Salzburg soll bei 30.000 belassen werden, in Klagenfurt steht ein Teilrückbau zur Diskussion, Tivoli-Neu wird rückgebaut
Wien - Mit dem Ende der EURO-Spiele wurden auch die drei
Österreich-Arenen in Salzburg, Klagenfurt und Innsbruck von der
UEFA
zurückgegeben. Die ursprünglich beschlossenen Rückbauten auf
"Bundesliga-Bedarf" wird es aber ganz offensichtlich nicht überall
geben. Salzburg will unbedingt bei 30.000 Plätzen bleiben, in
Klagenfurt wird heftig über einen "Teilrückbau" diskutiert. Nur in
Innsbruck wird - nicht zuletzt auch wegen des Abstiegs des
FC Wacker
- das Tivoli neu wie geplant wieder auf Ursprungs-Maß verkleinert.
In Salzburg soll das extra für die EURO aufgestockte Stadion Wals
Siezenheim mit seinen gut 30.000 Sitzplätzen trotz des vertraglich
festgeschriebenen Rückbaus auch nach der Europameisterschaft erhalten
bleiben. Es gibt zwar noch den Beschluss der Landesregierung für
einen Rückbau, allerdings habe sich die Regierung inzwischen darauf
verständigt, dass es doch in der jetzigen Größe bestehen bleibe,
erklärte Stadion-Geschäftsführer Alfred Denk. Der Ausbau hat rund 27
Mio. Euro gekostet.
"Ein Schildbürgerstreich"
Knackpunkt war die Verkehrsfrage. "Die EURO war der Test, ob der
Verkehr gut bewältigt werden kann, und wie sich gezeigt hat, war das
mit dem bestehenden Konzept der Fall, so Denk. Landeshauptfrau Gabi
Burgstaller hat sich bereits ähnlich geäußert. Ein Rückbau wäre für
sie und so denkt offensichtlich auch Stadionmieter Red Bull, "ein
Schildbürgerstreich".
Der extra für die EM verlegte Naturrasen wird entfernt, bis
kommenden Mittwoch verschwindet dann auch der Unterbau. Am Donnerstag
werde der Kunstrasen wieder in Schuss gebracht und sei dann ab 27.
Juni wieder bespielbar, so Denk.
Ungewissheit am Wörthersee
Völlig im Unklaren liegt hingegen die Zukunft des extra für die
EURO 2008 neu gebauten, 32.000 Sitzplätze fassenden
Wörthersee-Stadions in Klagenfurt. Zu Beginn des Projektes wurde von
der Stadt beschlossen, die Arena auf 12.000 Plätze zurückzubauen.
Inzwischen ist das nicht mehr so eindeutig. Die Causa dürfte in jedem
Fall eines der Themen im Kärntner Vorwahlkampfgetöse werden. Im
Frühjahr 2009 finden in Österreichs südlichstem Bundesland Landtags-
und Gemeinderatswahlen statt.
Bürgermeister Harald Scheucher (V) will sich vor dem Ende der EURO
(29. Juni) gar nicht festlegen. Aus seiner Sympathie für das
Bestehenbleiben der großen Variante hatte er aber nie ein Hehl
gemacht. Landeshauptmann Jörg Haider (B) will mindestens 18.000
Plätze im Stadion haben. Über die Zukunft der Sportstätte sollte nach
seinen Vorstellungen aber eine Volksbefragung entscheiden.
Die SPÖ, ÖVP und Grüne fordern ein Nachnutzungskonzept sowie die
Berücksichtigung der Anrainerinteressen. Das
Stadion ebenso im jetzigen Zustand belassen will SK-Austria Kärnten
Präsident Mario Canori. Er träumt davon, die Arena drei bis viermal
im Jahr zu füllen.
Innsbruck: Keine Diskussionen
In Innsbruck hat man für die EURO auf 30.772 Zuschauer ausgebaut,
wobei mit der ARGE Porr/Alpine/Mayreder ein Fixbetrag von 30,8
Millionen Euro inklusive Rückbau ausgemacht wurde. Diskussionen über
den Rückbau auf 15.000 bzw. 18.200 (nationale Spiele inkl.
Nordtribüne) Plätze gibt es keine mehr, nachdem Wacker abgestiegen
ist. Der Rückbau startet bereits mit Beginn Juli. Beeinträchtigungen
sollte es nicht geben, weil in der Ersten Liga kaum mit einem vollen
Tivoli gerechnet wird. Womöglich wird die Südtribüne aus
Kostengründen für immer gesperrt. (APA)