Platters Integrationspapier hat auch Gutes

von Redaktion  |  29. Juni 2008, 13:28

Einige Punkte der "Integrationsstrategie" wurden schon vor Jahren vom MigrantInnenverein M-Media formuliert

Platters Integrationsstrategie hat auch gute Ansätze im Medienbereich - Ethnische Medien werden jedoch kaum berücksichtigt. Von Simon Inou*

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Diese Woche stellte Platter "seine" umstrittene Strategie zu Integration in Österreich vor. Das 34 Seiten starke Papier trägt den Titel "Gemeinsam kommen wir zusammen. Die Integrationsstrategie für Österreich" - und wurde lediglich an ausgewählte Institutionen geschickt. Kaum wahrgenommen wurden Selbstorganisationen von Einwanderern in Österreich. Im Bereich Medien sind dennoch einige Formulierungen zu begrüßen. Die Rolle der ethnischen Medien bleibt aber unberücksichtigt.

Unter dem Titel "Medien als Integrationspartner" beschäftigt sich der Punkt 14 mit einer der wichtigsten Säulen der Integration: der Rolle der Medien. Das Kapitel ist weniger als eine Seite lang. Im zweiten Absatz wird die Rolle der Medien deutlich erklärt: "Integration in den Medien verfolgt das Ziel, alle Menschen in Österreich anzusprechen. (...) Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird aufgerufen, den Dialog der Kulturen voranzutreiben und das friedliche Miteinander zu fördern". Hier einige Punkte, die von M-MEDIA vor drei Jahren in verschiedensten Artikeln formuliert wurden, die nun im Kapitel Medien zu finden sind.

  • Personalpolitik und Ausbildung

    Eine der wichtigsten Punkte ist die Förderung ethnischer Vielfalt in den österreichischen Mainstream-Redaktionen. Sie kann nur auf der Ebene der Ausbildung und der Personalpolitik jedes Mediums stattfinden. Seit Jahren fördern M-MEDIA eine gezielte Rekrutierung und Ausbildung von JournalistInnen mit Migrationshintergrund, damit durch die sichtbaren Seiten der Medien auch die Gesellschaft widergespiegelt wird.

  • Finanzierung

    Eine "Affirmative Action" im Bereich Medien ist notwendig. Seit Jahren betonen wir, dass die Integrationsbemühungen der Medien bei der Vergabe der Presseförderung auch als Kriterium gelten sollen. Einwanderer in Österreich zahlen auch regelmäßig Rundfunkgebühren. Der öffentlich-rechtliche ORF sowie die Wiener Zeitung - Zeitung der Republik Österreich - sollten in diesem Bereich eine führende Rolle einnehmen. Was bis heute nur im ORF mit der ghettoisierten Sendung Heimat-Fremde-Heimat geschieht.

  • JournalistInnen und deren Medien auszeichnen

    Der letzte Punkt im Medienteil will "durch einen Österreichischen Medienpreis für Integration" herausragende journalistische Leistungen auf dem Gebiet der Integration auszeichnen. Für M-MEDIA ein wichtiges Signal. Es gibt im Medienbereich in Österreich mehrere Auszeichnungen - außer im Migrationsbereich. Im November diesen Jahres vergeben M-MEDIA und eine renommierte Institution für JournalistInnen einen Medienpreis, allerdings für JournalistInnen mit Migrationshintergrund, die in ihrer Muttersprache für in Österreich erscheinende Medien tätig sind. Weil wir der Meinung sind, dass die Sprache keine Grenze darstellen soll, wenn es sich um gute Medienbeiträge handelt.

    Was uns in der Integrationstrategie jedoch fehlt, ist die Erwähnung der Muttersprache von Einwanderern. Die Wirtschaftskammer hat sich schon positioniert in dem sie auf die Wichtigkeit der Muttersprache aufmerksam macht.

    Eine Integrationsstrategie ohne Berücksichtigung der Muttersprache wäre für M-MEDIA fehl am Platz. Für uns ist die Muttersprache eine Bereicherung für die neue Heimat und zählt auch als mitgebrachte Qualifikation. In Österreich gibt es eine sehr aktive und boomende ethnische Medienlandschaft, deren Beiträge in den eigenen Muttersprachen herausgegeben werden. Dass sie eine der wichtigsten Integrationsrollen spielen, bleibt unbestritten. Diese Medien sind Übersetzer der Kultur der neuen Heimat in ihre eigenen Communities in Österreich.

    Keine "Road Show"

    Dass sie nicht einmal berücksichtigt werden, zeigt ganz deutlich den "Top Down-Approach" der Integrationsstrategie Platters. Dieses Papier gilt für eine Selbstorganisation von MigrantInnen wie M-MEDIA nur als eine Diskussionsgrundlage. Denn beim Lesen hat man den Eindruck, dass das Papier schnell formuliert wurde, damit Platter sich von der politischen Bundesbühne verabschieden kann. Der Innenminister hat vergessen, dass es hier nicht um eine "Integrations-Road Show" geht... (derStandard.at, 27.6.2008)

    Zur Person
    Simon Inou ist Obmann von M-MEDIA, dem Verein zur Förderung interkultureller Dialog

    Link
    M-Media
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    Mamale
    30.06.2008 20:00

    Schleim..............spur.

    Eine Kreatur
    30.06.2008 17:48
    eigenwerbung

    auf kosten der relativierung eines mehr rechtsaußen als rechts stehenden ex-innenministers?

    "integration in den medien .." .. es gibt im orf seit jahren eine sendung "heimat, fremde heimat" .. also "ansätze" für eine integration in den medien gab es bereits schon sehr lange vor platter ..
    österreich entwickelt sich nicht weiter und wer nicht erkennt, was floskeln und leere phrasen sind, sollte sich jemand suchen, der einem hilft, sich davon nicht einlullen zu lassen und zwanghaft "gutes" zu finden ..

    österreich war vor längerer zeit in sachen integration und zuwanderung im vergleich zu heute schon jahre voraus ..

    Eine Kreatur
    30.06.2008 17:27
    peinliche eigenwerbung ..

    auf kosten der relativierung eines mehr rechtsextremen als rechten ex-innenministers?

    "integration in den medien .." .. es gibt im orf seit jahren eine sendung "heimat, fremde heimat" .. also "ansätze" für eine integration in den medien gab es bereits schon sehr lange vor platter ..
    österreich entwickelt sich nicht weiter und wer nicht erkennt, was floskeln und leere phrasen sind, sollte sich jemand suchen, der einem hilft, sich davon einlullen zu lassen und zwanghaft "gutes" zu finden ..

    österreich war in sachen integration und zuwanderung im vergleich zu heute schon jahre voraus .. jedes jahr stillstand ist in wahrheit ein rückschritt ..

    Shirin Maier
    30.06.2008 11:42
    Sorry, aber als mitgebrachte Qualifikation kann eine Fremdsprache nur dann zählen, wenn auch Deutsch beherrscht wird.

    Eine Kreatur
    30.06.2008 17:47
    so ein unsinn ..

    aber im xenophoben und insularen österreich war das nicht anders zu erwarten ..

    erstens ist jede sprache eine qualifikation, zweitens sind zwei sprachen noch mehr qualifikation .. aber sie haben wohl noch nie was von multinationalen firmen gehört, in denen (unglaublich! auch in österreich!!!) englisch gesprochen wird und deutsch eher unwichtig ist ..

    österreich ist einfach nur mehr peinlich ..

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