Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Zur Person
Birgit Kapfinger-Bruckner begann 1991 ihre homöopathische Ausbildung während des Medizinstudiums an der Meduni Wien.
Seit 2002 arbeitet sie in ihrer Ordination in NÖ mit den Schwerpunkten Homöopathie und Akupunktur (+Laser- Akupunktur für Kinder)
Zusätzlich betreut Kapfinger onkologische Patienten in der Tagesklinik Gänserndor.
derStandard.at: Eine schulmedizinische Reiseapotheke beinhaltet vorwiegend Medikamente, die im Fall einer Erkrankung eingenommen werden. Wende ich auch Homöopathische Medikamente nach diesem Prinzip an?
Kapfinger-Bruckner: Nein, da ist es natürlich ganz anders, weil die Arzneien nach homöopathischen Regeln verordnet werden müssen. Das heißt es geht nach der Ähnlichkeitsregel. Sie müssen ein Arzneimittel aus der Natur suchen, das dem Beschwerdebild entspricht.
derStandard.at: Worauf muss man achten, wenn man im Urlaub das richtige Medikament selbst auswählen muss?
Kapfinger-Bruckner: Drei Fragen sind von Bedeutung: Erstens, wie fühlt es sich an? Das kann zum Beispiel der Schmerzcharakter sein, brennend, stechend oder ziehend. Zweitens, was ist der Auslöser? Ist es ein kalter Wind, die Sonne oder eine verdorbene Speise. Und dann noch drittens, wie sind die Modalitäten? Das heißt was verbessert beziehungsweise verschlechtert die Beschwerden. Hilft Ruhe, hilft Wärme oder zum Beispiel Kälte. Das ist auch noch wichtig. Das ist vielleicht ungewohnt sich selbst so genau zu beobachten, da wir das aus der Schulmedizin kaum kennen.
derStandard.at: Beispiel Durchfallerkrankungen: Sie gehören zu den häufigsten Reisebeschwerden.
Kapfinger-Bruckner: Der wesentliche Unterschied zur Schulmedizin ist, dass man differenzieren muss. Es gibt nicht ein Mittel das ist Standard ist und stopfend wirkt. Auch bei Durchfall gibt es verschiedene Beschwerdebilder: Wie sieht er aus, sind Krämpfe dabei, was ist die Ursache – Überhitzung oder verdorbenes Essen. Dementsprechend gibt es verschiedene Mittel, die in Frage kommen. Trotzdem muss man sich beschränken. In Summe umfasst eine Reiseapotheke durchschnittlich 30 unterschiedliche Einzelarzneien.
derStandard.at: Das klingt etwas kompliziert. Kann man als Laie diese Differenzierungen tatsächlich vornehmen?
<Kapfinger-Bruckner: Es ist natürlich eine Übungs- und Erfahrungssache. Menschen reagieren individuell und unterschiedlich auf Substanzen. So kann es sein, dass sich bei Husten Phosphor bewährt, oder jemand Pulsatilla braucht.
derStandard.at: Macht es bei all der Individualität überhaupt Sinn eine fertig geschnürte homöopathische Reiseapotheke in den Urlaub mitzunehmen?
Kapfinger-Bruckner: Ja, wenn man die beschriebenen Beschwerden hat auf jeden Fall. Es ist sinnvoll etwas in der Hand zu haben, da es auch klare Indikationen gibt. Wie zum Beispiel für Apis. Das Gift der Biene hilft sicher gegen Bienenstiche. Oder Nux vomica, die Brechnuss: Sie ist ein Muss für alle Arten von Überessen, Überfeiern und Überkonsum, aber auch bei verdorbenen Speisen.
derStandard.at: Verletzungen führen die Liste der Urlaubserkrankungen an. Kann man hier ein eindeutiges Homöopatikum empfehlen?
Kapfinger-Bruckner: Arnika hilft inbesondere bei Verletzungen wie Blutergüsse, Quetschungen, Schwellungen und Verstauchungen. Gegen das Verreißen und Verrenken durch Nässe und Kälte hilft zum Beispiel Rhus toxicodendron. Im Falle einer Quallenverletzung würde ich Urtica Urens empfehlen, das hilft bei Nesselausschlag und Verbrennungen.
derStandard.at: Wann merkt man, ob das selbst verordnete Medikament kein Fehlgriff war?
Kapfinger-Bruckner: Entscheidend ist, ob eine Wirkung eintritt. Stimmt das Mittel hilft es unmittelbar. Das heißt innerhalb von ein bis zwei Stunden. Man nimmt einmal fünf Globuli und wartet danach ab. Hilft es, aber die Beschwerden kommen wieder, dann muss erneut ein Impuls gesetzt werden. Ändern sich die Beschwerden, dann ändert sich das Bild und ich muss auf die Suche nach einem neuen passenden Medikament gehen. Wenn sich bei der ersten Gabe gar nichts tut, dann kann man davon ausgehen, dass das Mittel nicht wirklich gepasst hat. Da muss weiter gesucht werden.
derStandard.at: Können falsch eingenommene Globuli auch eine schädliche Wirkung haben?
Kapfinger-Bruckner: Grundsätzlich nein, weil es dann nur eine Leerinformation darstellt, die nichts bewirken kann. Die einzige Ausnahme ist Hartnäckigkeit: Nehme ich dreimal täglich über drei Tage Medikamente die nicht wirken, dann setzt man viele Reize und man macht ungewollt eine Arzneimittelprüfung durch.
derStandard.at: Was heißt das?
Kapfinger-Bruckner: Das heißt sie entwickeln Arzneisymptome. Sie könnten dann launisch werden, Bauchkrämpfe oder Halsweh bekommen, was auch immer der Wirkbereich des Arzneimittels ist. Sie machen sozusagen eine künstlich provozierte Arzneimittelprüfung durch.
derStandard.at: Kann man vor einer Reise vorbeugend homöopathische Mittel einnehmen?
Kapfinger-Bruckner: Nein, die Homöopathie kennt keine Vorbeugung. Dinge die nicht da sind, sind nicht behandelbar. Sehr wohl ist aber eine Prophylaxe in dem Sinne möglich, dass bestimmte Anfälligkeiten behandelbar sind. Leide ich zum Beispiel immer an einer Reiseverstopfung, dann kann ich, nach einer entsprechenden Anamnese, schon zu Hause damit anfangen entsprechende Globuli zu nehmen. (nia)
Siehe
Wissen - das Prinzip der Homöopathie
Die richtige Dosierung
Die empfohlene Stärke/ Potenz aller angeführten Arzneien ist die C30. Dies ist eine im Akutfall schnell wirkende, kräftige Potenz.
Nach der Einnahme von 5 Kügelchen (Globuli) sollte im Idealfall eine rasche Besserung eintreten.
Läßt die Wirkung nach, kann die Gabe wiederholt werden, wenn das Beschwerdebild noch immer gleich ist.
C30 kann 3mal täglich eingenommen werden. Eine zu häufige Wiederholung ist nicht sinnvoll. Es soll immer die Wirkung einer Gabe abgewartet und ausgeschöpft werden.
Probleme tauchen vor allem auf, wenn Essen und Getränke nicht kühl gelagert werden - Häufig keine gesundheitliche Bedrohung
Tipps für einen gesunden Blutkreislauf
Menschen mit gesundheitlichen Problemen trauen sich Reisen oft nicht mehr zu - Auf Kreuzfahrtschiffen hat man sich auf diese Zielgruppe spezialisiert
Urlaub ohne Startschwierigkeiten: Was Reisende wissen sollten und wie einer Thrombose effektiv vorgebeugt werden kann
Erfolgt die Neigung der Wagen synchron mit der kurvenbedingten Seitwärtsbeschleunigung, dann fühlen sich die Passagiere wohl
Aber offenbar wieder verschwunden - Bisher keine "exotischen" Stechmücken gefunden
Reiseversicherung und Informationen schützen - Kranksein im Ausland kann trotz E-Card teuer werden
Besuchen Migranten die "alte" Heimat, haben sie oft ein erhöhtes Risiko, sich mit Krankheiten anzustecken
Warum sollen Fernreisende in der Dritten Welt keinen Salat essen? - Um eine Amöbenruhr zu vermeiden
Dialysestationen auf Kreuzfahrtschiffen machen aus Langzeitpatienten temporär Weltreisende
Nicht alle Reiseanbieter im Netz warnen eindringlich genug - Einnahme von Medikamenten schützt vor Infektion
Europäer exportieren Masern nach Amerika
Technologien seien unausgereift, zu den Auswirkungen auf den Organismus gebe es derzeit keine wissenschaftlichen Daten
Zwecks Malaria-Vorbeugung simuliert ein Gerät menschliche Ausdünstungen
Medizintourismus ist ein Milliardengeschäft - Was Menschen in Spitäler im Ausland treibt, und welche Dynamik dadurch entsteht
Wer jedoch Fahrten über hunderte von Kilometer ohne Pausen abspult, spielt mit dem Leben, warnt der ARBÖ und gibt Tipps für richtiges Pausieren.
Eine Lebererkrankung verursacht keine Schmerzen - Impfungen schützen vor Hepatitis A, B und D
Die Zusammenstellung der perfekten Reiseapotheke ist eine Herausforderung - Arzt und Apotheker helfen
Urlaub sollte vor allem der Erholung dienen - Ein paar Anregungen, um die Seele baumeln zu lassen
Die Hälfte aller Österreicher fürchtet sich vor gesundheitlichen Problemen im Urlaub - Hausmittel und Tipps gegen Reisewidrigkeiten
Nichts wie weg. Die Ferien sind da. Die Wiener Apothekerin Maria Kosch gibt Ratschläge, was alles in eine gut sortierte Reiseapotheke gehört
Die wichtigsten Tipps für Ausflüge unter Wasser und welche Fehler vermieden werden sollten
so lange geholfen wird.
wer heilt hat recht. sagte schon paracelsus.
übrigens diejenigen, die ich kenne die edelsteintherapie etc. machen, sind lauter leute, die erst schulmedizin studiert haben, dann psychologie und weil beides nicht den erfolg gebracht hat, den sie sich gewünscht hätten, zu solchen alternativen methoden gekommen sind und nun höchst erfolgreich damit arbeiten.
ist bei homöopathen und TCM-ärzten nichts anderes. diese MÜSSEN bei uns schulmedizin studieren, was ich auch für wichtig und gut halte.
man sollte immer bedenken, dass alle menschen verschieden sind. kennt ein arzt mehr heilmethoden als ein anderer, hat er mehr chancen, den verschiedenen menschen zu helfen.
Der beliebteste Spruch der Quacksalber übergeht das eigentliche Problem nonchalant: Wer oder was hat denn wirklich geheilt? Jeder Mensch macht dutzende Erkrankungen in seinem Leben durch, die alle (meistens) von selber verschwinden - mit denen ist der Körper klar gekommen. Quacksalber nehmen nun ihn Anspruch, dass sie das gewesen seien, weil sie gerade daneben standen und Wirkungsloses verabreicht haben.
Die zweite Frage wäre: Wenn jemand tatsächlich heilt: Wie oft gelingt es ihm durchschnittlich?
Die dritte Frage wäre: Was versteht man unter Heilung? Bei den Antroposophen ist das auch gerne mal der Tod.
"das placebo" ist nicht erfunden worden, sondern einfach eine wirkungslose substanz, mit der man vergleichen kann, ob ein heilmittel wirkt oder nicht. ohne diesen vergleich weiß man nämlich gar nichts.
auch wenn man wie in der homöopathie wissen will, welche mittel beim gesunden welche symptome hervorrufen, kann man das nur herausfinden, wenn man gegen placebo prüft. selbst die von ihnen verlinkten studien haben eine placeboeffekt, sprich (vermeintliche) heilerfolge mit placebo, festgestellt. aber da diese placebowirkung äußerst gering ist, ist es eben nicht zu rechtfertigen ein mittel als medizin zu verkaufen, das nachgewiesenermaßen nicht besser wirkt als ein placebo.
Im übrigen haben Sie hier nur bewiesen, dass Sie die Cochrane Review nicht gelesen haben, sonst wüssten Sie dass das "Plazebo" versus "keine Therapie" verglichen wurde.
Wenn Sie den Artikel doch mal zur Hand nehmen würden, könnten Sie etwas sinnvolles dazu abgeben.
Und in kurz, zwischen "keiner Therapie" und "Plazebo" wurde kein Unterschied gefunden. Falls Sie dann noch gesunden Menschenverstand haben, werden sie dann auch zustimmen, dass es kein Plazebo gibt.
Die Details zu objective und subjective können Sie da dann auch nachlesen.
Bitte, beweisen Sie doch dass es Plazebo als Therapie gibt. Sie werden keine wissenschaftliche Studie vorweisen können.
Es GIBT kein placebo als therapie, sondern als kontrolle gegenüber einem heilmittel, und darum geht es, nicht um placebo als therapie. lesen Sie selbst die artikel nochmal! Placebo bestitzt keine WESENTLICHE wirkung, bei großen und "guten" studien mit objektiven beurteilungsmaßstäben fast keine bis gar keine.
wenn Sie jetzt auch nur ein bisschen mitdenken, sollten Sie wissen, was es dann heißt, wenn in studien homöopathische therapien gegen placebo getestet werden, und keine bessere wirkung als das wirkungslose placebo haben.
wieso "kritisch" angesehen? es reicht, die review zu lesen, um das ergebnis zu sehen braucht man nichtmal kritisch an die sache herangehen. lesen Sie die review und was ich geschrieben habe, und Sie werden sehen dass es da keinen widerspruch gibt.
davon abgesehen kapieren Sie doch endlich, dass es völlig irrelevant ist, ob es einen placeboeffekt gibt oder nicht.
homöopathie wirkt nach fast allen studien und metastudien, die es zum thema gibt (sehr viele davon von homöopathischen/komplementärmedizinischen instituten/unternehmen in auftrag gegebeben bzw. durchgeführt), nicht besser als ein wirkungsloses placebo.
Beecherianer sind im Plazeboglauben von 1955 steckengeblieben, und haben keine fundierte Studie, und deshalb ist diese auch die meistzitiert in der Welt.
Beecher verwandelte z.B. flugs absolute Zahlen in Prozente, oder Schnupfen wurde am dritten Tag besser.
Auch ein Cochrane Review der gesamten Literatur erbringt keinerlei stichhaltigen Nachweis einer Plazebowirkung.
Beecherianer glauben aber immer noch.
Beecher HK. The powerful placebo. JAMA. 1955 Dec 24;159(17):1602-6.
Kienle GS, Kiene H. The powerful placebo effect: fact or fiction? J Clin Epidemiol. 1997 Dec;50(12):1311-8.
Hróbjartsson A, Gøtzsche PC. Is the placebo powerless? An analysis of clinical trials comparing placebo with no treatment. NEJM. 2001 May 24;344(21):1594-602.
erinnert mich an meine erfahrungen mit dem tinnitus.
da wurde in studien auch kochsalzlösung an die placebo-patienten gegeben. bis man draufkam: eine einfache blutverdünnung hilft manchmal gegen den tinnitus. das vermutete placebo war also alles andere als ein placebo. ;-)
aber hauptsache, man hat mich mit cortison zugepumpt und die spätfolgen trage ich heute noch.... :-(((((
der tinnitus ging übrigens durch die schulmedizin nicht weg. erst osteopathie und akupunktur haben geholfen.
Beecher HK. The powerful placebo. J Am Med Assoc. 1955 Dec 24;159(17):1602-6.
Kienle GS, Kiene H. The powerful placebo effect: fact or fiction? J Clin Epidemiol. 1997 Dec;50(12):1311-8.
Hróbjartsson A, Gøtzsche PC. Is the placebo powerless? An analysis of clinical trials comparing placebo with no treatment. NEJM 2001;344(21):1594-602.
Beecherianer glauben ganz fest an 1955, und dass er schon recht hat mit Plazebo. Deshalb ist es auch der meistzitierte Artikel zu Plazebo.
In 2) kann man nachlesen was er für ein Machwerk produziert hat, z.B. aus ganzen Zahlen flugs Prozente machen etc.
In 3) kann man nachlesen, warum es keinen einzigen stichhaltigen Nachweis zu Plazebo seitdem gibt.
-> 1955 Plazebogläubige!
Fassen wir zusammen: Placebo (= Medikament ohne Wirkstoff) hat allenfalls leichte Effekte (die u.U. aber im richtigen Arzt-Patienten-Setting nutzbar sein können); homöopathische Mittel zeigen Effekte, die in der Größenordnung von Placebogaben liegen(was ja auch einleuchtete, wenn diese bis zur Wirkstofflosigkeit verdünnt worden sind); Medikamente der wissenschaftlich basierten Medizin zeigen in der Regel deutlich über den Placebos liegende Effekte.
Wie kann man daraus nun bitte folgern, dass die wissenschaftliche Medizin "fest an den Placeboeffekt glaube"? Verläßt sich denn nicht gerade die Homöopathie auf die Wirkeffekte, die durch Placebogaben zu erreichen sind???
Hier verwenden Sie wieder "Plazebo" als "Medikament". Wie gesagt, das gibt's nicht. Zwischen keiner Therapie und Plazebo gibt es keinen Unterschied (von dem fraglichen 6.5mm subjective-continuous Effekt abgesehen).
Wo hier nun die Homöopathie im Hintergrundrauschen aufgehen soll, ist Ihnen wahrscheinlich auch nicht klar.
Und Homöopathie ist wissenschaftlich an jedem individuellen Patienten, nach Krankheitsbild. Der n=1 Wissenschaftsansatz, mit Verstehen der Wirkung und Widerholung als Bestätigung ist genauso evidenzbasiert wie die RCTs. Eine RCTs ist auch nur ein Wirksamkeitsnachweis.
Zusammengefasst: trotz inkompletter Metaanalyse, ein Effekt der Homöopathie der mit "Plazebo" nicht erklärbar ist.
"Zwischen keiner Therapie und Plazebo gibt es keinen Unterschied"
Natürlich gibt es den. Sie erzählen haarstäubenden Unsinn. Das müsste doch sogar Ihnen als Homöopathen einleuchten:Es ist ein riesen Unterschied, ob ich etwas bewusst beobachte (ob an einem selber oder einem Anderen), oder etwas geschieht, was niemand wahrnimmt.
Unser Urteil wird jeweils völlig verschieden sein. Wenn Sie ab morgen auf grüne Autos achten, werden Sie plötzlich feststellen, dass es einen Haufen davon gibt. Wenn man Sie aber fragt, wieviele sie heute gesehen haben, werden Sie sich nicht erinnern. In der Realität gibt es aber deswegen weder mehr noch weniger grüne Autos. Genau darum brauchen wir Doppelblindstudien.
Nehmen wir die relativ aktuelle Meta-Analyse von
Shang et al.; "Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy" Lancet. 2005 Aug 27-Sep 2;366(9487):726-32.:
"INTERPRETATION: Biases are present in placebo-controlled trials of both homoeopathy and conventional medicine. When account was taken for these biases in the analysis, there was weak evidence for a specific effect of homoeopathic remedies, but strong evidence for specific effects of conventional interventions. This finding is compatible with the notion that the clinical effects of homoeopathy are placebo effects."
Hmmmm...
Dazu lesen Sie gerne den Kommentar des Statistikpapstes Vandenbrouke JP. Homoeopathy and “the growth of truth”. Lancet. 2005 Aug 27-Sep 2;366(9487):691-2. Wie schreibt er z.B.: "Evidence does not exist in isolation." Und weiter oben im Forum die Referenz, wo er die randomisierte kontrollierte Doppelblindstudie bereits in Frage stellt, weil die obige Metaanalyse positiv war. Schon interessant.
Alle Links hier:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16125589
Und die Antwort Thurneysen A. Homeopathy. 2006 Jan;95(1):61-2. Open letter to the editor of The Lancet from the Swiss Association of Homoeopathic Physicians (SVHA) mit weiteren Referenzen.
Studien sollen halt von Fachhomöopathen durchgeführt werden die was davon verstehen.
"Evidence does not exist in isolation."
Natürlich nicht. Erstaunlich, wie Sie sich die Dinge zurechtbiegen.
Wenn Sie möchten, fang ich dann auch an, das Forum hier mit Studienzitierungen vollzumüllen.
Bei maximal 750 Zeichen Platz können wir dann hübsche Abende hier verbringen, ohne je ein Argument auszutauschen.
Aber immerhin, ich muss Sie insofern loben, dass sie aus dem Ärmel raus eine der besten Erfindungen des 20. Jhdt, die randomisierte Doppelblindstudie für obsolet erklären. Da braucht es Chuptze. Das stellt Sie auf eine Stufe mit den leider dauernd unterdrückten Erfindern, die das Perpetuum Mobile endlich gefunden haben.
Ja, deshalb finde ich auch, die Diskussion sollte viel offener geführt werden, und viel mehr nach der Wahrheit suchen ohne dem allopathischen Allheitsanspruch. Auch sollten Studien mit Homöopathen nach deren Kriterien durchführt werden.
Doppelblind ist ja ganz gut, aber das meiste was man macht als Therapeut ist Level 4 Evidenz (Expertengremium). So gibt es viele RCTs zu Nebenaspekten, aber die Patientenhauptfragen beruhen auf Konvention, Opinion, und Übereinkunft.
Und seit ich weiss, dass ein RCT nur ein Wirksamkeitsnachweis ist, der mit einer zweiten Studie bestätigt werden muss, ist sowieso der Jäger los. Warum sollen Beweise extern sein? Geht es nicht mit Verstehen viel besser, n=1-Studie und Wiederholung, peer review etc.
"Auch sollten Studien mit Homöopathen nach deren Kriterien durchführt werden."
Siehe z.B. Münchener Kopfschmerzstudie. Im Übrigen liegt es nun mal am Behaupter, Belege vorzubringen. Dazu hatten die H.s bisher 200 Jahre Zeit, und die Veronica Carstens Stiftung z.B. ist beileibe nicht mittellos. Aber was kommt? Nichts. Außer Peinlichkeiten wie in Leipzig oder ein Leerstuhl in der Carité.
Und weil immer nur nichts kommt, machen Sie den Kunstgriff und stellen Placebo in Frage. Eigentlich die ganze Erkenntnistheorie. Kann man tun, nur dazu braucht man ein ganz anderes intellektuelles Kaliber, als Sie hier gerade darbieten. Und nein, ich habe dieses Kaliber auch nicht. Aber ich kenne meine Grenzen. Das ist ebenso wertvoll.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.