Übermäßiger jahrelanger Marihuana-Konsum wirkt sich negativ auf das Gedächtnis aus - Hippocampus wird nach 20 Jahren um zwölf Prozent kleiner
Sydney - Wer täglich zum Joint greift, setzt sein Gehirn einer nicht unbeträchtlichen Gefahr aus: Konkret fanden Forscher Hinweise darauf, dass jahrelanger Marihuana-Konsum Teile des Gehirns schrumpfen lässt. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschafter an der Universität von
Melbourne in Australien.
Sie hatten 15 Männer, die mindestens fünf
Joints am Tag rauchten, über 20 Jahre beobachtet und ihr Gehirn
regelmäßig gemessen. Der für das Gedächtnis wichtige Hippocampus war
bei ihnen nach 20 Jahren um zwölf Prozent kleiner als bei einer
Kontrollgruppe, die kein Marihuana geraucht hatte.
Schlechteres Gedächtnis
Der Mandelkern, der Emotionen verarbeitet, war in der
Rauchergruppe sieben Prozent kleiner. Auch bei einem Gedächtnistest
schnitten die Marihuana-Kosumenten wesentlich schlechter ab als die
Kontrollgruppe.
"Das zeigt, dass täglicher schwerer Marihuana-Konsum tatsächlich
giftig für das menschliche Gehirn sein kann", sagte der
Neuropsychologe Murat Yucel der Zeitung "Herald Sun" am Dienstag. Die
Studie ist in der Fachzeitschrift "Archives of General Psychiatry"
der American Medical Association veröffentlicht. (APA/red)