Kunst der Fuge: Laibach goes Bach

von Redaktion  |  30. Mai 2008, 15:18
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    Die strengen Herrschaften von Laibach nähern sich Johann Sebastian Bach. Als Download und heute live.

Das slowenische Künstlerkollektiv Laibach sorgte von den frühen 80er-Jahren herauf nicht nur für die Etablierung schwerer Zeichen im Rock

Über martialische Leni-Riefenstahl-Ästhetik und die Beschäftigung mit totalitärer Symbolik wie dem Phänomen von "Masse und Macht" und einem gutturalen deutschen Sprechgesang gelangten Laibach auch zu zentralen musikalischen Aussagen wie "Geburt einer Nation" oder "Leben ist Leben".

Letzteres eine Adaption des alten Austropop-Hits "Life is Life" von Opus. Nach dem Zerfall Jugoslawiens und des Sozialismus als ideologischem Reibebaum begann auch künstlerisch eine schwierige Phase. Während dieser versuchte sich die Gruppe nicht nur an Konzeptalben wie dem technoiden "Nato". Auch Coveralben wie "Let it be" von den Beatles oder "Sympathy for the Devil", "Jesus Christ Superstar" und zuletzt das (europäische) Nationalhymnen verhandelnde "Volk" standen auf dem Programm.

Mit "Kunst der Fuge BWV 1080", dem nur als Download erhältlichen neuen Programm, beschäftigen sich die strengen Herrschaften aus Ljubljana nun mit dem Werk von Johann Sebastian Bach. Zu erwarten sind zwischen Hochkultur und Kirmes-Techno im Stile der Krocha-Helden Scooter angesiedelte Studien über Monotonie, Repetition, mathematische Präzision und Loops. Vom guten alten Bach haben immerhin schon viele Musiker ihre Bassläufe für die Popwelt adaptiert. (schach, DER STANDARD/Printausgabe, 28.05.2008)

>> 28. 5., Arena, 1030 Wien, Baumgasse 80. 20.00
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