem dann, wenn es ihm gelingt, einen guten Teil der reinen Protestwähler von der FP abzuhalten.

Dostojewski lässt Iwan Karamasow in Hinblick auf seinen Vater und seinen Halbbruder Smerdjakov sagen, " eine Bestie bringt die andere um".

Jawollllll,

meine Stimme bekommt er sicher.

Wer ist Dinkhauser?

"Aufmischen" tut der auch schon parteiintern.

Gurgiser hat den nation-weiten Antritt von Dinkhauser bereits öffentlich als "Fehlentscheidung" gebrandmarkt.
Da werden die ckckcks in Innsbruckck wieder nur so fliegen ...

wenn man die giftigen Tiroler Foren liest, hat der Dinki gute Chancen ...

Dank Platter und seinem wundervollen neuen Team noch bessere als vor der Landtagswahl. Das Grundmandat in Tirol wird ihm im vorbeigehen zufliegen, und den Rest besorgt die Wahlarithmetik
:-)

http://tirol.orf.at/stories/291492/
http://tirol.orf.at/stories/291326/

Dinkhauser wird von der Kronen-Zeitung schon gehätschelt ("Hecht im Karpfenteich")

Toll: Faymann, Dinkhauser, Martin und Strache mithilfe der KZ gegen VP und Grüne.

Gute Nacht, Österreich.

Ich würde Dinkhauser in Betracht ziehen, denn ..´wählbar scheint sonst für mich nichts. my state of fact. In Zeiten der absoluten Politdiversifiziereung und nicht zuletzt damit eingetretenen nach - unten - Nivellierung scheint das eine praktikables Alternative darzustellen. Schaden entsteht sicher keiner ..

der Schaden liegt in einem Zeitverlust von 5 Jahren für die Bewältigung der anstehenden Probleme,

- aber das ist eben die übliche Folgewirkung, wenn Populisten an die Macht gewählt werden.

.. weil wir der Zeit so weiit voraus geeilt sind ..

Wieder nix dabei.....

Ich bin schon lange ein Freund des Vorschlags endlich die Möglichkeit "keiner der Obigen" auf einem Wahlzettel ankreuzen zu können. Die Stimmen werden wie ein weiterer Bewerber gezählt und entsprechend viele Sitze in einem Gremium bleiben frei. Bei Abstimmungen muß aber trotzdem eine Mehrheit der Sitze erreicht werden.
Ein Beispiel:
Eine Versammlung hat 50 Sitze. Bei der Wahl entscheiden sich 10% der Wähler für "keiner der Obigen" damit bleiben fünf Sitze leer. Für einen gültigen Beschluss braucht es aber 26 Stimmen (einen mehr als 50%). Für den Fall, daß mehr als 50% der Wähler "keiner der Obigen" wählen und das Gremium Beschlussunfähig wird, muß die Wahl wiederholt werden, wobei, keiner der bisherigen Kandidaten antreten darf.

Alle Achtung! Schon lang keinen so guten Vorschlag mehr gehört! Wahre Demokratie!

Ich glaube nicht,

dass Dinkhauser außerhalb Tirols nur eine einzige Stimme bekommt.

Dinkhauser ist mit seinem Akzent (und seinem nicht vorhandenen Programm) nichts anderes als eine
"Gscherte Ruabn".

Ganz im Gegenteil

Er hat echte Chancen, auch österreichweit, und würde sowohl Stimmen der Nichtwähler, wie aus dem schwarzen, roten, grünen und blauen Bereich abfischen. Daher die Hysterie der Etablierten.
Dinkhauser hat Ausstrahlung, ist sympathisch und vertritt, wie ich mich life bei der Diskussion im ORF gegen Bures überzeugen konnte, unterstützenswerte Standpunkte. Jedenfalls ist er als Arbeitnehmervertreter glaubwürdiger als Faymann und Molterer gemeinsam. Der eine ein glatter Apparatschik, der andere ein bäuerlicher Interessenvertreter ohne Ausstrahlung. Überdies Wahlverlierer im Jahre 2006.

Schon vegessen -

Dinkhauser ist selbst ein (gescheiterter) AK-Apparatschik, wenn auch sinnigerweise von der schwarzen Fraktion. Hat er eine Kopftransplantation hinter sich, weil man ihm in seinen reifen Jahren urplötzlich den parteifernen Robin Hood abkaufen soll ?

der selbsternannte "Messias" hat nur Schlagworte und leere Phrasen - aber das wirkungsvoll!!

ganz im gegensatz zu einem Strache oder Westi ...

ich hoffe das Dinkhause der nationalen Partie viele Stimmen wegnehmen wird.

Aber hat der Dinhauser eigentlich mehr als sich selbst, den er auf eine liste schreiben könnte ?

Schon HP Martin musste einsehen, dass für solche Möchtegernpolitiker bei bundesweiten Wahlen nichts zu holen ist.

insbesondere

kann der oder diejenige auch nicht mit der Unterstützung der Krone rechnen. Denn die unterstützt ja diesmal bereits Faymann. Und ohne mediale Unterstützung wird es für so jemanden unmöglich sein die 4 Prozent Hürde zu schaffen. Noch dazu wird auch der ORF dafür sorgen, dass Dinkhauser & Co insgesammt im ganzen Wahlkampf 1 Stunde vorkommen und den Rest tot geschwiegen werden.

also ich halte HPM keinesfalls für einen Möchtegernpolitker. Wenn man sich die Zeit nimmt ihm genau zuzuhören, seine Artikel und Bücher liest dann weis man, dass man es mit blitzgescheiten, integeren und erfahrenen Menschen zu tun hat dem es ein ehrliches Anliegen ist, etwas mehr Ausgleich zu schaffen. Leider kommt er nicht immer so rüber und leider haben gewisse Medien ja auch einen Vernichtungsfeldzug gegen ihn gefahren. Hat sich ALLES als Intrige und falsche Anschuldigungen herausgestellt - aber dass man ihn so brutal vernichten möchte beweist mir, dass man vor ihm Respekt hat und ihn ernst nimmt. Ich würde mich freuen wenn er antritt. Dann wüsste ich, wem ich meine Stimme gebe.

Dinkhauser hat eine Chance

außerhalb Tirols nur dann, wenn er nicht die auf dem Markt verfügbaren Sektierer, Querulanten und Zukurzgekommenen auf die Liste nimmt - was ich angesichts der kurzen Zeit aber befürchte.

Flitter-Konkurrenz für Buchhalter Molterer

Dinkhauser, Faymann und Strache finden jeder auf seine Art mehr soziale Resonanz als Molterer: sie sprechen ohne Hemmungen Sehnsüchte, Illusionen und Ressentiments der Menschen an. Molterer hingegen kann mit Nüchternheit und Seriosität allein nicht punkten.

Mit der Kronen-Zeitung im Rücken können diese Flitterer die VP hinter SP und VP ohne weiteres wieder auf Platz drei verbannen.

Ob das "fair" ist oder "rational"... pah, wer erwartet das von Politik?

Ich sage emotionale Resonanz

statt sozialer Resonanz.

Weder Dinkhauser noch Gurgiser haben etwas gelöst.

Das sind Reagierer und das taugt leider Vielen.

Dinkhauser hat in der Tiroler Tourismuswirtschaft als schwarzer Arbeiterkämmerer zugeschaut wie das Arbeitsrecht gebogen wird. Und Gurgiser, der Fürsprecher der Regionalversorgung als Mittel gegen den LKW Transit, mit dem Transitaufkommen begnet werden soll.

Es sind zwei zwei Kurzsichtige - was bei lokalen Themen nicht immer schlecht sein kann, aber überregional und bundespolitisch sind es Scharlatane, die mit Emotionen und Sehnsüchten vieler Menschen "spielen".

Sie sind keine politische Antwort, weil sie keine haben.

Arbeitsrecht gebogen - so - eigene Erfahrung?
Oder ist das europaweites (globales) Problem?

Wenn man globale Lösungen sucht, können die ´Rebellen vom Liang - Sahn - Po tatsächlich mehr Aufgehobenheit vermitteln.

Lang - oder Kurzsicht sind nicht das Thema, aber Politijkverdrossenheit ob der arrivierten Kräfte, die keine (Kräfte) sind

Niemand sucht eine "politische Antwort", aber eine Antwort!

Posting 1 bis 25 von 313
1 2 3 4 5 6 7

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.