Zu viele Fehler in der Partie zwischen Schweiz und Portugal - Auch für Webb ist Euro nach krassem Irrtum bei AUT vs POL erledigt
Zürich - Die Viertelfinali der EURO 2008 werden auch ohne rot-weiß-roten Referee über die Bühne gehen. Wie für das österreichische Nationalteam war auch für Konrad Plautz nach der Gruppenphase Endstation. Der Tiroler Schiedsrichter pfiff zwei Spiele bei der EM, wird aber kein Match in der Finalphase leiten. Diesen Entschluss teilte die
UEFA am Donnerstag in Zürich mit.
Der Kreis der Schiedsrichter-Teams wurde am Donnerstag von insgesamt zwölf auf acht Trios verkleinert. Auch die Schiedsrichter-Teams aus den Niederlanden (Pieter Vink), Norwegen (Tom Henning Övrebö) und England (Howard Webb) müssen vorzeitig die Heimreise antreten. Webb war beim Spiel zwischen Polen und Österreich ein schwerer Fehler unterlaufen, als der Führungstreffer für die Polen trotz klarer Abseitsposition des Torschützen anerkannt wurde.
Plautz und sein Team haben sich wiederum mit Fehlentscheidungen im Spiel zwischen der Schweiz und Portugal (2:0) selbst der Chance auf die Leitung eines Spiels in der Finalphase beraubt. Der Tiroler ahndete unter anderem ein böses Foul nur mit "Gelb", übersah einen klaren Elfmeter für Portugal und verwehrte einem regulären Tor die Anerkennung wegen angeblichem Abseits. Beim Sieg von Spanien über Russland im ersten Gruppenspiel wurde vom 43-jährigen Tiroler wiederum ein Abseitstreffer von Fabregas zum 4:1-Endstand als "reguläres Tor" anerkannt.
"Ich bin aber nicht traurig. Wir haben zwei schöne Spiele gepfiffen, wenn auch das zweite für uns nicht optimal verlaufen ist. Das Positive überwiegt klar", sagte der Tiroler nach Bekanntwerden der UEFA-Entscheidung. Immerhin ging für Plautz mit der Leitung des Spiels zwischen Russland und Spanien in Innsbruck ein kleiner Traum in Erfüllung: " Ich habe ein EM-Spiel in der Heimat gepfiffen, das ist mir mehr wert als das Finale."
Mit seiner Nominierung in der Finalphase hatte der ÖVP-Politiker wohl auch nicht mehr gerechnet: "Du musst zwei perfekte Spiele abliefern. Unser Pech war, dass wir das zweite nicht optimal erwischt haben."
Der Slowake Michel Lubos wurde mit der Leitung des Viertelfinales zwischen den Niederlanden und Russland am Samstag in Basel betraut. Die Begegnung zwischen Spanien und Italien am Sonntag in Wien leitet der Deutsche Herbert Fandel. Bereits am Mittwoch hatte die UEFA den Schweden Peter Fröjdfeldt für das erste Viertelfinale zwischen Portugal und Deutschland und den Italiener Roberto Rosetti für das Spiel Kroatien gegen die Türkei in Wien nominiert.
Die Spielleiter im Halbfinale und Endspiel werden aus dem Kreis der Viertelfinal-Referees plus den Trios aus der Schweiz (SR Massimo Busacca), Belgien (Frank De Bleeckere), Griechenland (Kyros Vassaras) und Spanien (Manuel Enrique Mejuto Gonzalez) bestimmt. Mit Gonzalez darf auch jener Schiedsrichter vom Halbfinale träumen, der die Trainer Josef Hickersberger und Joachim Löw beim Schlager zwischen Österreich und Deutschland auf die Tribüne verbannt hatte. (APA)