Poster kosten: ubu roi am Gästetisch

Redaktion, 27. Mai 2008, 17:00
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    foto: ubu roi

    Ein Foto des Oncle Vigneron aus dem Jahr 1943.

    Mon oncle le vigneron
    2 rue Pradier/71 rue de Rébéval
    75019 Paris
    0033 1 42 00 43 30
    (Reservierung notwendig!)

    Château de Mesnac
    Place de l'Eglise
    16370 Mesnac
    0033 545 832 661
    www.dduveron.fr

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    foto: ubu roi

    Chika und Pascal betreiben im selben Lokal heute die Wein- und Feinkosthandlung "Mon oncle le vigneron".

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    Der Hauptgang: "déclinaison de canard"

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    foto: ubu roi

    Das Dessert: Cognac-Mousse auf einer Sauce aus schwarzen Johannisbeeren

Tischlein deckt sich: Tables d'hôte in Paris und bei Cognac - User schreiben bei Schmecks

"Gegessen wird, was auf den Tisch kommt." Diesen Satz gab es hier im Leichtsinn in letzter Zeit öfters zu lesen, und zugegebenermaßen klingt er nicht immer vertrauenerweckend, womöglich kitzelt er auch das eine oder andere Kindheitstrauma wieder wach. Trotzdem erklärt er ziemlich treffend das Prinzip der table d'hôte, einer gleichermaßen günstigen wie im Regelfall sympathischen Methode, in Frankreich essend Land und Leute kennen zu lernen.

 

Einen solchen "Gästetisch" mit fixem Menü bieten vor allem private Zimmervermieter an, aber auch Weinhandlungen, in denen man Wein nicht nur kaufen, sondern gegen Stoppelgeld auch gleich vor Ort trinken kann. Gemeinsam ist beiden Varianten der table d'hôte der familiäre Rahmen und oft ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Hier zwei Erfahrungsberichte, einmal Paris, einmal Provinz.

Mein Onkel, der Winzer,...

Ein besonders netter Pariser "Gästetisch" steht in der ehemaligen Arbeitervorstadt Belleville, in Pascal Fleischmanns Wein- und Feinkosthandlung "Mon oncle le vigneron" ("Mein Onkel, der Winzer"). Pascals Vater ist Deutscher, die Mutter Französin, aufgewachsen ist er im Baskenland, seine Frau Chika ist Japanerin.

Das Lokal ist eine ähnlich unorthodox-sympathische Mischung wie seine Inhaber: Die Tische mit ihren Altmetall-Beinen sind Eigenbau-Kreationen, die altdeutsche Kredenz ein Familienerbstück, an der Wand hängt die Stechuhr einer Kabelfabrik. Abwechslungsreich ist auch der Inhalt der Wandregale: Weine aus Frankreich und der Pfalz (den Winzer-Onkel gibt’s tatsächlich), Bio-Bier und Cidre aus der Normandie, diverse Meersalze sowie Einmachgläser mit essbaren Kindheitserinnerungen aus dem französischen Südwesten. Ab ca. fünf Euro kann man hier sehr ordentliche Weine aus Cahors oder dem Anjou kaufen, 750 g Cassoulet im Glas kosten 8,60 Euro.

Bereits zu Mittag decken Chika und Pascal die drei Tische mitten im Verkaufsraum und servieren einfache Gerichte wie mit Käse gefüllte Nudeln aus dem Jura oder baskische Blutwurst. Hat man Glück, kocht Chika japanisch. Nachmittags stellt Pascal in der offenen Küche den Schmortopf auf den Herd, was hineinkommt, bestimmt das Marktangebot.

...serviert Schweinereien

Beim für diesen Artikel "absolvierten" Essen gab es: Ziegenfrischkäse mit eingelegten roten Paprikawürfeln zur Vorspeise, darüber eine Prise Kreuzkümmel, Piment d'Espelette (getrocknete und geriebene baskische Pfefferoni) und Olivenöl aus Kreta – so einfach wie überzeugend. Dazu kommt eine große Salatschüssel auf den Tisch. Den Teller mit "Cochonnailles" (Schweinereien) haben wir ausgelassen, wobei die baskische Andouille Innereien-Liebhabern durchaus ans Herz zu legen ist.

Das in Weißwein, Senf, Zwiebeln und Estragon geschmorte Landhuhn als Hauptgericht war hervorragend, das relativ dunkle Fleisch wunderbar mürb, der Rote aus den Corbières – eine von Pascal und Chika kreierte Cuvée – so rund, dicht und schwer wie wir danach auch.

Mein Schaf, ein Baske

Wer nach dem Schafkäse mit schwarzer Kirschenmarmelade, der als Zwischengang gereicht wird, noch nicht genug vom baskischen Schaf hat, kann zum Abschluss noch ein Schafmilchjoghurt mit Honig von ebendort bestellen. Verlockender war aber die Kastaniencreme mit einer herrlich üppigen Crème fraîche, in der der Löffel fast abbricht. Die Rechnung: Für zwei Flaschen Wein und je drei Gänge zahlten vier Personen 114 Euro.

Herberge im Chateau

Steht die table d'hôte nicht in einer Weinhandlung, sondern in einer "Ferme auberge" irgendwo in der französischen Provinz, ist das im Regelfall ein gutes Zeichen: Solche "Bauernhof-Herbergen" dürfen nämlich nur selbst hergestellte Produkte verkochen. In die Kategorie "Bauernhof" kann die einfache Hütte in den Vogesen genauso fallen wie eine Hippie-Schafzuchtkommune in den Pyrenäen, oder auch das prächtige Weingut "Chateau de Mesnac" unweit von Cognac, dessen table d'hôte uns dringend empfohlen wurde. Zurecht.

Empfang und Service sind herzlich und unkompliziert, der Gästetisch (man gewöhnt sich an das Wort) steht in einem kleinen Speisesaal mit offenem Kamin, an den Wänden hängen Familienfotos. Zum Apéritif gibt es selbstgemachten Pineau des Charentes, eine lokale Spezialität aus Traubenmaische und Cognac, die mindestens ein Jahr im Fass gelagert wird. Das Getränk ist gefährlich gut (von den 20 Prozent Alkohol ist nichts zu spüren). Sehr in Ordnung sind auch die Lauch-Ziegenkäse-Blätterteigtaschen dazu. Die Schweinefleisch-Terrine zur Vorspeise war ausgezeichnet und hübsch in einen Karottenmantel verpackt.

Deklinierte Ente

Der Hauptgang klingt nach einem Grammatiktest: "déclinaison de canard". Die richtige Lösung: eine eingegossene, knusprig gegrillte Entenkeule, gebratene Entenbruststreifen, innen noch schön dunkelrot, sowie ein Ragout aus Souchette-Pilzen ("Waldfreundrüblinge", sagt Wikipedia) und noch mehr Entenfleisch. Dazu gibt es Bandnudeln. Wirklich sehr gut und von der Menge her kaum zu bewältigen.

Der Käsegang ist im Vergleich etwas schwächer: Ein ziemlich junger Camembert und ein nicht sehr aufregender Ziegenkäse. Herausragend war dafür wieder das Dessert: Cognac-Mousse auf einer Sauce aus schwarzen Johannisbeeren, die gleichfalls mit einem kräftigen Schuss Cognac aromatisiert wurde.

Der Digestif führt einmal mehr den Unterschied zwischen table d'hôte und Restaurant vor Augen: Gleichzeitig mit dem Kaffee kommt eine Flasche Cognac X.O. aus Eigenproduktion auf den Tisch, 25 Jahre Jahre im Fass gereift – mit der freundlichen Aufforderung, sich selbst zu bedienen. Macht man gern. 30 Euro pro Person kostet das Menü, Wein inklusive.

Poster kosten ist eine neue Rubrik in Schmecks, damit mehr profunde Esser in Fidlers kleinem Dilettantenblog zu Wort kommen: Schmecks lädt User ein, von ihren Erlebnissen bei Tisch zu berichten. Herzlichen Dank an ubu roi für den Auftakt!

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 174
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Chanel3
01
29.5.2008, 09:35
Super Idee

Und das erinnet mich daran, dass ich mir schon längst wieder einmal eine Flasche Pineau kaufen wollte. Ausserdem hab ich schon vor lauter Wasser-im-Mund-zusammenrinnen eine Überschwemmung im Rachenraum.

Ich hab eh nie verstanden, warum in Österreich die italienische Küche so viel beliebter ist als die französische. Ich habe letztere immer als kreativer erlebt. Danke, dass ubu roi alle daran erinnert!

Da ich einmal für längere Zeit in den Charentes Maritimes war: Eine beliebte einfache Vorspeise in der Gegend ist es, eine halbe Honigmelone mit dem erwähnten Pineau zu füllen.

uni versalis
00
29.5.2008, 14:40
übrigens: meinten sie vielleicht pinot?

Chanel3
00
29.5.2008, 17:16

Nein nein, der Pineau des Charentes ist es.

Ubu roi und sonstige Feinspitze können mir vielleicht helfen, aber nach meiner Erinnerung aus der Gegend (ist schon ein gutes Weilchen her) ist übrigens, kleiner Themenwechsel, bei den 5 Ursprungs-Zonen, in die sich die Cognac-Produzenten einteilen, die "Grande Fine Champagne", also die beste Zone, nicht die, in der die Stadt Cognac und die Grossproduzenten liegen.

Diese kleinen Destillerien der Grande Fine Champagne, falls es sie noch gibt, und ihre bis zu 70 Jahre alten Cognacs verkosten (schmeckten völlig anders als das, was ich bis dahin unter Cognac verstand), das wäre ein weiteres erwähnenswertes highlight, wenn man schon in der Gegend ist.

Kernseife
00
29.5.2008, 14:48
wird schon pineau sein

wird aber aus traubenmost (nicht wie oben missverständlich dargestellt, aus maische) und cognac hergestellt. köstliche sache, völlig zurecht als tantentäuscher-kampfmittel in verruf!

ubu roi
00
29.5.2008, 19:43

ok, übersetzungsfehler - "mout de raisin", bin kein winzer...

uni versalis
00
29.5.2008, 15:02
na, vielleicht sollte ich zuerst den artikel lesen, ehe

ich mich mit den postings beschäftige ;)

danke für die aufklärung

Poldi Fesch
00
31.5.2008, 22:40
bitte ned

das waeren ja ganz neue Sitten :))

uni versalis
00
stimm, die unart sollte ich mir erst recht nicht angewöhnen

uni versalis
00
29.5.2008, 14:40
frz. vs. ital. küche.

das dürfte einerseits an der in unserem land besonders stark verankerten, ausgeprägten neigung zu allem italienischen kommen. natürlich hilft hier auch die nähe italiens mit. in keiner anderen europäischen hauptstadt (ähnlich ist es in der ganzen welt) fristet die frz. küche aber ein so untergeordnetes dasein wie in wien (wenn es DIE frz. küche gibt).

zweitens ist sie ungleich aufwendiger (wenn für mich auch raffinierter und vielfältiger) als die italienische. sie hat somit auch nicht den siegeszug in die haushalte antreten können, wie die italienische, die zwar oft auf klischees reduziert wird, aber im allgemeinen doch in vieler hinsicht zugänglicher ist.

summa summarum imho beiden die wohl führenden küchen überhaupt.

Dante Alighieri
11
30.5.2008, 16:58

"summa summarum imho beiden die wohl führenden küchen überhaupt"

Das kann man allerdings nicht unwidersprochen hinnehmen. Schauen Sie bitte einmal auf den Balkan, in den Nahen Osten, nach Indien, nach Südostasien. Dagegen kann Italien einpacken, und Frankreich vermutlich ebenso ;-)

der_kleine_pariser
 
00
31.5.2008, 00:01
es stellt sich immer die frage, was raffiniert ist...

im ursprünglichen sinn des wortes >ausgesucht<, >ausgeklügelt<. (hab extra den hachette zu rate gezogen)

wenn ich jedoch vom effekt spreche, so ist oft das simpelste gericht effektvoller als all das popapuh mit foie gras, wachteln und dem ganzen ramsch, der uns als französisch verkauft wird.

ich persönlich habe die französische küche dort immer wieder als überaus erfreulich erlebt, wo sie ländlich und richtiggehend rustikal auftritt und - leider? - entsprechend fett und schwer ist... (confit de canard, pied de cochon, fromage de tete, etc) oder sie ist provençalisch.

im übrigen scheint der laden in belleville die drei stunden anfahrtszeit wert zu sein, naja, gute lokale sind rar in paris und umgebung... merci ubu

ubu roi
00

pas de quoi, bitte gern, aber bin wieder einmal überhaupt nicht Ihrer meinung...

uni versalis
00
deftig und fett ist die französische küche ohnehin im

nördlichen 3/4 des landes und jenseits der küstengebiete.

die französische landküche hat auch mich immer wieder absolut begeistern können, genauso aber jene im süden, die dann etwas leichter ist.
die diversen "verrenkungen" - wie sie auch hierzulande eine zeit lang überhand nahmen (ich glaube das nimmt wieder ab) - sind für mich ohnehin absolut unnötig.

uni versalis
01
30.5.2008, 23:01
gut, über indien und den so-asiatischen raum kann man diskutieren.

dass der balkan mit seiner küche aber an vielfalt und rafinesse an frankreich herankommt, kann ich nicht bestätigen, eher im gegenteil. ich war sehr oft nicht nur in griechenland, sondern in bulgarien, serbien und den anderen ehem. yugosl. republiken und habe nur selten gut gegessen (und ich habe stets gesucht). was die vielfalt betrifft, so ist das im grunde genommen von athen bis zagreb ein nicht enden wollendes einerlei (mehr oder weniger mit fr. verglichen natürlich).
die vielfalt der frz. küche liegt auch an der vielfalt des landes, das vom ozeanischern über das kontinentale und alpine in das mediterrane hineinreicht und den spagat von nord- nach südeuropa macht. und die ital. küche würde ich nicht auf pizza und pasta reduzieren.

Florian Holzer
10
31.5.2008, 10:35

sehe ich ähnlich (wenngleich meine balkan-erfahrungen noch größtenteils auf jugoslawische zeiten zurückgreifen): an vielfalt und vor allem an dynamik, kreativität, offenheit für einflüsse und handwerkliche technik kann man frankreich und balkan eigentlich gar nicht vergleichen. die südfranzösische landküche spielt durchaus auf einem gleich herrlichen niveau wie die diversen italienischen und wahrscheinlich auch die spitzen der balkan-küchen. aber wirkliche haute cuisine gibt’s halt in europa nur in frankreich (streitfall: nordspanien, wobei die ja eigentlich auch französisch kochen) und dann wohl erst wieder in shanghai, oder?

Poldi Fesch
11
31.5.2008, 22:48
haute cuisine

ist eigentlich Unfug, aehnlich der haute coiture. Auch weil ich die Typen nehmen kann und ueberall kochen lassen kann. Der Unterschied sind Lisi Maier u. Hansi Mueller von der Strasze. Italiener u. Franzosen "verhungerten" bei "unserem" Lebensmittelangebot.

der_kleine_pariser
 
00
alles relativ...

... meine frz. freundin würde die halbrohe ente (das ist wohl mit dunkelrot gemeint?) totalverweigern, genauso ein blutiges steak a la français. mit rindsrouladen a la autrichien mit wurzelsauce und semmelknödel weichgedünstet hatte ich jedoch ihr herz im nu erobert.

und seit sie einmal bei einem heurigen in spitz quargel gegessen hat, muss ich immer welchen (ins Käseland Frankreich!) mitnehmen! ich liebe st. nectaire, mein liebling kriegt von dem zeug keinen bissen runter!

und alle meine frz. bekannten waren mit dem essen in österreich sehr zufrieden! der eine schwärmt von forelle blau, der andere vom apfelstrudel, der dritte vom kaiserschmarren, den er vor 35 jahren als 6-jähriger bis zum sp... einig'schaufelt hat, weil's so gut war

jumpingjack flash
01

gruss an die kleine französin - mit dem grossen herz und dem guten geschmack!
ich hab als kind die lieder der "spätzin" mirelle geliebt - gibt ja doch noch einen kulturaustausch zwischen österr. und frankreich! :-)

uni versalis
00
ja, und die germknödel erst.

sind alle ganz wild drauf :)

was sie alle immer auch sehr schätzten hier, das waren die vielen brotsorten. mittlerweile gibts auch dort eine grössere vielfalt, aber vor noch nicht allzu langer zeit gabs bis auf baguette + derivate und verwandtes (flûte, restaurant, pain de campagne und ein paar andere) nicht allzu viel.

ich muss aber auch gestehen, dass ich dort trotzdem immer zum baguette greife (ein genuss wenns gut gemacht ist, findet man hier kaum ein vergleichbares), oder zur fougasse im süden.

der_kleine_pariser
 
00
eine kollegin und ich haben vor kurzem einen mittäglichen apperitiv

mit veltliner, welschriesling und mühlviertler karreespeck organisiert, die kollegen sind dahingeschmolzen!

meine österreichdinners sind mittlerweile unter meinen französischen freunden berüchtigt, da weiss jeder, dass er nur mehr schweratmend mit drückendem magen heimkommt!

ein freund aus lyon war überaus erstaunt über meine selbstgeschnitzten grammeln (frz.: rillon), die ich nochdazu in teig gehüllt und mit elsässischem - den grammelknödeln war's recht - sauerkraut serviert habe. ich war übrigens erstaunt, dass es sich bei grammeln um eine spezialität aus lyon handeln soll, hielt ich sie doch bis zu diesem zeitpunkt für urösterreichisch ;-)

Poldi Fesch
00
fougasse, ist dasz

das, was dann in Ligurien Focacchia heiszt ?

Poldi Fesch
11
:) vorsicht

ich bezog mich vor allem auf den Lebensmitteleinkauf fuer den priv. Haushalt, weniger auf die Zubereitung. G' scheites Fleisch bspw. in Wien zu finden ist eine Kunst. Ich hab hier an der Fr./it Grenze (Nizza) mehr Fleischer, Baecker, Alimentari u. Gemuesehaendler in Gehweite als in Wien Landstrasze.
Das mit dem Essen als solches kenn ich. Speziell die Forelle , die sie in It. kaum haben. Ans rohe Fleisch hingegen hab ich mich recht schnell gewoehnt u. hab jetzt das Problem, all dies "durchgegarte" kaum mehr zu moegen. Auch hier, nat. mit Ausnahmen wie eben die Rouladen, aber da gehts eh mehr um Inhalt u. Saft

Florian Holzer
01

schwer, da ein allgemeines urteil zu fällen. ja, die völlige absenz kleiner traiteurs und ähnlich göttlicher institutionen ist eine hypothek in ö, ebenso die nahezu 100prozentige versorgung durch supermärkte und deren akzeptanz dgurch die bevölkerung. andererseits ist die durchschnittliche lebensmittelqualität in ö im vergleich zu allen anderen ländern europas ziemlich erstklassig, es fehlt aber fraglos an diversität und an spitzenprodukten. hatte unlängst übrigens eine slowfood-delegation zu gast in wien. die sagten dann, dass sie nach wien ziehen wollten, weil man hier viel besser esse und lebe als in italien (ich habs ihnen aber nicht geglaubt).

der_kleine_pariser
 
00
DIESER MEINUNG SCHLIESSE ICH MICH ABSOLUT AN!

poldus feschus
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glaubs ihnen nicht :))

Ich vermute einmal, dasz, wenn ich als Fressgast zum Holzer Florian komm, nur zwischen gutem u. sehr gutem waehlen kann. Den Billa in der Fasang. werden die kaum besucht haben und schon garnicht werden die wissen, dasz im dortigen Graetzel bis vor 10 Jahren 5 Fleischhauer, 2 Baecker u. 3 Greissler waren. Heut gibts einen Fleischer u. einen Greissler. Womit wir bei der Supermarktversorgung waeren. Schon die vorgeschnittene Wurst regt mich auf, gibt es ueberigens in Italien ( jedenfalls San Remo) nicht. Aber die Leut akzeptieren es o. eben die Naschmarktbobos.

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