Mugabe will nur nach Agrarreform abtreten

Redaktion, 01. Juli 2008 12:33

Staatschef: Das Land muss in den Händen der schwarzen Mehrheit sein

Harare - Eine Woche vor der Präsidentschaftsstichwahl in Simbabwe hat Staatspräsident Robert Gabriel Mugabe angekündigt, dass er nur nach einer umfassenden Agrarreform zugunsten der schwarzen Bevölkerungsmehrheit abtreten werde. Das berichtete die Zeitung "The Herald" am Freitag in Harare. Demnach sagte der Präsident auf einer Veranstaltung seiner Partei Afrikanische Nationalunion von Simbabwe/Patriotische Front (ZANU-PF) in Matabeleland, wenn er sicher sei, dass das Land in den Händen der Schwarzen sei, dann könne er sagen: "Die Arbeit ist vollbracht".

Neuanfang

Der UNO-Sonderbeauftragte Joaquim Chissano, ehemaliger Präsident von Mosambik, verwies unterdessen darauf, dass immer wenn auf Mugabe Druck ausgeübt worden sei, habe sich die Situation nur verschlechtert. "Noch kann ich nicht sagen, ob Mugabe auf sein Amt verzichten wird. Man muss ihm Platz für einen Dialog lassen", sagte Chissano der "Süddeutschen Zeitung". Die Afrikaner und der Rest der Welt müssten darüber wachen, dass die Wahlen friedlich und gerecht ablaufen, und an die Parteien appellieren, das zu respektieren. "Danach muss es einen Neuanfang geben, um die wirtschaftliche Lage zu verbessern. Wir müssen an das Volk denken, das unter der embargoähnlichen Situation leidet." (APA)

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12 Postings
gert poelzl1
21.06.2008 09:47

...und nachdem diee Reform auch in 20 Jahren noch nicht abgeschlossen ist, wird er weitere 20 Jahre Präsident vom Zimbabwe bleiben...

....ausser der stirbt vorher.

Was ja doch das beste wâre. Je schneller um so besser. Vielleicht kann irgendwer dort im Land ein bischen nachhelfen.

Toni Laddorfer
21.06.2008 08:32
Rangordnung der Werte. Die Bedeutung der Rueckga des fruchtbarenbe

Bodens an die schwarze Bevoelkerung wird hier in Europa voellig unterschaetzt. Das ist genau der Grund,der Mbeki in innere Konflikte stuerzt und die Laehmung erklaert, die viele afrikanische Fuehrer befallen hat wenn sie den Menschenrechtsverletzubgen Mogabe's tatenlos zusehen.
Fehlende Rechtsstaatlichkeit und fehlende Eigentumsgarantie werden leider die wirtschaftliche Entwicklung dieses Erdteils noch lange beeintraechtigen.
Aber, es gibt anscheinend hoehere Werte. Herr im eigenen Haus zu sein - scheint einer davon zu sein.

Ein Wort auch zur Mentalitaet vieler weisser Kolonialisten: Deren Lebensanschauung aus welchem Grund auch immer, erinnert sehr oft an die Geisteshaltung die vor dem 2. Weltkrieg hier in EU Unheil brachte...

Mr_Murphy
20.06.2008 23:24
Schon wieder eine Agrarreform?

Eins ist klar: Mugabe will sein Werk, Simbabwe zu ruinieren, vollenden, und noch die aller letzten Fachkräfte, die für Entwicklungsländer unglaublich wichtig sind, vertreiben.

Erinnert mich an einen gewissen Führer, der 1945 alle Fabriken zerstören ließ, um sein Volk zu bestrafen, weil es einen Krieg verloren hat.

Maxim
24.06.2008 01:20

mugabe mit dem menschen zu vergleichen, der damals in braunau geboren wurde (ich umgehen hiermit die ze..ns. .ur von derstandard.at; das "jeder user hat das recht auf freiemeinungsaüßerung" kann ja nur mehr als witz aufgefasst werden, egal welche meinung vertritt), wäre absoluter démence. jedeR historikerIn würde sich auf den kopf greifen.

Ava Tar
20.06.2008 22:15
So blöd sich Mugabe anstellt,

die Landreform ist richtig, sinnvoll, und überfällig.

Simbabwe hat nach wie vor koloniale Strukturen. 1% Weiße besitzen an die 70% der Agrarflächen. Millionen leben in Armut - nicht erst dank Mugabe - und als faktisch rechtlose Landarbeiter in Hütten auf den Plantagen der weißen Großgrundbesitzer.

Simbabwe sollte endlich mal Wohlstand für seine Bevölkerung produzieren und nicht nur weiße Millionärstöchterl für Prinz Harry.

Girgl Galgenstein
26.06.2008 17:30
Gibt es denn noch Weiße im Land?

ihre Informationen scheinen mir ein wenig veraltet. Mugabe hat den größten Teil des Farmlandes längst seinen Kampf- oder Stammesgenossen übereignet. Je mehr sein Landreform voranschritt, desto weniger Ernte wurde eingefahren.
Wenn alles Land verteilt ist, kommt auch nichts mehr auf die Märkte.

George Costanza
24.06.2008 09:13

Sie sind nicht mehr auf dem letzten Stand. Die meisten Farmer wurden schon enteignet. Das Ergebnis ist latenter Nahrungsmittelmangel im ehemaligen Brotkorb der Region.

Aber keine Sorge. Simbabwe ist mit Mugabe auf dem besten Weg ins vorkonialistische "Paradis".

NONE
20.06.2008 17:59

Goodbye Mugabe.

Alles Finten bevor er endlich weg ist von der Macht.

gert poelzl1
20.06.2008 16:42

Mugabe ist eine Plage für das Land.

Chien de Pique
20.06.2008 13:10
Aha. Und wie lange hatte der Gute jetzt schon Zeit

für seine Agrarreform? Über 20 Jahre als Präsident, weitere 7 als Premier (vor der präsidialen Verfassung).

Markus M.
20.06.2008 15:18
Tja, es gibt noch viel Land dort,

dass er an seine Kumpane verteilen kann...

byron sully
20.06.2008 13:07
nur nach einer reform?

also gibt mugabe sein versagen zu? hört, hört...
(denn wenn alles o.k. wäre, wozu dann reformen?)

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