Pressestimmen: "Jogi, pass auf"
Redaktion, 13. Juni 2008, 14:07
DEUTSCHLAND:"Bild": "Glücks-Ösis werden gegen uns alles geben. Jogi, pass auf
diese Ösis auf! Ganz Österreich ist narrisch! Österreich schaffte im
Gruppenspiel die Überraschung. Dank eines Elfer-Tores durch "Opa"
Vastic. Ein verdienter Punkt. Denn die Ösis hatten erst viel Pech -
weil Schiri Webb (England) total versagte. Aber die Ösis gaben nie
auf. Die Ösis in der ersten Halbzeit klar besser. Da drehte vor allem
Jung-Stürmer Harnik auf. Der Werder-Profi pfeilschnell und immer da,
wo ein Knipser stehen muss. Aber mit schlechten Nerven. Zweimal
tauchte er allein vor Polen-Keeper Boruc auf, zweimal scheiterte er
kläglich. Auf der linken Außenbahn wirbelte auch gegen die Polen
Korkmaz. Der Neu-Frankfurter flink und trickreich und mit guten
Flanken. Auf den kann sich die Bundesliga freuen. Wird nicht einfach
für Jogi, ihn an die Kette zu legen. Und dann ist da noch "Opa"
Vastic, Liebling der Ösis. Und als Schiri Webb in der Nachspielzeit
endlich den verdienten Elfer pfiff, übernahm er die Verantwortung und
versenkte die Kugel eiskalt. Und plötzlich herrscht bei den Ösis eine
Riesen-Euphorie. Alle glauben plötzlich, dass gegen uns was zu holen
ist.""kicker": "Der Stachel saß tief. Wieder das zweite Gruppenspiel,
wieder gegen den Gastgeber, wieder das späte Gegentor. Jacek
Krzynowek, schon 2006 gegen Deutschland beim legendären 0:1 von
Dortmund dabei, war untröstlich. Und stocksauer auf den
Schiedsrichter. Nervenstarker Vastic. Der Gastgeber der legte los wie
die Feuerwehr, vergab aber zu viele Hochkaräter und wurde dafür
bitter bestraft. In der Folge rannte die Austria lange dem Rückstand
hinterher, konnte dann in der Nachspielzeit doch noch den verdienten
Ausgleich erzielen.""Süddeutsche": "Wien feiert ein Unentschieden. Mit einem Elfmeter
stimmt Ivica Vastic die Österreicher auf das Finale gegen die
Deutschen ein. Alles ist offen, Leidenschaft ist Austrias größter
Trumpf.""Frankfurter Allgemeine": "Oldie Vastic rettet Österreich in
letzter Sekunde. Die immergrüne Hoffnung Ivica Vastic schlägt zu. Nun
ist die Chance noch da auf das Viertelfinale und die die Deutschen
müssen sich für Montag noch mehr Sorgen machen."POLEN:
"Gazeta Wyborcza": "Der Schiedsrichter pfiff einen Elfmeter, den
wohl 99 von 100 Schiedsrichtern nicht gegeben hätten. Und selbst der
an diesem Abend geniale Boruc konnte seine Mannschaft nicht retten.
Zu Beginn der Partie waren die Österreicher eindeutig besser. Polen
blieb im Angriff völlig harmlos und verteidigte sich noch nicht
einmal vernünftig. Es war zunächst ein Spiel Boruc gegen Österreich.""Rzeczpospolita": "Während die erste Hälfte ein Alptraum war, der
von Rogers Tor unterbrochen wurde, wies in der zweiten Hälfte nichts
auf das nahende Unglück hin - bis zur ersten Minute der
Nachspielzeit. Wenn für solche Vergehen immer Strafstöße gegeben
worden wären, dann hätte es in diesem Spiel mindestens drei davon
geben müssen. Boruc rettete uns in vielen Situationen, aber da hatte
er keine Chance. Vastic schoss hervorragend. Das Viertelfinale
versinkt hinter dem Horizont, wohl für immer. Uns bleibt nur die
Hoffnung auf ein Wunder.""Dziennik": "Ein Versager aus England hat uns den Sieg gestohlen.
Das ist ein Skandal! Der Schiedsrichter hat uns betrogen! Bis zur 90.
Minute waren wir im Fußball-Himmel. Aber kurz vor Schluss warf uns
Howard Webb in die Hölle, indem er einen Strafstoß aus dem Hut
zauberte.""Polska": "Dieser Elfmeter war keiner. Der englische
Schiedsrichter Howard Webb hat alles getan, um ihn auf unverschämte
Weise durchzudrücken.""Pilka Nozna": "Ohne den Tormann von Celtic Glasgow hätte Polen
sicher verloren, dazu noch ziemlich hoch. Boruc ging viermal als
Sieger aus einem Duell mit einem Gegenspieler hervor.""Super Express": "Der Schiedsrichter hat uns den Sieg gestohlen.
Das ist ein echtes Drama, an das wir uns noch in Jahren erinnern
werden."KROATIEN:
"Vecernji list": "Ivica Vastic schoss uns definitiv ins
Viertelfinale. Danke Ivica!" "24 sata": "(...) Und dann, damit der Abend noch schöner wird,
noch kroatischer, sicherte uns Ivica Vastic den ersten Platz in der
Gruppe. Dieser Bursche aus Kastel (bei Split/Anm.), dieser
Österreicher von der Adria, drückte mit seinem Penalty in der letzten
Minute Kroatien nach Wien."
"Jutarnji list": "Danke Ivica Vastic!"SCHWEIZ:
"Blick": "Werfen Ösis Deutsche raus? Erst machte uns Österreich
den Titel 'Europameister der Pechvögel' streitig. Doch dann glich der
Co-Veranstalter in der 93. Minute gegen Polen aus. In der ersten
Viertelstunde hatte das Hickersberger-Team Riesenchancen en masse.
Der österreichische Sturmlauf blieb unbelohnt. Und neben Pech war
auch Unvermögen dabei.""Tagesanzeiger": "24 Stunden nach dem Out der Schweiz in der
Nachspielzeit lachte dem anderen EURO-Gastgeber nach der 90. Minute
das Glück. Als sich in Wien alle mit der zweiten vermeidbaren
Niederlage des Gastgeberlandes abgefunden hatten, wurde Sebastian
Prödl im Strafraum niedergerissen. Erst der nicht erwartete 'Lucky
Punch' brachte dann doch noch die Erlösung.""Neue Zürcher Zeitung": "Dank einem Penaltytor in der
Nachspielzeit entging Österreich gegen Polen haarscharf dem Schicksal
von Co-Gastgeber Schweiz. Das 1:1 war gerecht. Schlimm waren die
Leiden des Schweizervolkes am Mittwochabend gewesen - doch nicht
minder grausam waren die Qualen, die Österreich 24 Stunden später
litt, alles ging schief, alles schien vorbei zu sein, bis der
englische Referee Webb in der Nachspielzeit ein Trikot-Zupfen
Lewandowskis mit Elfmeter ahndete.""Basler Zeitung": "Der eingewechselte Vastic erlöste die
österreichischen Fans erst spät. Polen hat dem EM-Gastgeber einen
weiteren Dämpfer versetzt, aber noch ist Österreich nicht verloren.
Die Gastgeber waren sichtlich schockiert von dem überraschenden
irregulären Treffer. Das Offensiv-Feuerwerk war erst einmal
verglüht.""Le matin: "Österreich macht es besser als die Schweiz. Österreich
hat einen bemerkenswerten Start hingelegt und seinen Gegner gleich an
der Gurgel gepackt. In der 92. Minute fiel den Polen der Himmel auf
den Kopf." SPANIEN:
"Marca": "Auferstehung Österreichs. Ein Elfmeter von Vastic
bestrafte das Verhalten der Polen. Die mittellosen Österreicher
schafften am Ende auf heroische Weise den Ausgleich und bewahrten die
Chancen auf das Viertelfinale. Auch wenn dafür ein Wunder notwendig
ist.""As": "Eine aufregende Partie zwischen zwei jener Teams, die bei
dieser Eurocopa recht wenig zeigen. Polen und Österreich sind im
Strafraum beschränkt. Es fehlt ihnen die Torgefährlichkeit. Trotzdem
kreierte Österreich drei Chancen, bei denen ein Stürmer allein vor
Keeper Boruc auftauchte. Wenn Villa drei solche Möglichkeiten
bekommt, macht er vier Tore daraus. Am Ende hatte es Polen in der
Hand, aber ein Elfmeter zerstörte praktisch ihre Chancen auf das
Viertelfinale. Der Schock bei Beenhakker saß tief. Es war aber
gerecht.""El Mundo": "Österreich bleibt am Leben. Dass die Österreicher
aber am Rand des Ausscheidens standen, war der mordsmäßigen Leistung
des Celtic-Tormanns Boruc zu verdanken, der in allen Situationen
'einer gegen einen', die der äußerst hohe Anfangsrhythmus der
Gastgeber bescherte, entscheidend war. Jetzt träumt Österreich schon
von Deutschland.""El Pais": "Ein Held und ein Fußballer. Vastic, wegen der Epik,
und Guerreio, wegen seines Spiels, waren die Protagonisten. Vastic
rettete sein Land in einem Moment, als es bereits die Taschentücher
parat hatte, um seine Tränen zu trocknen. Es war ein sehr komisches
Spiel, nicht wirklich schön, aber interessant. Es war kein Pech, das
Österreich bei seinen Chancen hatte. Das war reine Verschwendung. Die
angeschlagenen Deutschen zu schlagen, scheint zu viel zu sein für ein
Team, dass seine Chancen dank eines einzigen Tors am Leben erhält."PORTUGAL:
"O jogo": "Nicht zu verlieren war ein verdienter Lohn für
Österreich. Das Team von Hickersberger war besser, vor allem in der
ersten Hälfte, vergab aber alle Chancen, die es vorfand. Die hätten
gereicht, die EURO zu gewinnen.SCHWEDEN:
"Aftonbladet": "Das Debakel der Gastnationen war schon perfekt,
Österreich ausgeschieden. Da kam die Rettungsschnur in Form eines
Elfers. Nun leben die Gruppe B und Österreich bis zur letzten
Spielrunde.""Expressen": "Gerettet von einem fragwürdigen Elfer. Hier wird
Ivica Vastic der große Nationalheld Österreichs."NORWEGEN:
"Aftenposten": "Offside-Tor und billiger Elfer. Die EM wurde fast
eine Woche alt bis zur ersten echten Schiedsrichter-Kontroverse. Im
Mittelpunkt: Howard Webb. Jene, die die Premier League verfolgen,
waren wohl kaum überrascht dass gerade ein englisches
Schiedsrichter-Trio das Fiasko-Spiel regelte.TSCHECHIEN:
"Sport": "Erlösung in der Verlängerung. Das war wie ein Krimi! Die
Österreicher paukten wieder wie Pferde. Und in der 93. Minute neige
sich das Glück zu ihnen. Die Österreicher hatten wieder einen Haufen
von Pech bei den Endungen ihrer Aktionen"."Pravo": Der Ex-Präsident Walesa staunte im Zuschauerraum, dass
die Polen-Verteidigung am Anfang durchlaufend wie ein Laubengang in
Zizkov (Prager Stadtviertel mit typischen Laubengang-Häusern, Anm.)
war. Die unbesonnene österreichische Offensive versagte. Und dann kam
Übel."
(APA)