Ärzte streiken heute österreichweit

von Redaktion  |  17. Juni 2008, 11:26
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    "Wo ist mein Haus-/Facharzt?": am Montag jedenfalls nicht in seiner Ordination, da streiken die Ärzte gegen die von der Regierung geplante Gesundheitsreform.

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    Ärzte informieren die Bürger bei Protestveranstaltungen über ihre Beweggründe.

15.000 Ordinationen bleiben geschlossen - Ein Notbetrieb sei allerdings gewährleistet, versichern die Ärzte - Ärztekammer-Präsident Dorner versucht zu beruhigen

Ein Notbetrieb sei gewährleistet, versichern die Ärzte vor ihrem Streiktag, und Ärztekammer-Präsident Walter Dorner versucht zu beruhigen: „Kein Patient muss Sorge haben.“ Weitere Protestaktionen sind bereits geplant.

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Wien – „Wir müssen ja streiken“, seufzte die Ordinationshilfe eines Augenarztes im 6. Wiener Gemeindebezirk schon im Vorfeld des Ärztestreiks ins Telefon, um zu erklären, warum am Montag keine Ordination abgehalten wird. Am heutigen Streiktag selbst hat man gar nicht die Gelegenheit, mit Ordinationshilfen zu sprechen. Stattdessen ist auf den Anrufbeantwortern der Arztpraxen folgender Satz zu hören: „Österreichs Ärzte müssen aus Protest heute schließen, damit sie auch in Zukunft noch für Sie offen halten können.“ Ähnliche Erklärungen sind auf den an den Eingangstüren der Praxen aufgeklebten Informationsplakaten zu lesen.

Die Ärzte haben sich auf die Ordinationsschließungen gut vorbereitet. Geht es nach der Ärztekammer (ÄK), halten alle rund 15.000 Ordinationen aus Protest gegen die Gesundheitsreform geschlossen. „Wir nehmen an, dass alle mitmachen“, sagt Martin Stickler, der Sprecher der Ärztekammer, auf Anfrage des Standard, „uns wurde nichts Gegenteiliges mitgeteilt.“

Bei einer Generalversammlung der Ärztekammer Anfang Juni wurde der Beschluss der Ordinationsschließungen einstimmig gefasst. Es streiken nicht nur Hausärzte, sondern auch Fach- und Wahlärzte, nicht aber Zahnärzte.

Um die medizinische Versorgung dennoch sicher zu stellen, wurde ein verstärkter Notbetrieb in allen Bundesländern organisiert. Mit Ausnahme von Wien wird in allen Bundesländern pro Bezirk eine Ordination eines Allgemeinmediziners geöffnet bleiben. Die fachärztliche Betreuung soll im Notfall über die Spitalsambulanzen erfolgen. In Wien können sich Patienten unter der Telefonnummer 141 (Ärztefunkdienst) informieren, wo sie ärztliche Versorgung bekommen. Auch auf den Webseiten der jeweiligen Bundesländer-Ärztekammer sind die Informationen nachzulesen. „Kein Patient muss Sorge haben, im Notfall nicht entsprechend versorgt zu werden“, versicherte der Präsident der Ärztekammer, Walter Dorner.

Müßiggang wollen sich die streikenden Ärzte am Streiktag aber nicht vorwerfen lassen. In den einzelnen Bundesländern finden parallel zum Ordinationsschließtag zahlreiche Veranstaltungen statt: Von Fortbildungsveranstaltungen über Podiumsdiskussionen, Vorsorgechecks bis zu Gesundheitsberatung reicht das Angebot.

Am Dienstag beginnen im Parlament im Sozialausschuss die angekündigten weiterführenden Debatten der Parlamentarier über die Gesundheitsreform. Gut 30 Betroffene und Experten sollen im Hohen Haus ihre Sicht der Dinge darlegen. Insgesamt soll der Ausschuss dreimal tagen: Neben der Sitzung am Dienstag, soll es am 24. Juni ein öffentliches Hearing und am 1. Juli eine weitere Sitzung geben. Ärztekammer-Präsident Walter Dorner setzt in den Sozialausschuss große Hoffnung: Er ist „guter Dinge, dass das Parlament ein anderes Vorgehen wählt“ als die Regierung.

Drastische Maßnahmen

Sollte der Streik nicht die gewünschte Wirkung erzielen, sind weitere Protesttage am 26. und 27. Juni sowie am 7., 8. und 9. Juli geplant. Der niederösterreischische Ärztekammerpräsident Christoph Reisner erklärte aber: „Wir hoffen natürlich, dass diese drastischen Maßnahmen nicht umgesetzt werden müssen und die Regierung zur Vernunft kommt.“ (Rosa Winkler-Hermaden/DER STANDARD, Printausgabe, 16.6.2008)

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EinHausarzt
16.06.2008 21:06
Sie beide

haben nicht die geringste Ahnung, was ein Hausarzt für alte, chronisch Kranke und Behinderte ist, die meist sogar von den eigenen Kindern vergessen worden sind. Wir versorgen solche Leute meist ohne nach dem Honorar zu fragen, da dies den Aufwand nie deckt! In der Ordination schlagen meinen Mmitarbeitern und mir nur Sympathiewellen entgegen, auch was die Ordinationsschleissungen betrifft! Ihre Hasspostings ohne jegliche Argumente zeigen nur, dass Sie nicht die geringste Ahnung vom sozialen Stellenwert eines lebensbegleitenden Hausarztes haben! Damit erübrigt sich aber jegliche Diskussion! Reden wir weiter, wenn Sie chronisch krank sind! Sollte nicht einmal ein Transit-LKW über Sie drüberrollen, wird dies eines Tages der Fall sein!

Dagmar Rehak Infos zum Powerposten | 
17.06.2008 00:42

Ich finz schon irgendwie eine Sauerei, wenn jemand, der eigentlich nur die WIFI-Ausbildung zum Lebens- und Sozialberater machen wollte, ein System missbraucht, so dass er fürs Handihalten von der Allgemeinheit bezahlt wird, damit er die Klienten nicht belasten muss.
Der Arztberuf hat einen gewissen wissenschaftlichen Anspruch. Und wenn sie dem nicht gewachsen sind, lassen Sie es bitte!

Walter Fenz
16.06.2008 21:43
Da kommen einem direkt die Tränen-

vor lauter Selbstmitleid.

Den Job hat man sich freiwillig ausgesucht.....

for_ever rich
16.06.2008 19:33
un-ding

dieser streik ist unmoralisch und undemokratisch.

Med Austria
16.06.2008 23:57
Erklären Sie mir bitte...

diese Ihre Meinung, die für mich nicht nachvollziehbar ist. Wollen Sie damit sagen, dass es unmoralisch ist, sich per Streik gegen Einkommenseinbussen zur Wehr zu setzen (und meinen Sie das z.B. auch zu AUA-Strieks)? Oder gegen den vorprogrammierten Jobverlust? (und hielten Sie das etwa auch den Semperit-Mitarbeitern vor)?

Oder gehören Sie zu diesen Ewigestirgen, von denen Gerhard Hauptmann schreibt,, die den Streik per sen für unmoralisch halten?

Bekennen Sie Farbe oder ich nenne Sie einen polemischen Valoten!

Dante Alighieri
16.06.2008 18:03

"Alle 5 Jahre ein neuer Hausarzt?"

Mein Gegenslogan:

"Lebenslang ein mieser Hausarzt ohne jegliche Qualitätssicherung?"

hot doc
16.06.2008 19:20

was besseres fällt ihnen nicht ein? wenn sie nicht in der lage sind, einen guten hausarzt zu finden, liegts entweder an mangelder flexibilität, oder an nicht erfüllbaren vorstellungen.

sironic -
17.06.2008 13:05
Nicht erfüllbare Vorstellungen?

Also wenn ich hier lese, dass für einen Patienten durchschnittlich 6 Minuten aufgewendet werden (von einem Arzt), dann versteh ich durchaus, dass hier Vorstellungen nicht erfüllt werden.

20% der Ärzte haben einen Kassenvertrag. Sind die besser als die anderen 80%?

Die Diskussion wird hier sehr emotional geführt, meine Fragen gingen aus von einem Unverständnis aus, da in der Ärzteschaft m.E. etwas eingeführt werden soll, was in anderen Bereichen längst da ist... in einer Zeit, wo Qualitätsmanagement, Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle immer größere Bedeutung hat, in einer Zeit, wo finanzielle Unsicherheiten (Finanzierungen, Umsätze, ...) tägliches "Geschäft" sind (sowohl im Arbeitgeber als auch -nehmer-Bereich) ... etc.

Mick_Jagger
16.06.2008 17:48
17 Uhr 47

Streiktag!
Habe heute schon 114 Patienten versorgt und noch eine Stunde offen.

Dagmar Rehak Infos zum Powerposten | 
16.06.2008 18:07

Soll ich auch heute noch vorbeikommen?

EinHausarzt
16.06.2008 19:31
Sie sind ein lächerlicher...

...Möchtegern und haben 100%ig noch keinen Tag als Allgemeinmediziner in einer Ordination verbracht! und was Sie hier von sich geben, ist offensichtliches öffentliches Agitieren wider den eigenen Berufsstand! Wenn Sie sich in die ökonomische Geiselhaft eines tief unmenschlichen Systems begeben wollen, wandern Sie bitte nach Deutschland aus! Dort können Sie Ihre krausen AVZ-Geschäftsideen verwirklichen! Meine, und die meisten anderen österreichischen Patienten wünschen sich, dass unser gutes System so bleibt, wie es ist!

Mick_Jagger
16.06.2008 18:53
OK

ich warte auf Sie.

sironic -
16.06.2008 17:04
Hier wird viel gepostet und nichts/wenig beantwortet

- Der Patient bekommt eine Quitting
... dagegen kamen noch keine Einwände
- Patienten wird der Wirkstoff verschrieben
... soweit ich rauslesen konnte, werden jetzt schon Generika verschrieben und der Arzt kann weiterhin das Medikament verschreiben. Liegts wirklich nur an den Pharma-Präsenten?
- Die Kassenverträge können gekündigt werden
... hier kam das Argument der finanziellen Unsicherheit der Ärzte ... wie die aller anderen Unternehmen. Naja, ich bekomm schwer einen 5-Jahresvertrag mit einem Kunden und schon gar keinen auf Lebenszeit ;-) aber wenn dann mit Kündigungsklausel.
- Es kann Einzelverträge geben.
... der billigere Arzt - so das Argument - ist der schlechtere Arzt???

Med Austria
17.06.2008 00:06
Quittung, Wirkstoff

Eine Quittung ist rechtlich wie streurechtlich ein Nachweis über eine Erbrachte und BEZAHLTE Leistung und muss von beiden Seiten anerkannt werden. NUR wenn der Patient auch zahlt kann er eine QUITTUNG bekommen. http://tinyurl.com/4svmg7

Wirkstoff:http://tinyurl.com/4capaf

Kündigung: Nicht neu, bei mangelnder Qualität oder Fehlverhalten kann der Vertrag bereits jetzt gekündigt werden

Einzelvertrag und 5-Jahres-Rezertifizierung: Hier geht es darum, dass Ärzte zum Einhalten ökonomischer Kriterien, auch zum Nachteil ihrer Patienten gezwungen werden können, wie jetzt schon bei bewilligungspflichtigen Verschreibungen.

Ich hab's ja schon öfters gepostet, aber niemand hört zu.... noch Fragen?

sironic -
17.06.2008 14:07
ad. Qualität / Einzelvertrag und 5 Jahres Vertrag

Links zu einseitigen Websites gibts hier reichlich. Die Quitting ist aber nicht das, was als Hauptgrund für den "Untergang unserer Gesundheitssystems" genannt wird.

D.h. nur wenn Fehlverhalten und mangelnde Qualität nachgewiesen wird - wär doch tragisch, wenn man nur dann den Anbieter wechseln könnte, wenn diese zwei Punkte nachgewiesen werden könnten.

Natürlich wäre es auch für mich schön, mit jedem Kunden einen lebenslangen Vertrag (mir reichte ja ein 5-Jahresvertrag ;-) abschließen zu können, ob ich gut genug bin, kontrolliere ich selbst oder meine Interessensvertretung.

Ist das nicht ein verkehrte Welt?

hot doc
16.06.2008 17:59

es geht um die zerschlagung des sozialen gesundheitssystems und ausbeutung desselben durch die kapitalwirtschaft. sehen sie nach deutschland:
http://www.patient-informiert-sich.de/
http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=2965
das ist der ungeheuerliche hintergrund. lassen sie sich von den hasspostern hier nicht täuschen.
es geht nicht um die privilegien von ärzten, es geht um den zugang zu einer modernen medizin und das recht, sich einen behandelnden arzt zu suchen, bei dem man bleibt.

sironic -
17.06.2008 13:42
Ich hab was gegen Einseitigkeit und in manchen Fällen was gegen Subjektivität

1. Link ist einseitig
2. Link ist subjektiv

JEDER hat was zu jammern an der Gesamtentwicklung (gesellschaftlich, wirtschaftlich, sozial ...) und JEDER kann die eine Position einnehmen und diese vehement vertreten...

Mit gehts nicht um Weiss- oder Schwarzmalerei sondern nur um Verständnis für eine Berufsgruppe, deren Probleme mit den neuen Bestimmungen ich nicht nachvollziehen kann.

hot doc
17.06.2008 21:08

dass man seine arbeit jedem, der sie benötigt, zur verfügung stellen will, ungeachtet seiner einkommensverhältinsse, diese denkungsweise ist ihnen offensichtlich fremd.

sironic -
18.06.2008 08:10
Und was an den neuen Bestimmungen im Krankenversichtungsgesetz sprich DAGEGEN...

dass jeder ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen wird können?

sironic -
17.06.2008 13:09
Warum wird durch Qualitätskontrolle und nicht ewiglich dauernde Verträge unser Gesundheitssystem zerschlagen ...

... und vom bösen (pardon für die Spitzheit dieser Formulierung) kapitalisitischen System ausgebeutet?

Ich seh den Zusammenhang nicht.

Mick_Jagger
16.06.2008 17:10
Eines haben Sie vergessen

Die Kammer verliert Macht = Streikgrund!

sironic -
17.06.2008 13:14
Ist es nur das? Streiken hier nicht Menschen?

Auch wenn Sie wie obig formuliert dieser böse "öffentlich Agitator gegen den eigenen Berufsstand" ;-) sind...
welche Argumente haben Ihre Kollegen (Sie kennen doch sicher welche), warum diese am Streik teilnehmen.

Gehts wirklich nur um das liebe Geld oder sind die hier geäußerten Befürchtungen (schlechteres Gesundheitssystem etc.) berechtigt? Ich möchte hier nicht ein Kampfgeschrei-Posting führen (wie manche hier), sondern reine Aufklärung.

Mick_Jagger
17.06.2008 13:42
Am besten

Sie schauen zu Chat von Präs Dorner, er wird sicher alle Argumente pro Streik erläutern. Ich kann es schlicht nicht nachvollziehen, denn:

Spitalsärzte arbeiten in Österreich 70 – 100 Wochenstunden = kein Streikgrund.
Niedergelassene bekomen 18 Euro für 3 Monate, dafür kommt der Patient so oft er möchte = kein Streikgrund.
Aber wenn die Kammer das Verhandlungsmandat verliert (=Machtverlus!), wird gestreikt mit Härte!
Können Sie das erklären?

sironic -
17.06.2008 13:59
Danke für den Hinweis, aber diese Chats erlauben nie Rückfragen, die die Teilnehmer sicher immer wieder haben angesichts der "Antwortqualitäten" ...

Das kann man überall lesen, was Hr. Dorner meint, sogar seine Gegengesetzesvorschläge.

Ihn nehm ich auch nicht zwingend ernst, er ist reiner Interessensvertreter und sehr lautstark. Es ist aber nicht die Kammer, die streikt, die hat nur aufgerufen und die meisten (1.000 ausgenommen) machen mit.

Und ich hab nicht mal was gegen den Streik an sich, aber nach Durchsicht der Bestimmungen des Krankenversicherungsgesetzes kann ich nichts erkennen, was unser Gesundheitssystem in die Tiefen eines Abgrundes stürzen könnte.

Med Austria
17.06.2008 00:07
Eines vergessen Sie...

Für Poster Mick_Jagger ist es dann nicht mehr schick und spassig, sich als Arzt auszugeben...

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