Die Wachau prickelt

Redaktion, 23. Juni 2008, 12:08
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    foto: domäne wachau

    Riesling Sekt Terrassen brut 2006
    13,90 € (Ab-Hof-Preis)

    Domäne Wachau
    3601 Dürnstein 107
    domaene-wachau.at

Summerwine 1: Riesling-Sekt brut Terrassen 2006 von der Domäne Wachau

Mit dem Sommer und dem Trinken ist das so eine Sache. Grundsätzlich ist es völlig klar, dass man sich selbst als noch so hartgesottener Weinfan bei Temperaturen von 30 ° plus nicht unbedingt mit schweren Alkohol befassen wird. Allerdings hat bei dem, was man im Großen und Ganzen als Sommer oder Terrassenwein serviert bekommt, in den letzten Jahren auch eine gewisse geschmackliche Eindimensionalität und Phantasielosigkeit Einzug gehalten, da diese Weine in den allermeisten Fällen der Kategorie „weiß, leicht und säuerlich“ zuzuordnen sind. Das ist zwar durchaus in Ordnung. Aber wir sind hier der Meinung, dass zu dem, was bei sommerlichen Temperaturen gut zu trinken ist, etwas mehr gehört, als Weine, die nach dem August in sich selbst zerfallen oder im schlimmsten Fall der Untergruppe von „unreif & extrasäurig“ zuzuordnen sind.

Während der Sommermonate werden hier also unter dem Schlagwort „summerwine“ Getränke vorgestellt, die das klassische Spektrum von weiß, leicht und säuerlich erweitern mögen. Auch Haltbarkeit kann dabei eine Rolle spielen: Denn wer sagt, dass man Sommerweine im September unbedingt ausleeren muss, sollte man es verabsäumt haben sie zu trinken. So ist auch die erfrischende Wirkung von Kohlensäure, in Wein gelöst, ist bei höheren Temperaturen keinesfalls zu unterschätzen. Dazu kommt, dass Schaumweine auch selten hoch im Alkohol sind, da man dabei von einem nicht allzu alkoholkräftigen, säuerlichen Grundwein ausgeht.

Riesling Sekt Terrassen brut Terrassen 2006 der Domäne Wachau, kürzlich präsentiert, ist diesbezüglich schwer empfehlenswert: extra frisch, feines Prickeln, „kühler“ Charakter, zarte mineralische Anklänge und intensive, klare Aromen nach weißen Pfirsichen bei höchster Ausgewogenheit und Eleganz. Der Riesling-Sekt der Domäne Wachau (vormals übrigens Freie Weingärtner Wachau) ist ein äußerst gelungenes Erstlingswerk: Wenn eine Rebsorte draufsteht, darf man sich durchaus den Rebsortencharakter erwarten, die er mit seinem feinen Pfirsich-Aromen und auch der Mineralität hat. Brut bedeutet in der Sekt-Sprache „trocken“, in diesem Fall hier etwa die Hälfte des gesetzlich erlaubten Maximalwertes von 15 g/l Restsüße, die sich in der feinen Balance zeigt.

Der Riesling-Sekt wurde per „traditioneller Methode“ hergestellt: D.h. die Kohlensäure kommt bei einer zweiten Gärung in der Flasche in den Wein und wird nicht, wie in anderen Verfahren, im Großtank „eingeblasen“. Und er lagerte etwa 15 Monate auf der Hefe, was die feine, kompakte Perlage erklärt. Fazit: vergnügliches Trinken, Wohlgeschmack nicht nur als Aperitif, sondern auch zu Fisch oder Weichkäse. Und sehr viel Wachau in sprudelnder Form, auch wenn man das Weinbaugebiet vor allem mit Stillweinen in Verbindung bringt. (Luzia Schrampf)

  • Glückliche Fügung [12]

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  • Weine aus dem "Härtetest“

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  • Zwischen Trentino und der Maremma [40]

    TitelbildElisabetta Foradori macht in beiden Gebieten unterschiedliche Weine, deren gemeinsamer Nenner die Eigenständigkeit der jeweiligen Stile ist

  • Burgenland Youngsters von Norden nach Süden... [6]

    TitelbildDrei Highlights aus der Präsentation "Burgenland Jahrgang 2007" am Montag im Museumsquartier zu Wien

  • Inszenierungen der Weinseligkeit [9]

    TitelbildDer Rebensaft spielt in der niederösterreichischen Landespolitik eine tragende Rolle

  • Diven aus dem Süden [25]

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  • Plädoyer für Weißburgunder [67]

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    TitelbildDass frische Jungweine nicht unbedingt ein Ablaufdatum innerhalb einer Drei-Monats-Frist haben müssen, zeigt Günter Triebaumers „Weiße Trie“ 2007

  • Frühling vorgezogen [5]

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  • Lieben Sie "klassik"? [3]

    TitelbildZweigelt classic von Philipp Grassl ist typisch für Klassik-Rotweine

  • Ein würdiger Solist [78]

    TitelbildVeltliner-Leben außerhalb von Weinviertel DAC - Grüner Veltliner Goldjoch 2006 von Roman Pfaffl

sonnenschein76
00
25.6.2008, 08:19
auf der vievinum....

habe ich diesen sekt verkostet und war sehr positiv überrascht....schöne rieslingfrucht und tolle mineralik....die domäne wachau hatte bei dieser verkostung die für mich mit abstand beste serie der wachauer winzer....da hat so mancher "grosser starwinzer" blass daneben ausgesehen.....

Michael Pronay
 
00
24.6.2008, 18:53
Beim Tankgärverfahren ...

... wird mitnichten Kohlensäure in den Grundwein "eingeblasen", sondern es erfolgt einer zweite Gärung eben im Tank, nicht in der Flasche.

Schaumweine mit zugesetzter Kohlensäure müssen im übrigen auch als solche bezeichnet werden. Ich persönlich kenne keinen, wohl aber Perlweine mit zugesetztem CO2 — die im übrigen nicht einmal schlecht sein müssen, ganz im Gegenteil: Ewald Gruber macht einen ganz hervorragenden Grünen-Veltliner-Frizzante unter dem Namen "punktGenau".

Florian Holzer
00
28.6.2008, 10:56

kann man durch kohlensäure-versetzung überhaupt mehr als 2,5 bar zusammen kriegen? glaub nicht, oder?

Michael Pronay
 
00
10.11.2008, 14:10
Ja, kann man tatsächlich ...

... und ich hab' vor kurzem den ersten gesehen, bei SPAR-Schuster in Texing im NÖ. Alpenvorland unweit Mank (übrigens tolle Weinauswahl für die Gegend!): Rosé-Schaumwein mit zugesetztem CO2 von Leo Hillinger (Jois).

Neusiedler Siedler
00
28.6.2008, 13:15
Technisch

können Sie in einem Drucktank praktisch beliebige CO2 Drücke einblasen.

Beim Füllen kommen aber die Probleme, dass die billligen Schaumweinflaschen keine hohen Drücke aushalten können - da müsste dann in die deutlich teureren schweren Champagnerflaschentypen gefüllt werden, was den Kostenrahmen dieser biligen Schaumweine sprengen würde. Das ist die Theorie.

Der Gesetzgeber hat aber ganz bewusst den CO2 Druck begrenzt, um die billigen Schaumweine von den "Flaschengärungen" abzugrenzen.

Da die CO2 Bindung in dem Wein aber minimal ist, entgasen die Weine dementsprechend schnell. Das Kennzeichen dieser Schaumweine sind halt die grossen Blasen und dadurch bedingt, das Fehlen des feinen Mousseux.

Neusiedler Siedler
00
24.6.2008, 12:44
So sehr ich die guten Rieslingsekte mag...

...

aber die Wachau sollte bei ihren Stillweinen bleiben. Winzersekte gibt es genügend aus anderen Gegenden und an die wirklich guten "Schaumweine" kommen sie sowieso nicht heran.

Aleksandr
00
24.6.2008, 14:11
Schilchersekt und Uhudlersekt - überaus erfrischend!

con_leggerezza
00
23.6.2008, 12:18
Goldeck

dry oder extra dry
je nach Angebot 3 - 4 Flaschen um den Preis
ist sommerlich viel sinnvoller!
"champagnoise"

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