Summerwine 1: Riesling-Sekt brut Terrassen 2006 von der Domäne Wachau
Mit dem Sommer und dem Trinken ist das so eine Sache. Grundsätzlich ist es völlig klar, dass man sich selbst als noch so hartgesottener Weinfan bei Temperaturen von 30 ° plus nicht unbedingt mit schweren Alkohol befassen wird. Allerdings hat bei dem, was man im Großen und Ganzen als Sommer oder Terrassenwein serviert bekommt, in den letzten Jahren auch eine gewisse geschmackliche Eindimensionalität und Phantasielosigkeit Einzug gehalten, da diese Weine in den allermeisten Fällen der Kategorie „weiß, leicht und säuerlich“ zuzuordnen sind. Das ist zwar durchaus in Ordnung. Aber wir sind hier der Meinung, dass zu dem, was bei sommerlichen Temperaturen gut zu trinken ist, etwas mehr gehört, als Weine, die nach dem August in sich selbst zerfallen oder im schlimmsten Fall der Untergruppe von „unreif & extrasäurig“ zuzuordnen sind.
Während der Sommermonate werden hier also unter dem Schlagwort „summerwine“ Getränke vorgestellt, die das klassische Spektrum von weiß, leicht und säuerlich erweitern mögen. Auch Haltbarkeit kann dabei eine Rolle spielen: Denn wer sagt, dass man Sommerweine im September unbedingt ausleeren muss, sollte man es verabsäumt haben sie zu trinken. So ist auch die erfrischende Wirkung von Kohlensäure, in Wein gelöst, ist bei höheren Temperaturen keinesfalls zu unterschätzen. Dazu kommt, dass Schaumweine auch selten hoch im Alkohol sind, da man dabei von einem nicht allzu alkoholkräftigen, säuerlichen Grundwein ausgeht.
Riesling Sekt Terrassen brut Terrassen 2006 der Domäne Wachau, kürzlich präsentiert, ist diesbezüglich schwer empfehlenswert: extra frisch, feines Prickeln, „kühler“ Charakter, zarte mineralische Anklänge und intensive, klare Aromen nach weißen Pfirsichen bei höchster Ausgewogenheit und Eleganz. Der Riesling-Sekt der Domäne Wachau (vormals übrigens Freie Weingärtner Wachau) ist ein äußerst gelungenes Erstlingswerk: Wenn eine Rebsorte draufsteht, darf man sich durchaus den Rebsortencharakter erwarten, die er mit seinem feinen Pfirsich-Aromen und auch der Mineralität hat. Brut bedeutet in der Sekt-Sprache „trocken“, in diesem Fall hier etwa die Hälfte des gesetzlich erlaubten Maximalwertes von 15 g/l Restsüße, die sich in der feinen Balance zeigt.
Der Riesling-Sekt wurde per „traditioneller Methode“ hergestellt: D.h. die Kohlensäure kommt bei einer zweiten Gärung in der Flasche in den Wein und wird nicht, wie in anderen Verfahren, im Großtank „eingeblasen“. Und er lagerte etwa 15 Monate auf der Hefe, was die feine, kompakte Perlage erklärt. Fazit: vergnügliches Trinken, Wohlgeschmack nicht nur als Aperitif, sondern auch zu Fisch oder Weichkäse. Und sehr viel Wachau in sprudelnder Form, auch wenn man das Weinbaugebiet vor allem mit Stillweinen in Verbindung bringt. (Luzia Schrampf)