Wissen - Das Prinzip der Homöopathie

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    foto: kapfinger

Die Homöopathie ist eine Methode der Ganzheitsmedizin, die Arzneimittel aus dem Tier-, Pflanzen- und Mineralreich verwendet - die Wirkung der verdünnten Einzelpräparate ist umstritten

Die Homöopathie ist eine ärztliche Heilkunst, das heißt in Österreich darf sie nur von schulmedizinisch ausgebildeten Ärzten durchgeführt werden. Sie verwendet Arzneimittel, die aus dem Tier-, Pflanzen- und Mineralreich stammen. Diese werden potenziert. Darunter versteht man verdünnt und verschüttelt. Das Ziel ist es diese zu dynamisieren, das heißt die Wirkung energetisch zu verstärken. Die Homöopathie versteht sich als eine Methode der Ganzheitsmedizin.

Klassische Homöopathie

Die klassische Homöopathie geht auf ihren Begründer Samuel Hahnemann zurück. Seine Lehre ist eine "Medizin der Person", und stellt somit eine individuelle Behandlungsmethode dar. Zur Anwendung gelangen deshalb nur Einzelmittel. Die Unterscheidung zu Komplexmitteln ist wesentlich, da diese nicht nach homöopathischen Regeln, sondern Krankheitsdiagnosen erstellt wurden. Einzelmittel müssen gemäß der Ähnlichkeitsregel genau zu dem Patienten, einem einzigartigen Individuum, passen.

Die Ähnlichkeitsregel

Die Ähnlichkeitsregel besagt, dass eine Arznei am Kranken genau jene Beschwerden heilt, die sie an einem gesunden Menschen hervorruft. Das gilt für den körperlichen, aber auch für den seelisch-geistigen Bereich. Wobei Körper und Seele niemals voneinander getrennt gesehen werden können.

Symptome durch Arzneimittelprüfung

Die Arzneien werden in sogenannten Arzneimittelprüfungen an gesunden Menschen, die probeweise die Substanz eingenommen haben, getestet. Die Symptome, die sie entwickelten, wie auch die Symptome, die wir aus der Toxikologie kennen, helfen uns bei der richtigen Arzneifindung.

Die richtige Arznei finden

Für die Wahl der auf den einzigartigen Menschen zugeschnittenen Arznei ist eine gründliche Anamnese notwendig, also ein ein- bis zweistündiges Gespräch, mit Berücksichtigung der körperlichen, seelischen und konstitutionellen Verfassung, sowie dem familiären und sozialen Umfeld. Das heißt, die gesamte "Lebensgeschichte" wird mit einbezogen. Auch klinische Untersuchung und selbstverständlich eine diagnostische Abklärung (Laborbefunde, Röntgen, Ultraschall, etc.) können erforderlich sein.

Regulationstherapie

Die Homöopathie ist eine Regulationstherapie, das heißt, sie kann helfen aus dem Gleichgewicht geratene Prozesse wieder "ins Lot zu rücken". Gestörte Prozesse sind regulierbar, während jedoch Fehlendes oder Zerstörtes homöopathisch nicht ersetzt werden kann. Hier kann nur ein Fortschreiten eingedämmt werden.

Heilung als Entwicklungs- und Reifungsprozess

Die Homöopathie ist für Menschen aller Altersstufen geeignet, für akute wie chronische Krankheiten, körperlicher und seelischer Natur, als alleinige Behandlungsmethode oder in Kombination mit anderen Verfahren (wie Schulmedizin, Akupunktur, Psychotherapie...)

Die Homöopathie ist ein zutiefst humaner Zugang zum menschlichen Leiden und höchst wirkungsvoll. Ganzheitlich betrachtet ist Heilung ein Entwicklungs- und Reifungsprozess. Die sanften, kleinen und passenden Reize der Homöopathie helfen dabei.

Quelle
Der Text wurde von Birgit Kapfinger-Bruckner zur Verfügung gestellt.
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