
"Wo ist mein Haus-/Facharzt?": am Montag jedenfalls nicht in seiner Ordination, da streiken die Ärzte gegen die von der Regierung geplante Gesundheitsreform.

Ärzte informieren die Bürger bei Protestveranstaltungen über ihre Beweggründe.
Wien – „Wir müssen ja streiken“, seufzte die Ordinationshilfe eines Augenarztes im 6. Wiener Gemeindebezirk schon im Vorfeld des Ärztestreiks ins Telefon, um zu erklären, warum am Montag keine Ordination abgehalten wird. Am heutigen Streiktag selbst hat man gar nicht die Gelegenheit, mit Ordinationshilfen zu sprechen. Stattdessen ist auf den Anrufbeantwortern der Arztpraxen folgender Satz zu hören: „Österreichs Ärzte müssen aus Protest heute schließen, damit sie auch in Zukunft noch für Sie offen halten können.“ Ähnliche Erklärungen sind auf den an den Eingangstüren der Praxen aufgeklebten Informationsplakaten zu lesen.
Die Ärzte haben sich auf die Ordinationsschließungen gut vorbereitet. Geht es nach der Ärztekammer (ÄK), halten alle rund 15.000 Ordinationen aus Protest gegen die Gesundheitsreform geschlossen. „Wir nehmen an, dass alle mitmachen“, sagt Martin Stickler, der Sprecher der Ärztekammer, auf Anfrage des Standard, „uns wurde nichts Gegenteiliges mitgeteilt.“
Bei einer Generalversammlung der Ärztekammer Anfang Juni wurde der Beschluss der Ordinationsschließungen einstimmig gefasst. Es streiken nicht nur Hausärzte, sondern auch Fach- und Wahlärzte, nicht aber Zahnärzte.
Um die medizinische Versorgung dennoch sicher zu stellen, wurde ein verstärkter Notbetrieb in allen Bundesländern organisiert. Mit Ausnahme von Wien wird in allen Bundesländern pro Bezirk eine Ordination eines Allgemeinmediziners geöffnet bleiben. Die fachärztliche Betreuung soll im Notfall über die Spitalsambulanzen erfolgen. In Wien können sich Patienten unter der Telefonnummer 141 (Ärztefunkdienst) informieren, wo sie ärztliche Versorgung bekommen. Auch auf den Webseiten der jeweiligen Bundesländer-Ärztekammer sind die Informationen nachzulesen. „Kein Patient muss Sorge haben, im Notfall nicht entsprechend versorgt zu werden“, versicherte der Präsident der Ärztekammer, Walter Dorner.
Müßiggang wollen sich die streikenden Ärzte am Streiktag aber nicht vorwerfen lassen. In den einzelnen Bundesländern finden parallel zum Ordinationsschließtag zahlreiche Veranstaltungen statt: Von Fortbildungsveranstaltungen über Podiumsdiskussionen, Vorsorgechecks bis zu Gesundheitsberatung reicht das Angebot.
Am Dienstag beginnen im Parlament im Sozialausschuss die angekündigten weiterführenden Debatten der Parlamentarier über die Gesundheitsreform. Gut 30 Betroffene und Experten sollen im Hohen Haus ihre Sicht der Dinge darlegen. Insgesamt soll der Ausschuss dreimal tagen: Neben der Sitzung am Dienstag, soll es am 24. Juni ein öffentliches Hearing und am 1. Juli eine weitere Sitzung geben. Ärztekammer-Präsident Walter Dorner setzt in den Sozialausschuss große Hoffnung: Er ist „guter Dinge, dass das Parlament ein anderes Vorgehen wählt“ als die Regierung.
Drastische Maßnahmen
Sollte der Streik nicht die gewünschte Wirkung erzielen, sind weitere Protesttage am 26. und 27. Juni sowie am 7., 8. und 9. Juli geplant. Der niederösterreischische Ärztekammerpräsident Christoph Reisner erklärte aber: „Wir hoffen natürlich, dass diese drastischen Maßnahmen nicht umgesetzt werden müssen und die Regierung zur Vernunft kommt.“ (Rosa Winkler-Hermaden/DER STANDARD, Printausgabe, 16.6.2008)
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haben nicht die geringste Ahnung, was ein Hausarzt für alte, chronisch Kranke und Behinderte ist, die meist sogar von den eigenen Kindern vergessen worden sind. Wir versorgen solche Leute meist ohne nach dem Honorar zu fragen, da dies den Aufwand nie deckt! In der Ordination schlagen meinen Mmitarbeitern und mir nur Sympathiewellen entgegen, auch was die Ordinationsschleissungen betrifft! Ihre Hasspostings ohne jegliche Argumente zeigen nur, dass Sie nicht die geringste Ahnung vom sozialen Stellenwert eines lebensbegleitenden Hausarztes haben! Damit erübrigt sich aber jegliche Diskussion! Reden wir weiter, wenn Sie chronisch krank sind! Sollte nicht einmal ein Transit-LKW über Sie drüberrollen, wird dies eines Tages der Fall sein!
Ich finz schon irgendwie eine Sauerei, wenn jemand, der eigentlich nur die WIFI-Ausbildung zum Lebens- und Sozialberater machen wollte, ein System missbraucht, so dass er fürs Handihalten von der Allgemeinheit bezahlt wird, damit er die Klienten nicht belasten muss.
Der Arztberuf hat einen gewissen wissenschaftlichen Anspruch. Und wenn sie dem nicht gewachsen sind, lassen Sie es bitte!
diese Ihre Meinung, die für mich nicht nachvollziehbar ist. Wollen Sie damit sagen, dass es unmoralisch ist, sich per Streik gegen Einkommenseinbussen zur Wehr zu setzen (und meinen Sie das z.B. auch zu AUA-Strieks)? Oder gegen den vorprogrammierten Jobverlust? (und hielten Sie das etwa auch den Semperit-Mitarbeitern vor)?
Oder gehören Sie zu diesen Ewigestirgen, von denen Gerhard Hauptmann schreibt,, die den Streik per sen für unmoralisch halten?
Bekennen Sie Farbe oder ich nenne Sie einen polemischen Valoten!
Also wenn ich hier lese, dass für einen Patienten durchschnittlich 6 Minuten aufgewendet werden (von einem Arzt), dann versteh ich durchaus, dass hier Vorstellungen nicht erfüllt werden.
20% der Ärzte haben einen Kassenvertrag. Sind die besser als die anderen 80%?
Die Diskussion wird hier sehr emotional geführt, meine Fragen gingen aus von einem Unverständnis aus, da in der Ärzteschaft m.E. etwas eingeführt werden soll, was in anderen Bereichen längst da ist... in einer Zeit, wo Qualitätsmanagement, Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle immer größere Bedeutung hat, in einer Zeit, wo finanzielle Unsicherheiten (Finanzierungen, Umsätze, ...) tägliches "Geschäft" sind (sowohl im Arbeitgeber als auch -nehmer-Bereich) ... etc.
...Möchtegern und haben 100%ig noch keinen Tag als Allgemeinmediziner in einer Ordination verbracht! und was Sie hier von sich geben, ist offensichtliches öffentliches Agitieren wider den eigenen Berufsstand! Wenn Sie sich in die ökonomische Geiselhaft eines tief unmenschlichen Systems begeben wollen, wandern Sie bitte nach Deutschland aus! Dort können Sie Ihre krausen AVZ-Geschäftsideen verwirklichen! Meine, und die meisten anderen österreichischen Patienten wünschen sich, dass unser gutes System so bleibt, wie es ist!
- Der Patient bekommt eine Quitting
... dagegen kamen noch keine Einwände
- Patienten wird der Wirkstoff verschrieben
... soweit ich rauslesen konnte, werden jetzt schon Generika verschrieben und der Arzt kann weiterhin das Medikament verschreiben. Liegts wirklich nur an den Pharma-Präsenten?
- Die Kassenverträge können gekündigt werden
... hier kam das Argument der finanziellen Unsicherheit der Ärzte ... wie die aller anderen Unternehmen. Naja, ich bekomm schwer einen 5-Jahresvertrag mit einem Kunden und schon gar keinen auf Lebenszeit ;-) aber wenn dann mit Kündigungsklausel.
- Es kann Einzelverträge geben.
... der billigere Arzt - so das Argument - ist der schlechtere Arzt???
Eine Quittung ist rechtlich wie streurechtlich ein Nachweis über eine Erbrachte und BEZAHLTE Leistung und muss von beiden Seiten anerkannt werden. NUR wenn der Patient auch zahlt kann er eine QUITTUNG bekommen. http://tinyurl.com/4svmg7
Wirkstoff:http://tinyurl.com/4capaf
Kündigung: Nicht neu, bei mangelnder Qualität oder Fehlverhalten kann der Vertrag bereits jetzt gekündigt werden
Einzelvertrag und 5-Jahres-Rezertifizierung: Hier geht es darum, dass Ärzte zum Einhalten ökonomischer Kriterien, auch zum Nachteil ihrer Patienten gezwungen werden können, wie jetzt schon bei bewilligungspflichtigen Verschreibungen.
Ich hab's ja schon öfters gepostet, aber niemand hört zu.... noch Fragen?
Links zu einseitigen Websites gibts hier reichlich. Die Quitting ist aber nicht das, was als Hauptgrund für den "Untergang unserer Gesundheitssystems" genannt wird.
D.h. nur wenn Fehlverhalten und mangelnde Qualität nachgewiesen wird - wär doch tragisch, wenn man nur dann den Anbieter wechseln könnte, wenn diese zwei Punkte nachgewiesen werden könnten.
Natürlich wäre es auch für mich schön, mit jedem Kunden einen lebenslangen Vertrag (mir reichte ja ein 5-Jahresvertrag ;-) abschließen zu können, ob ich gut genug bin, kontrolliere ich selbst oder meine Interessensvertretung.
Ist das nicht ein verkehrte Welt?
es geht um die zerschlagung des sozialen gesundheitssystems und ausbeutung desselben durch die kapitalwirtschaft. sehen sie nach deutschland:
http://www.patient-informiert-sich.de/
http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=2965
das ist der ungeheuerliche hintergrund. lassen sie sich von den hasspostern hier nicht täuschen.
es geht nicht um die privilegien von ärzten, es geht um den zugang zu einer modernen medizin und das recht, sich einen behandelnden arzt zu suchen, bei dem man bleibt.
1. Link ist einseitig
2. Link ist subjektiv
JEDER hat was zu jammern an der Gesamtentwicklung (gesellschaftlich, wirtschaftlich, sozial ...) und JEDER kann die eine Position einnehmen und diese vehement vertreten...
Mit gehts nicht um Weiss- oder Schwarzmalerei sondern nur um Verständnis für eine Berufsgruppe, deren Probleme mit den neuen Bestimmungen ich nicht nachvollziehen kann.
Auch wenn Sie wie obig formuliert dieser böse "öffentlich Agitator gegen den eigenen Berufsstand" ;-) sind...
welche Argumente haben Ihre Kollegen (Sie kennen doch sicher welche), warum diese am Streik teilnehmen.
Gehts wirklich nur um das liebe Geld oder sind die hier geäußerten Befürchtungen (schlechteres Gesundheitssystem etc.) berechtigt? Ich möchte hier nicht ein Kampfgeschrei-Posting führen (wie manche hier), sondern reine Aufklärung.
Sie schauen zu Chat von Präs Dorner, er wird sicher alle Argumente pro Streik erläutern. Ich kann es schlicht nicht nachvollziehen, denn:
Spitalsärzte arbeiten in Österreich 70 – 100 Wochenstunden = kein Streikgrund.
Niedergelassene bekomen 18 Euro für 3 Monate, dafür kommt der Patient so oft er möchte = kein Streikgrund.
Aber wenn die Kammer das Verhandlungsmandat verliert (=Machtverlus!), wird gestreikt mit Härte!
Können Sie das erklären?
Das kann man überall lesen, was Hr. Dorner meint, sogar seine Gegengesetzesvorschläge.
Ihn nehm ich auch nicht zwingend ernst, er ist reiner Interessensvertreter und sehr lautstark. Es ist aber nicht die Kammer, die streikt, die hat nur aufgerufen und die meisten (1.000 ausgenommen) machen mit.
Und ich hab nicht mal was gegen den Streik an sich, aber nach Durchsicht der Bestimmungen des Krankenversicherungsgesetzes kann ich nichts erkennen, was unser Gesundheitssystem in die Tiefen eines Abgrundes stürzen könnte.
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