Das Bettelarmband hat wieder Saison - Sein Ursprung findet sich im magischen Amulett der Jungsteinzeit, das Schaden abhalten sollte
Im letzten Jahr entpuppten sie sich als Renner der Schmucksaison. Sammel-Armbänder, vormals Amulette als Schutz gegen Unglück und zum Bewahren der Liebe getragen, standen plötzlich als modische Spielerei, bunt, dekorativ und kitschig, wieder hoch im Kurs. Und: der Trend für die zusammensetzbaren Armbänder hält an.
Bettelarmband
Besonders in den 50er- und 60er-Jahren schmückten sich Mädchen und Frauen häufig mit sogenannten
Bettelarmbändern, an denen Anhänger mit verschiedenartigen Symbolen
baumelten. Diese Jou-Jous können unterschiedliche Bedeutung haben: Liebeszeugnisse, Glücksbringer oder Glaubenszeichen wie Herz, Kleeblatt, Pilze, Schlüssel etc., aber auch Erinnerungsstücke an Personen und Orte sein. Der Begriff "Bettelarmband" geht vermutlich auf das kontinuierliche "Zusammenbetteln" von Anhängern und Bestandteilen zurück.
Ursprung im Neolithikum
Ursprünglich galt das Amulett, lateinisch amuletum - "Kraftspender", als "magischer" Schmuck, der Schaden abhalten, die Liebe bringen und die Gesundheit erhalten sollte. Schon in der Jungsteinzeit wurden nachweislich Wünsche damit zum Ausdruck gebracht. "Modeaccessoire" wurde das Amulett in Form eines Armbandes mit kleinen Medaillons erst im 19. Jahrhundert durch die englische Königin Viktoria.
Modisches Revival
In den 1980er-Jahren hat die italienische Firma Nomination die Idee wieder aufgegriffen - und damit einen Bestseller geschaffen. Unternehmensgründer Paolo Gensini, vormals Inhaber eines Eiscafés bei Florenz, widmete sich nach seiner Pensionierung dem Schmuckdesign. Ein Armband, "das wir nach unserem individuellen Geschmack zusammenstellen können", wie ein Eis eben, wollte er kreieren.
In Anlehnung an die traditionellen Amulett-Armbänder entwarf Gensini ein aus Gliedern bestehendes Schmuckstück. Die einzelnen Teile können ausgewechselt oder durch neue Symbole erweitert werden. Das sogenannte Italienische Glücksarmband - "italian charm bracelet" - wird nach und nach mit persönlichen Glückssymbolen oder Buchstaben vervollständigt. Mehr als 3.000 verschiedene Designs stehen mittlerweile zur Verfügung. Das Angebot wurde im Lauf der Zeit um weitere 13 Schmuckkollektionen aus Stahl erweitert. (red)