Rücktrittsarmes Österreich

Redaktion, 18. Juni 2008, 16:28

RAU-TV Folge 11: Abtritt nach Versagen ist hierzulande uncool, Wahlergebnisse und Bilanzen sind da zweitrangig

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22 Postings
mike sierra
74
12.6.2008, 15:01
RAU soll mit gutem Beispiel vorangehen,

... und endlich zurücktreten!

Hundeknochen
02
12.6.2008, 13:56
Rau stellt Behautpungen auf

die nicht hinterfragt werden. Nach dem Motto: Die Medien dürfen, ja müssen vereinfachen, weils ja sonst niemand versteht. Rau darf jedem alles an den Kopf werfen, muss selbst dafür nicht einstehen!
Z.B. 90 Millionen Euro Verlust der AUA: Ist Ötsch daran Schuld? Durch eine Fehlentscheidung? Durch dauerende Fehlentscheidungen? Oder gibt es momentan übergeordnete Trends, die Ötsch versucht, irgendwie auszugleichen?
Kann man einem Manager einer deutschen Kohlengrube einen Vorwurf machen, dass er kein Geschäftsmodell gefunden hat, die Jobs der Kumpel zu sichern? Den Manager von Dampflokomotiv-Herstellern?
Ein Teil des Vorwurfs von Rau ist sicher berechtigt, dennoch werfe ich ihm zu starke Einseitigkeit vor!

Sidlo
00
12.6.2008, 12:41
Warum gibts hier nur ein Video

und keinen geschriebenen Text? Kann Video einfach nicht hören, weil ich keinen Lautsprecher habe.

PeterBCK1
 
01
18.6.2008, 11:15
San's froh...

Fred der Prophet
00
17.6.2008, 16:45
Sie haben nichts verseumt.

cesa frontul
03
12.6.2008, 09:14
Fehlendes Unrechtskorrektiv ist karrierefördernd

Personen, denen Scham, Unrechtsempfinden und Verantwortungsgefühl irgendwann verschüttet ging, eignen sich in unserem System hervorragend zur Erreichung hoher Positionen, weil - von Schuldgefühlen verschont - sie lügen können, dass die Balken sich biegen.

Ohne Korrektiv läßt sich's hervorragend intrigieren, manipulieren, blenden, täuschen, einschüchtern, benutzen,...

Interessant empfinde ich, dass wir uns gerade bei Typen wie Els, Gra und Öts dann über deren Reuelosigkeit wundern.
Als Erklärung fällt mir dazu nur tiefenpsychologisches ein.

Im Rahmen meiner Möglichkeiten
01
12.6.2008, 13:17
Ein guter Mensch kann per Definition nur Opfer sein, aber niemals Täter. Das ist eine große Ungerechtigkeit in unserer Welt.

Der gute Mensch hat es schwerer und ist gegenüber dem schlechten Menschen im Nachteil, weil er viel weniger Mittel zur Verfügung hat. Ein schlechter Mensch kann lügen, betrügen, Menschen unterdrücken und ausnützen. Ein guter Mensch hat nicht nur keine dieser unlauteren Mittel zur Verfügung, sondern hat auch aufgrund seines Mitgefühls den Leid des Anderen zu tragen. Ein guter Mensch hilft den Schwachen und Armen <b>im Rahmen seiner Möglichkeiten</b> und hat dadurch viel mehr Last auf seinem Rücken. Es sind die guten Menschen (Herzmenschen) die kapit. Machtsystem die gesamte Arbeit machen,die Bösen verwalten diese Arbeit hauptsächlich in die eigene Tasche. Die gesamte Last hat der gute Mensch zu schultern und Geld kriegt er dafür am wenigsten

PeterBCK1
 
00
18.6.2008, 11:54
Was ist mit Kohlhaas?

Die Aussagen zu "guten" und "bösen" Menschen erreichen nahezu das Ausmaß der Naivität des US-Präsidenten und vieler seiner Wähler.
Zitat:

"Ein guter Mensch sein, ja wer wärs nicht gerne?
Sein Gut den Armen geben, warum nicht?
.....
Doch leider sind auf diesem Sterne eben
die Mittel kärglich und die Menschen roh..."
B.Brecht, Dreigroschenoper

Im Rahmen meiner Möglichkeiten
00
12.6.2008, 13:03
Der Mensch will überleben. Um dies zu begünstigen braucht er andere Menschen. Der Mensch strebt also danach, andere Menschen an sich zu binden.

Ein Mensch mit gutem Charakter kann durch auf Liebe basierenden Zuneigung Menschen an sich binden. Zu guten Menschen ist man einfach so hingezogen ohne direkt etwas Materielles dafür zu bekommen. Ein schlechter Mensch braucht eine hierarchische Machtstruktur, in der er selbst die Macht hat und durch materielle Abhängigkeit Menschen an sich bindet. Diese Machtstruktur kann der schlechte Mensch deshalb aufbauen, weil erstens der Mensch auf eine gewisse Materie (Nahrung, Wohnen, etc…) angewiesen ist und zweitens weil der gute Mensch schlicht nicht nach Macht strebt und sich dadurch ausnützen lässt. Außerdem hat ein guter Mensch einen gewissen Lebenssinn im Herzen, einem schlechten Menschen ist es die Arbeit, die ihm einen Sinn im Leben geben.

Roter Baron
03
12.6.2008, 10:03

hierzulande lügt man nicht
man spricht bestenfalls die unwahrheit
genausowenig
wie man hierzulande die steuer prellt
man schont sie...

roter baron

vox sapien
02
12.6.2008, 08:23
Die Resignation des RAU ist leider unangebracht!

Dass Nichtsnutze es sich mit Beziehungen richten ist bekannt, dass wir als BürgerIn nix zum Mitreden haben auch.

Es ist verwunderlich, dass nicht heftigst mehr direkte Demokratie gefordert wird, oder ein Vetorecht der Bevölkerung, die Gesetze ablehnen kann.

Was gut und was populismus ist wird durch die direkte Demokratie schnell aufgezeigt.

Sabotage des Machtapparates eingeschlossen - wenn man wollte, werter RAU, man könnte eine gerechtere Gesellschaft gestalten - Hindernis ist die Machtgeilheit einer Minderheit.

Danke für TV im derstandard!

man of constant sorrow
14
11.6.2008, 20:29

Lieber Rau,
nicht Politiker und Firmenbosse dieunter keinen Umständen abtreten wollen, leben in einer Scheinwelt. Wir sind es. Wir, die wir ihren Rücktritt fordern, aus kleinlichen, nicht nachvollziehbaren Gründen, wie: Anstand, Selbstkritik, Scham usw. Ganz klar, wir leben in einer Scheinwelt, und es wird lange dauern, bis wir heraus gefunden haben, warum wir immer noch diesen seltsam anmutenden Irrtümern anhängen.
Österreich ist cool und Rücktritt ist uncool. Aber Österreich ist auch noch etwas anderes...

LadyDoolittle
00
17.6.2008, 13:34
aus kleinlichen, nicht nachvollziehbaren Gründen, wie: Anstand, Selbstkritik, Scham

Kleinlich?
nicht nachvollziehbar?

Da haben Sie ganz einfach humanistische Grundwerte verraten oder nie besessen.

Alle drei sind vorzügliche Eigenschaften. Wer damit ausgestattet ist, wird wohl kaum ein Leben in Luxus führen und reich werden.

Für einige Menschen ist nicht "besitzen" der Gott von heute. Altruismus, zum Teil angeboren, wird konsequenz verleugnet oder verdrängt.

Alle positiven Gefühle werden unterdrückt. Handlungen, die früher als amoralisch eingestuft wurden, sind heute früh erlernte Fähigkeiten um Geld, Macht, Besitz bis zur höchsten erreichbaren Grenze zu vermehren.

Der Stress und die zu bewältigender Arbeit läßt Bewertung des eigenen Ichs gar nicht zu.

Hübner
 
00
12.6.2008, 00:07

... das Land nämlich, in dem zufolge einer testamentarischen Verfügung die Werke Thomas Bernhards - er nannte sein Testament 'posthume Emigration' - in Österreich weder nachgedruckt noch aufgeführt oder auch nur rezitiert werden durften.
Unter Hinzuziehung von Bernhard Philologen einigten sich der Alleinerbe Peter Fabian und Verleger Unseld - die von Bernhard eingesetzten Testamentsvollstrecker - Bernhards Testament nicht wortgetreu auszulegen, sondern sich am Sinn des Gemeinten zu orientieren; und das Verbot wurde im Juli 1998 aufgehoben. Weiterhin allerdings gilt Thomas Bernhards Verfügung, dass nach seinem Tod nichts publiziert werden dürfe, was er nicht bereits zu Lebzeiten veröffentlicht hatte.

.MS.
00
11.6.2008, 23:30

und außderdem braucht man ja auch schlechte vorbilder, an denen man lernen kann, wie mans nicht macht.

Rainer Ruby
02
11.6.2008, 19:52
Das war letztens im TV zu sehen

als Fr. Turnher in Richtung ÖVP die sinkenden Umfragewerte des großen Vorsitzenden Molterer ansprach und zur Antwort bekam: 'WIR sind mit ihm und seiner Arbeit sehr zufrieden. Umfragen bedeuten uns garnichts'. Was der Wähler denkt, ist denen sowas von wurscht. Nur, wenns bei der nächsten Wahl nicht so läuft, dann gibts tausend Gründe nur nicht, daß man das falsche Pferd vorm Karren hatte.

Miss Spock
00
12.6.2008, 02:53
Selbst wenn nur 50% wählen....

Dann wird es immer noch einen Sieger und Verlierer geben den die restlichen 50% bestimmen.

Man kann also mit einer Null Stimme nichts bewirken, denn diese fehlende Stimme muß ja nicht bedeuten, das man von den Parteien nichts hält. Bleibt eine Anzahl der Wähler zu Hause die sonst die Partei A gewählt hätten, gewinnt die Partei B eher dazu. Mir ist aber auch klar, das man schon bald nicht mehr weiß wem man wählen soll...

Bei der jetzigen Regierung darf man sich aber nicht wundern, denn jene die mehr Hoffnung in die SPÖ legten, die aber nun mit der ehemals ÖVP Regierung zusammenarbeiten soll... Nehmen wir Bartenstein und Molterer! Wichtiges unterliegt dem ÖVP Einfluss und man weiß ja nicht wer noch von die Verlierer Fäden zieht...

Rainer Ruby
00
12.6.2008, 13:22
Ganz meine Meinung,

darum werde ich die Partei wählen, die zwar nicht unbedingt die stärkste werden kann, den etablierten aber am meisten wehtut. Rache ist süß !

Hübner
 
00
11.6.2008, 18:16

Es ist immer wieder ungut - und in jede Richtung sozusagen - wenn wer, was man von ihm erwartet, von alleine tut. Das muß gesehen werden; aber darauf vergisst man gerne, ja allzugerne. Hinausschmeißen ist doch ordnungsgemäß - schon deswegen, weil es eben so ist, daß, wer immer die Initiative ergreift, schon verloren hat. Nicht?

Ava Tar
00
11.6.2008, 18:02
Ich versteh's, die haben ja keinen Beruf gelernt ;o)

also müssen's uns auf den Senkel gehen, die Unnötigen ;o)

Pacific green sphinx
00
11.6.2008, 17:48
politics are a losing game

oder auf guat österreichisch: der verlierer gewinnt am ende no

coober pedy
00
11.6.2008, 17:22
Pattex ist cool

Compact-sauber-tropft nicht!

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