Das Bärenfell und seine Verteilung

Redaktion, 27. Mai 2008, 18:18

Bis zu 23 Millionen Euro könnte der ÖFB bei der Heim-EM an Prämien kassieren. Da mit dem Titel nicht ernsthaft gerechnet wird, geht man zunächst von 7,5 Millionen aus

Wien/Nyon - Weniger g'schamig als Österreichs Spieler, die partout nicht verraten wollen, was sie bei der EURO verdienen können, ist der österreichische Fußballbund (ÖFB) - zwangsläufig, sind doch sämtliche finanziellen Ausschüttungen der UEFA für die Europameisterschaft hochoffiziell.

Demnach sind dem ÖFB schon vor Anpfiff des Events 7,5 Millionen Euro sicher. Im Idealfall - drei Siege in der Vorrunde sowie Durchmarsch ins Endspiel, gefolgt vom finalen Triumph - erhöht sich die zu lukrierende Summe auf 23 Millionen Euro.

Von Sieg zu Sieg mehr Schließlich bringt ein Punkt in der Gruppenphase 500.000, ein Sieg eine Million Euro. Der Aufstieg ins Viertelfinale wird mit zwei Millionen, der Einzug ins Semifinale mit zusätzlich drei Millionen Euro honoriert. Der Europameister kassiert noch einmal 7,5 Millionen, sein Vize wird auch mit 4,5 Millionen nicht wirklich zu trösten sein.

Beim ÖFB hat man durchaus realistisch vorerst nur mit den fixen 7,5 Millionen geplant, sie wurden zum Teil sogar schon ausgegeben. "Die verschiedenen Teamcamps, die Anreise der Legionäre oder auch alle anderen Fixkosten werden von diesem Geld bezahlt", sagt Generalsekretär Alfred Ludwig, der nicht prophezeien will, wie viel dem ÖFB im Endeffekt übrig bleiben wird. "Das ist unmöglich zu sagen, weil wir die Gesamtkosten noch nicht kennen."

Da kommen wieder die Kicker ins Spiel, die ja aus dem Topf bedient werden. Gerüchte, wonach der Einzug ins Viertelfinale 80.000 Euro pro Kopf und Nase wert wäre, kommentierte Ludwig nicht. Nur so viel: "Wir befinden uns mit den Gesprächen in der allerletzten Runde. Es waren sachliche Diskussionen."

Geschwiegen wird auch über die Summen, die nach Abzug aller Kosten (und dem Gewinnanteil des ÖFB) an die Vereine der Bundesliga fließen. Zumindest jene, die Spieler für Österreichs endgültigen, heute, Mittwoch, zu benennenden 23-Mann-Kader stellen, verdienen darüber hinaus an den Abstellungen, und zwar "nicht unerheblich", sagt Ligavorstand Georg Pangl. Die UEFA entlohnt erstmals für Abstellungen, und das recht großzügig. Gezahlt werden ab zwei Wochen vor dem ersten bis einen Tag nach dem letzten Spiel 4000 Euro/Tag an jenen Verein, bei dem der Kicker gemeldet ist - allerdings nur dann, wenn der betreffende Spieler zwei Jahre lang durchgehend beim gleichen Klub gemeldet war, was die Sache etwas verkompliziert.

Im Fall von Jürgen Macho zum Beispiel kassieren der 1. FC Kaiserslautern, bei dem der Torhüter 2006/07 engagiert war, und der aktuelle Arbeitgeber AEK Athen jeweils die Hälfte. Noch komplizierter wird es bei Spielern mit Leihverträgen. So kickte beispielsweise Andreas Ivanschitz in den vergangenen beiden Saisonen für Panathinaikos, gehört aber nach wie vor Salzburg. Die Salzburger werden deshalb aber nicht ganz leer ausgehen, weil die UEFA noch eigene Regelungen für Leihspieler erstellt. Ein Drittel der Summe für Ivanschitz könnte an Salzburg fließen.

Watscheneinfach ist die Rechnung zum Beispiel bei Helge Payer. Sollte Österreich in der Vorrunde scheitern, kassiert Rapid allein für die Abstellung seines Goalies 96.000 Euro. Der Meister könnte überhaupt groß abkassieren. Sollten alle sieben Rapidler den Sprung in das definitive EM- Aufgebot schaffen, rollen rund 550.000 Euro nach Hütteldorf - nur 550.000 Euro, weil Stefan Maierhofer und Martin Hiden in den vergangenen zwei Jahre nicht durchgehend bei Rapid waren.

Leistbare Zahlungen

Die UEFA kann sich die Großzügigkeit durchaus leisten, erwartet sie doch Gesamteinnahmen in Höhe von 1,25 Milliarden Euro. Größter Abzugsposten sind die Turnierkosten (rund 600 Millionen). Die Prämien betragen 184 Millionen Euro, für die Abstellungsgebühren werden nochmals 50 Millionen lockergemacht.

Vor vier Jahren und in Portugal gingen nur 129 Millionen Euro für Prämien drauf, Abstellungsgebühren gab es noch keine. Dafür hat die UEFA in Portugal auch nur etwas mehr als 860 Millionen Euro eingenommen. (APA, red - DER STANDARD PRINTAUSGABE 28.5. 2008)

Affe&Affe
00
29.5.2008, 15:04
Hoffentlich müssen die Ösis wegen Beleidigung des Fußballtums nicht 400 Mio. EURO Strafe zahlen!

Das_Essentielle
00
28.5.2008, 13:48
500.000 pro Punkt...

aber hauptsache man sucht 2000 volunteers denen man gerade mal den trainingsanzug spendiert....traurig..

David Packer
24
27.5.2008, 18:34

Stimmt, bei Helge Payer ist die Rechnung in der Tat einfach.

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