Wien - Internationale Pressestimmen zu den Sonntag-Partien
der EURO 2008:
"Jutarnji list" (CRO): "Mit einem Elfmetertor gewann Kroatien
gegen Gastgeber Österreich und schrieb schon lange eingeplante drei
Punkte ein. Mit Pressing, viel Laufen und Kämpfen - dafür ist Olic
das größte Symbol - haben unsere das Tor geradezu provoziert. Und mit
Konzentration in der Abwehr haben sie es geschafft, den so wertvollen
und zugleich so minimalen Sieg nach Hause zu bringen.""Vecernji list" (CRO): "Jetzt können wir durchatmen. Kroatien hat
das erste und für viele wichtigste Spiel der EM erfolgreich
absolviert. Kroatien hat dem Gastgeber gezeigt, wer die bessere,
leider nicht aber auch physisch stärkere Mannschaft ist. Das frühe
Tor brachte den Spielern Ruhe. In der zweiten Halbzeit zog sich
Kroatien immer mehr und zu früh zurück. Gegen Ende lebte die
kroatische Abwehr gefährlich. Zum Glück stand auf der anderen Seite
nicht Deutschland oder ein anderes, stärkeres Team.""Sportske novosti" (CRO): "Kroatien kam außerordentlich schwer zum
minimalen Triumph gegen Österreich. Der Beginn war wie im Traum. Am
Ende schaffte es aber das kroatische Team, mit viel Glück drei Punkte
zu holen. Es bleibt zu hoffen, dass Slaven Bilic den Auftritt der
Nationalmannschaft in den nächsten beiden Spielen verbessert, denn
wenn nicht, kann man nur schwer gute Ergebnisse erwarten gegen die
viel ernsthafteren Gegner in der Gruppe.""24sata" (CRO) : Wir haben drei Punkte! Kroatien hat im ersten Spiel
mit viel Mühe in der zweiten Halbzeit die tapfere österreichische
Nationalmannschaft besiegt. Dennoch blieb ein schaler Geschmack auf
der Zunge zurück. Wenn wir uns gegen die limitierten Österreicher 50
Minuten verteidigen müssen, wenn wir in 90 Minuten nur einmal auf das
Tor schießen, dann stimmt definitiv etwas nicht. Und wenn das schon
in den letzten Spielen so war, dann ist es alarmierend. Drei Tage hat
Bilic Zeit, diese Enigma zu lösen."Sportnet.hr" (CRO): "Kroatien hat mit einem Sieg die EM eröffnet
und erwartet nun mit drei Punkten auf dem Konto Deutschland. Das
Spiel war nicht spektakulär, aber der Sieg war wichtig.""Bild" (GER): "Pleite für Elfer-Dösis. Nach vier Minuten war die
EM schon fast vorbei. Für die größte Aufregung sorgte der erste
Flitzer der EM. Mit einer Leistung wie gegen Kroatien hat Österreich
gegen uns und Polen keine Chance. Hickersberger startete mit einer
Vorsichts-Taktik. Folge: Die Ösis mutlos, trostlos, chancenlos."kicker" (GER): "Kroatien gab die Partie unnötig aus der Hand,
verteidigte aber geschickt und siegte gegen spät aufwachende
Österreicher glücklich. Österreichs Team agierte lange, wie es seinem
Naturell entspricht: Zu brav. Will Josef Hickersbergers Team am
Donnerstag gegen Polen bestehen, sind personelle Konsequenzen
Pflicht. Gercaliu erwies sich ebenso als Fehlgriff wie Säumel.
Außerdem müssen die Österreicher ihr Zweikampfverhalten überprüfen:
Naiv, wie Aufhauser den Elfer verschuldete. Schließlich fehlte es an
Durchsetzungsvermögen. Bei einer EURO ist internationale Klasse
gefragt, Robustheit und Esprit. Von allem war zu wenig da.""Blick" (SUI): Dösis wie wir! Ist die EURO für Österreich nach dem
ärgerlichen 0:1 gegen die Kroaten schon vorbei? Dösis verpennten
Start, allen voran Rene Aufhauser.""Berner Zeitung" (SUI): "Als Österreich realisierte, dass die EURO
begonnen hat, führte Kroatien schon 1:0. Die Mannschaft hätte sich
aber schließlich mehr verdient.""Gazzetta dello Sport" (ITA): "Österreich Flop, Modric hat es
leicht. Das Praterduell entscheidet ein junger Mann, von dem wir in
Zukunft noch viel hören werden - Luka Modric.""Corriere dello Sport" (ITA): "Nach der Schweiz brechen auch
Österreichs Erfolgsträume beim Start zusammen. Kroatien verdient den
Sieg. Österreich legt sich eine ganze Halbzeit lang auf das Sofa des
Psychoanalysten, nicht umsonst sind wir in Freuds Heimat: Die
Mannschaft ist lahm, nachdenklich, unbeholfen. Wenn man das
FIFA-Ranking betrachtet, sieht man, dass Österreich auf dem 92. Platz
steht, das wird wohl was heißen.""Tuttosport" (ITA): "Das Talent der Österreicher lässt zu wünschen
übrig.""Repubblica" (ITA): "Österreich ist wirklich ein Aschenputtel.""Marca" (ESP): Wie limitiert die Österreicher sind, zeigte sich,
als sie auf den Ausgleich gehen mussten. Im Bewusstsein ihrer
Überlegenheit und der beschränkten Fähigkeiten der Österreicher
vergaßen die Kroaten in der zweiten Hälfte zu dominieren und das
gegnerische Tor zu suchen. Von Vastic' Schuhen gingen die besten
österreichischen Chancen aus. Von den Österreichern kann man nicht
mehr verlangen, weil sie nicht mehr drauf haben."Nachrichtenagentur EFE (ESP/zitiert in "As"): "Die Gastgeber
verloren unverdient durch einen Penalty. Am Ende zahlte Österreich
für seine Sünden und den fehlenden Spielwitz in der ersten Hälfte.
Aber es wurde klar, dass sie als Gastgeber des Turniers ein gutes
Bild abgeben können.""El Mundo" (ESP): "Kroatien, Penalty und Danke. Zweites Drama für
die Gastgeber-Mannschaft. Kroatien beschränkte sich das Resultat zu
halten, während die Österreicher nicht wussten, wie ihnen geschah.
Die Einwechslung von Korkmaz brachte frischen Wind auf der linken
Seite. Ohne Erfolg. Die ungerechte Niederlage hinterließ aber den
Eindruck, dass die Österreicher eine würdige Rolle bei 'ihrer
Eurocopa' spielen können.""El Pais" (ESP): "Österreich ist ein hermetisches, introvertiertes
und gut entwickeltes Land. Soll heißen, dass es alle Bedingungen
erfüllt, um von der Landkarte des Fußballs zu verschwinden. Rene
Aufhauser, ein Stammspieler in der österreichischen Mannschaft, ist
wie die Mehrheit seiner Kollegen ein Unglücksfall. Dieser Mann wurde
wohl von einer Skischule abgewiesen, ehe er sich dem Ball widmete.
Weil es das Schicksal nicht anders wollte, spielt er in der
österreichschen Nationalmannschaft. Seine Aktion (Elfmeterfoul) glich
einer Sabotage. Die Einwechslung von Korkmaz (gebürtiger Türke) und
Vastic (von der Abstammung Kroate) waren dann wie eine Überraschung.
Sie waren die Besten von Österreich. Allerdings saßen sie eine Stunde
auf der Bank.""Algemeen Dagblad" (NED): "Österreich hätte ein 1:1 verdient, denn
Kroatien war nur die ersten 30 Minuten besser. Diese knappe
Niederlage gibt Österreich aber Hoffnung für die anderen Spiele.""Voetbal International" (NED): "Ein dummes Foul von Aufhauser,
Kroatien enttäuschte.""Gazet van Antwerpen" (BEL): "Österreich hat hart gefightet, aber
zu wenig Stürmer, die Tore machen können.""Sport" (CZE): "Die erste halbe Stunde bestätigte die Auffassung,
dass Österreich, wenn es bei irgendeinem Turnier mitspielen will, es
selbst veranstalten muss.""Pravo" (CZE): "Olic raste in den Strafraum, wo ihn Aufhauser
ungeschickt bis dumm stoppte. Die überraschten Gäste gefährdeten in
der zweiten Häfte Macho praktisch nicht und erst der Abschluss-Pfiff
befreite sie aus der Klemmung.""Mlada fronta Dnes" (CZE): "Die Kroaten gelten als eines der
schwarzen Pferde der EURO, allerdings sollten sie sich verbessern,
damit diese Bezeichnung gerecht ist."