Heimvorteil in der Krise

Redaktion, 4. Juni 2008, 17:27

Laut einer Studie der Uni Dortmund wird es für die Gastgeber immer enger, die Trend­wende setzte Anfang der 1990er Jahre ein

Dortmund - Fußballmannschaften können immer weniger auf den Heimvorteil setzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Mittwoch veröffentlichte Statistik-Studie an der Technischen Universität Dortmund. Die Statistikerin Eva Heinrichs fand in ihrer Diplomarbeit heraus: Ein gewisser Vorteil für Gastgeber ist zwar vorhanden, doch im Vergleich zu den 70er und 80er Jahren wird er immer geringer.

Alle Spiele der 1. Deutschen Bundesliga seit 1963, die Begegnungen der spanischen, italienischen und englischen ersten Ligen seit 1963 sowie die Partien der 2. Bundesliga seit 1974 wurden analysiert. Insgesamt flossen die Ergebnisse von mehr als 71.000 Spielen in die Untersuchung mit dem Titel "Mythos Heimvorteil" ein.

Ging in der 1. Bundesliga bis zur Saison 1987/88 in durchschnittlich 55,8 Prozent aller Spiele die heimische Mannschaft als Sieger vom Platz, sank der Wert danach auf durchschnittlich 47,8 Prozent. In der Bundesliga-Saison 2006/07 fiel er sogar auf 43,8 Prozent. "Das bedeutet, weniger als die Hälfte aller Spiele werden im heimischen Stadion noch gewonnen ­ von Heimvorteil kaum noch eine Spur", stellt Heinrichs fest.

Die 1. und 2. Bundesliga zeigten dabei die gleichen Tendenzen: "Ende der achtziger, Anfang der neunziger Jahre kommt die Trendwende. War bis dahin der Heimvorteil stark ausgeprägt, nimmt seit diesem Zeitpunkt die Bedeutung signifikant ab." Auch auf europäischer Ebene zeigt sich der Trend. "Auswärtssiege, ­treffer und Unentscheiden nehmen zu, Heimsiege und - tore nehmen ab", sagt Heinrichs.

Als Gründe für diese Entwicklung sieht Heinrichs zum einen eine gesunkene Anzahl von Toren pro Spiel. "Waren es in den Anfangszeiten der Bundesliga noch durchschnittlich rund dreieinhalb, fielen in den letzten Jahren deutlich weniger als drei Tore pro Spiel." Gleichzeitig sank die Anzahl der im heimischen Stadion erzielten Treffer, während die Auswärtstreffer annähernd konstant blieben.

"Ein ähnliches Bild gibt es bei den Ergebnissen: weniger Heimsiege, dafür mehr Auswärtssiege und Unentschieden." Für die Statistikerin ist dies ein Beleg dafür, dass die zunehmende Leistungsdichte im Profifußball den Heimvorteil anknabbert. Ob die Ergebnisse auch für Länderspiele gelten, hat Heinrichs nicht untersucht. "Ich vermute aber, dass es sich ähnlich verhält." (APA/dpa)

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11 Postings
takai
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theoretisch hängt oder hängte der heimvorteil nur indirekt von den fans ab...
fusballfelder sind unterschiedlich breit und lang, bewegen sich aber natürlich in einer norm...
je nach breite, bzw länge des feldes, gibt es natürlich ein anderes spielsystem, da sich aber das fussballspiel in den letzten jahren verändert hat, bzw flexibler geworden ist, ist es natürlich leichter geworden, für auswärtsmannschaften, sich auf einen fremden platz leichter zurecht zufinden...

usual suspect
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ein triftiger grund die unfaire (erst recht in iner nachspielzeit)auswärtstorregel abzuschaffen!

stattdessen nur mehr 20 min verlängerung und dann elferschießen.

AlBundyFan
 
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naja - da muß ich entgegnen

der heimvorteil hat vielleicht abgenommen aber er ist immer noch da....es werden immer noch deutlich weniger als 43% auswärtssiege gefeiert-der heimvorteil wäre erst weg, wenn heim-/auswärtssiege sich statistisch die waage halten würden.

außerdem,im gegensatz zu früher, gibt es fast nur noch legionäre denen der klub bei dem sie spielen relativ egal ist....d.h.die eigenen fans sind ihnen nicht mehr so wichtig und geben deshalb nicht mehr den großen extraschub

dr. hugo hugo
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der artikel behandelt ja ausschließlich klubfußball. bei großen länderturnieren trifft das aber sicher nicht zu:

england 1996: halbfinale
frankreich 1998: weltmeister
niederlande 2000: halbfinale
südkorea 2002: halbfinale
portugal 2004: finale
deutschland 2006: halbfinale

ErikDerWikinger
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Österreich 2008: Europameister

Jim de la Papaya
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aber nicht bei uns!

österr. bundesliga 2007/08:

180 spiele
90 heimsiege
52 unentschieden
38 heimniederlagen/auswärtssiege

ergibt: 50% heimsiege!

Ein nitupsaR
 
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So ein Zufall aber auch, daß diese Studie grad jetzt veröffentlicht wird. Die Deutschen müssen sich ja furchtbar ansch...en vor uns. ^^

Aux armes, citoyens
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Oh lala, du hübsches Ding.
Wie hast du dich denn in dieses Forum verirrt?

BUDA1
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vielleicht liegt es auch einfach daran das sich ab den 80igern der transfermarkt erst so richtig entwickelt hat, dh club die sichs leisten konnten kaufen gute spiele und gewinnen auswärts wie daheim, die anderen verlieren daheim!!! statistik ist doch so was schönes aber ich kann einfach nicht den ersten der liga mit dem letzten bezüglich heimvorteil vergleichen!

haymat
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eins stimmt bestimmt:

erste und letzte hats schon immer in den bundesligen gegeben.

G. F.
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Das ganze...

....ist eigentlich ganz einfach erklärt: Der Fussball ist immer mehr zum Spielball des Kommerz geworden. Waren einst die Stadien ob ihrer fanatischen Fans Festungen, sind heute zum Großteil nur noch Zuschauer bzw. Stadiontouristen auf den Plätzen. Natürlich schwindet da der Respekt der Spieler und damit der Heimvorteil. Punkt.

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