150.000 Holländer sind eine Masse Glück und Glut - Ambiente
Aus den Autos hängen orange Schwänze, aus Hosen auch. Bei 30 Dosen im Schatten tragen sie orange Perücken, Hüte, Clownschuhe, Latzhosen, alle singen total happy auf Holländisch. Ein kilometerlanges orangefarbenes Heer wälzt sich zum Stadion, staut sich vor dem Gitter, die Ticketkontrolleure geben auf. Woodstock in Orange, friedlich und flüssig, Bier rein, Bier raus, wo du stehst und gehst, im Inneren des Orangefarbenen hat es 47 Grad, alle überglücklich.
Orange Hünen in den Springbrunnen Basels, orange Missen auf den Bühnen, orange Brückenspringer und Fanzonenschwimmer. Die Basler Polizei fischt orange Fastertrinker aus dem Wasser, selig „Holland!“ singend. Es ist, als wäre die MA 48, zehntausendmal geklont minus Müllwagen, auf einem Betriebsausflug: Einmal im Leben so richtig Mist machen.
Der Supportersclub „Oranje“ hat rund 150.000 Oranjes nach Basel gebracht, die Stadt wankt unter so viel Happyness. Nach dem Spiel sperrt die Polizei trottelhafterweise die Engstellen der Bahnhofseingänge teilweise, der Stau wird gefährlich. Die Schweizer schimpfen, die Oranjes, trotz 1:3 super drauf, fahren heim und nicht nach Wien. Daher wird die Welt nie erfahren, wie das Match der Wiener gegen die holländischen Oranjes ausgegangen wäre.
(DER STANDARD, Printausgabe, Montag, 23. Juni 2008)