Tiroler Unibibliothek erhält "Historische Bibliothek"

9. Juni 2008, 17:21
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Unbefristete Dauerleihgabe des Innsbrucker Servitenkonvents

Innsbruck - Rund 29.000 Bände sowie wertvolle Handschriften und Inkunabeln des Innsbrucker Servitenkonvents sind als unbefristete Dauerleihgabe an die Universitäts- und Landesbibliothek für Tirol übergeben worden. Die "Historische Bibliothek" besteche nicht nur durch ihren Umfang, sondern auch durch die Vielzahl der in ihr vertretenen Wissensgebiete mit qualitativ herausragenden Werken, hieß es am Montag in einer Aussendung.

Mit der 1611 erfolgten Stiftung des Innsbrucker Servitenkonvents durch Anna Katharina Gonzaga (1566-1621), der zweiten Gemahlin des Tiroler Landesfürsten Erzherzog Ferdinand II., war auch der Aufbau einer hauseigenen Bibliothek verbunden. Die schon zu Beginn recht ansehnliche Büchersammlung erfuhr insbesondere im 17. und 18. Jahrhundert infolge umfangreicher Legate prominenter Tiroler Persönlichkeiten - unter anderem durch den Hofkammerpräsidenten Franz von Carrara, dem Historiker Fr. Augustin M. Romer aus dem Servitenorden (1618-1669), Dekan Johann Faschinger aus Hallein sowie durch Graf Sigmund und Graf Ignaz von Wolkenstein - sowohl qualitativ als auch quantitativ beachtliche Bestandszuwächse.

Dies erklärt den neben dem Bestand an 11.000 Bänden aus dem Wissensgebiet der Theologie und Philosophie sehr hohen Anteil an nichttheologischem Schrifttum. Umfangreichere Bestandszuwächse erlebte die Servitenbibliothek im Zuge der Klosteraufhebungen in Tirol in der Zeit Josephs II. Eine letzte beachtliche Bestandsvermehrung erfolgte schließlich mit der Übernahme der Bücher aus der 1970 aufgelösten Ordensniederlassung der Serviten in Rattenberg. In der Sammlung besonders hervorzuheben ist ein bemerkenswerter Bestand von rund 250 Handschriften (15. bis 19. Jahrhundert) sowie die große Anzahl von fast 200 wertvollen Inkunabeln.

Neben der Gewährleistung eines angemessenen konservatorischen Schutzes der Bücher dieser ordensintern seit Jahrzehnten kaum noch in Verwendung gewesenen Bibliothek übernahm die Universitäts- und Landesbibliothek für Tirol die Aufgabe der Erschließung der umfassenden Bestände. Die Bearbeitung der mittelalterlichen Handschriften durch einen wissenschaftlichen Katalog erfolgt durch die Latinistin Eleonore De Felip und die Kunsthistorikerin Alexandra Ohlenschläger im Zuge eines durch den Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung in Österreich (FWF) finanzierten Projekts unter der Leitung von Lav Subaric (Institut für Sprachen und Literaturen, Abteilung Latinistik) im Rahmen der Abteilung für Sondersammlungen der Universitäts- und Landesbibliothek für Tirol. Die weitere Katalogisierung des gesamten Bestandes nach modernen bibliothekarischen Richtlinien und in elektronischer Form soll einem breiten Publikumskreis die Grundlage für Forschungszwecke bieten. (APA)

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