Amstetten und die Folgen: Auf den Spuren eines Sinnstiftungsmassakers

Redaktion, 09. Juli 2008 19:55
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    apa/ kohlhuber

    ...und vor allem: Warum gerade hier? - "Verbrechen sind ubiquitär. Ihre Manifestationen und ihre Mittel sind die, die gerade zur Hand sind: Schusswaffen in den USA, Keller in netten Kleinstädten, Tiefkühltruhen in Haushalten. Mehr lässt sich nicht sagen", sagt der Autor.

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    Gelten die Erkenntnisse der Psychoanalyse nur für Österreicher? - Flyer aus der Merchandising-Abteilung des Freud-Museums.

Der Bundesadler mit Axt und Kellerschlüssel: So sieht uns die Medienwelt - Sind "wir" so? Ein Kommentar der anderen von Thomas Wörtche

Der Axtmörder stört. Er fällt aus dem Rahmen. In Wien hat er Frau und Kinder erschlagen, in der österreichischen Provinz an zwei verschiedenen Orten Eltern und Schwiegereltern. Dann hat er sich am Suizid versucht, ist daran gescheitert und hat sich der Polizei gestellt. Sein Motiv ist seltsam, aber irgendwie plausibel: Er habe geliehenes Geld verspekuliert und seiner Familie mittels Ausrottung die Schande erspart, mit einem Betrüger verwandt zu sein.

Kulturgeschichte...

Das alles hätte so auf gar keinen Fall passieren dürfen, denn der Axtmörder ist Österreicher und für österreichische Mörder, Unholde und Monster gelten bestimmte Regeln. Sie sind nämlich, wenn sie schon Gräueltaten begehen müssen, angehalten, diese Taten auslegungsrelevant zu begehen. Will heißen: Ein österreichischer Mörder oder Unhold (egal, welchen Geschlechts) mordet und schändet nicht einfach so larifari vor sich hin, sondern tut dies im kulturhistorisch abgesicherten Modus.

Das haben wir wieder einmal pausenlos um die Ohren geschlagen bekommen, seit Josef F. und sein Horror-Haus von Amstetten durch die Medien tobten.

Josef F. auf jeden Fall, so lernen wir aus der Londoner Times, ist eine Gestalt, die es in der Literatur gab, bevor sie in der Realität auftrat. Weil der "Fall Amstetten" Konstellationen aufweist, die ein paar literarische Text ebenfalls haben - Kinder, gefangen gehalten im Keller, irre und gewalttätig gewordener Paternalismus, terrorgestützte väterliche Autorität und sexuelle Gewalt am eigenen Kind. Und zwar in der österreichischen Literatur, na ja, in der k. u. k. Literatur, na ja, und ein bisschen in der englischen Literatur auch, aber auf jeden Fall nicht ohne Sigmund Freud, dessen Erkenntnisse über die menschliche Psyche vermutlich vornehmlich für Österreicher gelten. Josef F., der Oberstrolch von Amstetten, ist also sozusagen das inzestgewordene Telos der österreichischen Geistesgeschichte. Na ja, der österreichischen "realistischen" Literatur wenigstens, wie wir bei Ritchie Robinson in der Times lernen, der diesen Artikel geschrieben hat - vermutlich, um die seiner Meinung nach unterschätzten "Realisten" wie Franz Nabl oder Ludwig Anzengruber, Ferdinand Raimund oder Johann Nestroy - und merkürdigerweise in diesem Zusammenhang auch Elias Canetti - ein bisschen zu heben.

Solche argumentatorischen Possierlichkeiten entfalten ihre ganze bedenkliche Pracht, wenn man sie zu Ende denkt: Die Familie F. (Amstetten, im April 2008) als Fußnote der Literaturgeschichte des 19. Jahrhunderts - und zwar der österreichischen Literaturgeschichte. Aha.

Klar, dass es dann erst recht nahe liegt, nicht nur nach der "Literaturgeschichte der deutschen Stämme und Landschaften" zu fahnden wie weiland Josef Nadler, sondern auch nach der "Verbrechensgeschichte der deutschen Stämme und Landschaften".

Denn dass das Gefangenhalten zum Zwecke dauerhafter sexueller Verfügbarkeit eine für österreichische Landschaften typische Verbrechensart sei, daran hat die multimediale Auslegungsmaschinerie nie einen Zweifel gelassen. Amstetten war der äußerst willkommene abermalige Beleg für das, was man im Fall Kampusch schon als gewiss verbuchen wollte. Das werte Publikum erinnert sich: Natascha Kampusch ist die junge Frau, die jahrelang von ihrem Peiniger im Keller gehalten wurde, jetzt Medienstar ist und eben, während gerade Amstetten "läuft", ihr eigenes Gefängnishaus gekauft hat oder es kaufen will oder so, denn um Wahrheit und Präzision der Fakten geht es bei all dem evidentermaßen nicht.

...im Zeugenstand Die Fälle Kampusch und Amstetten zusammengenommen ergeben ein recht ridiküles Beispiel medialer Sinnstiftung. Beides seien Verbrechen, so war allüberall zu lesen, denen etwas typisch Austriakisches anhafte, beziehungsweise die symptomatisch seien für spezifisch österreichische Dispositionen. Verbrechen, die sozusagen zur österreichischen Verbrechensfolklore passen.

Halt, nein, nicht zur Verbrechensfolklore, sondern zu Seelenzuständen der typisch österreichischen Art, die sich an den Schlagworten Morbidezza, Morbidität, Perfidie und zynischem Grantl festmachen und die man immer wieder in fiktionalen Texten und Gestalten der österreichischen Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts manifestiert findet. So werden Helmut Qualtinger, Georg Kreisler, Thomas Bernhard, Elfriede Jelinek, Wolf Haas, Heinrich Steinfest und Manfred Wieninger, Manfred Deix und Josef Hader letztlich zu einem großen morbiden, schwarzen Gesamtaustriakismus, der letztlich nur noch von der Wirklichkeit beglaubigt werden muss: Die Verbrechen der Herren Priklopil und F. bekommen durch solche Operationen eine makabre Sinnhaltigkeit zugesprochen, die über manche der Deuter und Deuterinnen mehr aussagt, als ihnen lieb sein kann. Deren Illusion ist nämlich die Überzeugung, Sinnhaltigkeit sei vor allem im Konnex mit Kultur- und Geistesgeschichte zu erzielen. Dabei geht es vermutlich doch nur um die Deutungshoheit.

Schlichte Denkfigur Die Denkfigur dieses Musters geht so: Kampusch und Amstetten sind verbrechengewordener Ausdruck des österreichischen Umgangs mit der eigenen Geschichte, also der Verdrängung und klammheimlichen Teil-Sympathie mit den Jahren 1938 bis 1945 - nie aufgearbeitet, im Kerker des Kollektivgedächtnisses gehalten und so weiter. Abgesehen davon, dass so etwas die Opfer sicher sehr tröstet, immerhin "symbolisch" oder "kultursemiotisch" (wenn auch im schlechten Sinne) oder was auch immer geschändet und gequält worden zu sein - solche Rundschläge haben stets eine doppelte Problematik.

Zum Ersten sind sie immer für ein quotenträchtiges Dementi gut: Nein, nein, können dann Bundeskanzler, Minister und Tourismusbeauftragte sagen, nein, nein, das gibt's bei uns überhaupt nicht. Was natürlich top ist für die Aufmerksamkeitsrhetorik.

Das zweite Problem liegt in der Schlichtheit der Figur. Warum kommen in Deutschland Babys in Tiefkühltruhen und Blumentöpfe, allerdings schon tot? Haben die Deutschen eine andere "Erinnerungskultur" als die Österreicher? Warum werden, wenigstens soweit wir bis jetzt wissen, in der Schweiz oder in Frankreich - beides Länder mit erheblichen kollektiven Erinnerungslücken nicht nur an "jene dunklen Jahre" - kaum Frauen zur sexuellen Verfügbarkeit in Kellern gehalten?

Stehen Dutroux und seine ekligen Helfer irgendwie in einem direkten Verhältnis zur belgischen Kolonialpolitik und hätte Georges Simenon das so gesehen? Was ist spezifisch für Liechtenstein, Luxemburg und andere geheimnisbesessene Steueroasen? Wie killt der Thai? Haben wir bei den Rumänen einen Vampir-Reflex?

Ist da nicht etwas sehr schräg, wenn alle jetzt so einen Unfug diskutieren? Deutlich: Ja! Denn diese konjunkturell auftretenden All-Aussagen können ja in fast beliebiger Kombinatorik generiert werden. Vor Jahren etwa wurde der "Kinderschänder" als Erklärungsformel und Sinnstifter für alles und jedes bemüht. Selbst ein renommierter Soziologie wie Claus Leggewie war sich damals nicht zu schade, zusammen mit einem dubiosen amerikanischen Sensationsautor, Andrew Vachss, "das Böse" durchzudeklinieren, bis feststand, dass Adolf Hitler, "der Führer", sich an seinen "Kindern", dem "deutschen Volke" eben, schänderisch vergangen habe. Akklamationen allenthalben. Hinterher betretenes Schweigen.

Jelinek-Syndrom Heute also Amstetten und das Wegsperren zu sexuellen Zwecken. Eine ganz bestimmte "Sinnstiftung" lag in der Luft und hat dann auch prompt stattgefunden: Elfriede Jelinek hat auf ihrer Homepage unter dem Titel "Im Verlassenen" ihre persönliche Exegese der Vorfälle betrieben, die, wenig überraschend, die männliche Sexualität, Schlitze in Bunkern und weiblichen Körpern, die Öffentlichkeit und die männliche Rede zum Gegenstand hat. Also alles, was tatsächlich in der medialen Verwurstung des Falles Amstetten nach Aufmerksamkeit heischt. Da noch eines drauf setzte dann Burkhard Müller in der Süddeutschen Zeitung, indem er Jelineks Text als literarischen Text begreift, im Gesamtwerk von Jelinek einordnet und bewertet: Als eher gelungenen Text, diesmal, by the way. Was legitim ist.

Aber ein Text wie der von Müller, also der Meta-Text zu Jelinek, zeigt in schönster und deutlichster Offenheit das an, warum es hier wirklich geht. Beziehungsweise er macht ganz klar, worum es nicht geht. Es geht nicht um "Amstetten", nicht um Josef F. und schon gar nicht um die Opfer der ganzen widerwärtigen Veranstaltung. Es geht vornehmlich um die Selbstreferenzialität irgendwelcher sich als kulturtheoretisch begreifender Schleifen und Systeme. Die mögen noch so zynisch, abgedreht, unfreiwillig komisch und leicht parodierbar, weil schnell ausrechenbar sein, sie transportieren den Schauder und Angstlust, das triefend Tabloidhafte und Grellsensationelle der Untat in die Wohnzimmer der feineren Kreise - zum zeitprognostischen Diskurs schon hübsch aufgearbeitet, aber eben in Kontexten, in denen man sich wohl und entre nous fühlt: Elfies Werk-Zusammenhang eben.

Und noch eine Schicht lauert da: Egal wie verschroben oder wunderlich solche Exegesen und Metaexegesen sein mögen - letztendlich wollen sie Sinn stiften und sei der noch so illusionär, scheinhaft, ideologisch oder abwegig. Wenn die Verbrechen der Herren Priklopil und F. auch verstörend wirken, unerklärbar, wortlos machend, unfassbar oder wie die Betroffenheitsrhetorik an der Stelle sonst zu lauten hat, so gibt es doch ganz und gar vergraben und verschüttet, sei's in der Literaturgeschichte, sei's im Gesamtwerk von Sigmund Freud oder Elfriede Jelinek oder an anderen arkanen Plätzen, doch ein Sinnlein, das zu heben sich angeblich lohnt.

Selten ist das Ausmaß des Grauens des Homo sapiens vor der Kontingenz unseren Daseins so klar geworden, wie an diesem Beispiel. In Zeiten, in denen emsige Sinnsucher von der Wiederkehr des Spirituellen träumen oder delirieren, in Zeiten also, in denen in Transzendenz abgesicherte, präexistente Normativität wieder hoch gehandelt wird, ist man anscheinend bereit zu jedem intellektuellen Opfer, um auch im Allerkontingentesten Sinnhaftes aufzuspüren.

Immer und überall Umgekehrt würde vielleicht ein Schuh draus: Wenn man sich, zum Beispiel mit den analytischen, eher phänomenologischen Werkzeugen, die etwa Jan Philipp Reemtsma jüngst in seinem magistralen Werk "Gewalt und Vertrauen" anbietet, an die Fälle macht, um aus ihnen zu lernen. Nicht, wie Homo sapiens funktioniert, das wissen wir, mehr oder weniger. Sondern wie man, mit aller Skepsis gesprochen, Frühwarnsysteme entwickeln könnte, wenn man es denn überhaupt kann.

Darüber hinaus kann es keinen Sinn und keine sinnvolle Exegese kontingenter Extremereignisse geben. Österreich oder die Schweiz, Deutschland oder die USA - Gewalt und Verbrechen sind nun einmal ubiquitär, treten überall auf, ihre Manifestationen und ihre Mittel sind die, die gerade zur Hand sind. Schusswaffen in den USA, Keller in netten Kleinstädten, Tiefkühltruhen in Haushalten. Und mehr lässt sich nicht sagen, denn ansonsten stört schon wieder der nächste Axtmörder. (Thomas Wörtche/DER STANDARD – Printausgabe, 24.5.2007)

Thomas Wörtche (Jg. 1954), ist als Herausgeber, Lektor, Kolumnist und Kulturkritiker tätig (Spezialgebiet: Kriminalliteratur) und lebt in Berlin.
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    1 2
    Eva Hexe
     
    30.05.2008 14:43
    häää?

    was biddschön ist "...kulturhistorisch abgesicherten Modus. " ?

    Samantha Mulder
    29.05.2008 20:09
    Typisch

    Hier ist ein interessanter Beitrag zum Thema: Was ist an dem Fall eigentlich typisch österreichisch?

    http://www.zeit.de/online/20... oderatorin

    interesse 1
    30.05.2008 08:41
    auch das ist typisch österreichisch...

    "Wozu in die Ferne schweifen.
    Das Gute liegt so nah."
    In diesem Fall ist es der "Falter" und Florian Klenk.
    Der empfohlene "Zeit"-Kommentar ist ident mit dem Falter-Klenk-Beitrag.
    Und übrigens - wie noch viel anderes interessantes -
    bei Florian Klenk nachzulesen.
    Es gibt auch in Österreich ein "handvoll" guter und seriöser Journalisten,
    http://www.florianklenk.com/2008/05/d... e.php#more

    dhl
    25.05.2008 18:33
    Es fällt mir schwer,

    es so hinzuschreiben: Einen dermaßen aufgeregten Blödsinn habe ich schon lange nicht gelesen, auch wenn er sich zum Schluss anbiedernd um den über jeden Verdacht erhabenen Herrn Reemtsma schlängelt.
    Jede Tat wie jede Untat geschieht aus einem bestimmten geistig-kulturellen Biotop heraus, das man sich schon genauer anschauen sollte.
    Das besagt aber noch lange nicht, dass jeder Österrreicher Fuchs, Prikopil, Unterweger, Fritzl usw. ist.
    Also wozu das Wortgesprudel?

    interesse 1
    26.05.2008 18:54
    weder aufgeregt, noch ein Blödsinn

    dhl fällt es nicht nur schwer, zu schreiben. Noch schwerer fällt ihm/ihr zu lesen. Und sodann das gelesene zu verstehen.
    Einigen wir uns, seine/ihre Zeilen sind nur ein Rülpser auf das von ihm/ihr sogenannte Wortgesprudel.
    Da sind halt die Reime des Wolf Martin leichter zu erfassen.
    Immer wieder wird mir klar, warum es so einen Qualitätsunterschied zwischen den deutschen, schweizerischen und österreichischen Qualitätsmedien gibt.
    Denn die meisten Postings zeigen, dass selbst Standard-Leser mit einem gehalt- und qualitätsvollen Kommentar nicht zurecht kommen.
    Weder mit dessen feiner Klinge. Noch erfassen die Poster nur annähernd das, was der in Deutschland angesehene Verfasser meinte und wollte.

    Toni Laddorfer
    25.05.2008 07:12
    Wortklauber

    Allen Vereinheitlichungen zum Trotz- es gibt immer noch lokale Faerbungen in der Sprache; oertliche Eigenheiten in der Kueche; Fernsehen, Film und Radio wiederspiegeln spezifisch ortsgebundende Eigenschaften der Menschen.
    Schwerverbrechen sind selten, daher ist es ungleich schwerer Verallgeneinerungen und oertliche Vorlieben im Toeten und Quaelen festzustellen. Es scheint aber in unserer Natur zu liegen die Tiefen der menschlichen Seele auszuloten und dazu gehoeren auch die vom Author verurteilten Versuche einer Analyse der Volksseele.

    Der Autor scheint mir ein selbstverliebter Wortklauber zu sein. Die Form seiner Sprache ist ihm ungleich wichtiger als der Inhalt.
    Ueberfluessiger Kommentar.

    a grünes stricherl
     
    24.05.2008 18:24
    die medienwelt sieht uns übrigens nicht so

    den meisten menschen ist österreich völlig egal.

    (worin genau österreichs groesstes glück liegt btw)

    interesse 1
    26.05.2008 19:10
    es geht nur um die Sicht der Medienwelt

    Fast nur Postings von jenen, die nichts verstanden oder alles falsch verstanden haben.
    Der Verfasser beschreibt, wie die Medien uns sehen. Und uns deshalb so sehen, weil wir selbst uns in Teilen unserer Kultur/Literatur so sehen.
    Original-Zitate als Beweis:
    ...sei's in der Literaturgeschichte, sei's im Gesamtwerk von Sigmund Freud oder Elfriede Jelinek oder an anderen arkanen Plätzen...

    Das haben wir wieder einmal pausenlos um die Ohren geschlagen bekommen, seit Josef F. und sein Horror-Haus von Amstetten durch die Medien tobten. Die Fälle Kampusch und Amstetten zusammengenommen ergeben ein recht ridiküles Beispiel medialer Sinnstiftung. Beides seien Verbrechen, so war allüberall zu lesen, denen etwas typisch Austriakisches anhaftet.

    Michael Tfirst
     
    24.05.2008 16:25
    Ich liste auf meiner Homepage nur kirchliche sex. Missbrauchsfälle auf, also die nichtkirchlichen nicht, wie z. B. den von Herrn F. aus Amstetten in NÖ. Die offiziellen Kinder von Herrn F. (oder einige von ihnen) wurden in Klosterschulen

    gegeben, da man das ja als guter Bürger in NÖ so macht (eine Tochter von Herrn F. soll in Bad Goisern in einer kath. Schule als Lehrerin tätig sein). Und auf der Homepage von Mirror.co.uk steht u. a.: …....50 - Married teacher who lives in Bad Goisern.......

    http://www.mirror.co.uk/news/tops... -20406800/

    In Bad Goisern flogen etliche sexuelle Missbrauchsskandale auf. Ein Priester war daran beteiligt, der in einer Nacht und Nebelaktion von Kardinal Schönborn versetzt wurde…Genaueres berichte ich auf meiner Homepage:

    http://michaeltfirst.blogspot.com/

    Michael Tfirst

    Michael Tfirst
     
    24.05.2008 16:36

    In Bad Goisern flogen zwar einige sexuelle Missbrauchsskandale auf, und ich berichte hier auf meiner Homepage ja auch über einen Priester der daran beteiligt war...

    Da die Pädophilenringe Österreichs bis in die hohe Politik und in die obersten Kirchenkreise reichen, werden die kath. Kirche in Österreich und die Politiker immer alles untenehmen, dass nie richtige Zusammenhänge hergestellt werden können und objektive Aufklärung geschehen kann, so wie ich es seit Jahren fordere.

    http://michaeltfirst.blogspot.com/

    MfG
    Michael Tfirst

    Rossa
    24.05.2008 14:04
    Amstetten und die oesterr.Literatur

    Bitte keine halben Zitate!
    Times online Artikel hier: www.entertainment.timesonline.co.uk/tol/arts_... nment/the.

    Ausserdem finde ich als bekennenter Jelinek Fan, dass sie ein einsamer Rufer im Walde ist...

    johann steiner
    24.05.2008 13:44

    Es ist nicht so dass nur Österreich seine Eigenheiten hätte, und wenn über Österreich geschimpft sage ich dass vieles von dem stimmt, aber im Ausland ist es auch nicht besser und in den größten Teilen der Welt ist es viel schlechter als bei uns,
    aber das Untertanenbürgertum das nichts sieht ist weit verbreitet, und man soll ja auch ein braver Bürger des Kammer- und Verbände- staates sein, und unter Erwin Pröll wurde diese aus der Habsburgermonarchie übernommene Mentalität wurde unter einem Mann wie Erwin Pröll sicher nicht besser, er lebt und leibt ja wie ein Statthalter des Franz Joseph I.

    dh_dh_3
    24.05.2008 11:40

    Mein Kompliment an den Autor! Ich glaube, Sie verstehen was von ihrem Handwerk ...

    Siehe auch http://www.guardian.co.uk/world/200... oseffritzl

    (in Englisch, etwas weniger durchdacht, und mit einem etwas alltäglicherem Vokabular)

    didi111
    24.05.2008 11:24
    Auch hier ein paar WARUMS:

    WARUM untersucht keiner (kein U-Ausschuss) das Verhalten der Behörden vor Ort?

    Sie wußten über die Vorstrafen F., es war die Tochter abgängig, und es tauchten immer wieder Kleinkinder auf. Für die Behörden scheinbar alles normal.

    WARUM wurde seitens der Aufsichtsbehörde in der Landeregierung in St. Pölten die Akten über Jahre hindurch nicht geprüft?

    WARUM gibt es hier (in Amstetten und in St. Pölten) keine politische Verantwortungen?

    Und würden wir diese Fragen einmal ernsthaft beantworten wollen, dann würde auch unser internationales Standing in der Welt auch anders ausschauen.

    Nur vertuschen, keine Schuld auf uns nehmen, das sind die wahren Mali dieser Republik, und nicht singuläres Fehlverhalten von kranken Personen.

    sr...
    24.05.2008 10:32

    Aber auch eine Reflexion über die Reflexion ist eine Reflexion - und irgendwie auch problematisch.
    Auch das mit den All-Aussagen - auch die Negation ist dann irgendwie eine All-Aussage.
    Soziologen, Psychoanalytiker, Psychologen, Reporter, usw. leben halt davon, unhaltbare kausale Zusammenhänge zu konstruieren.

    man of constant sorrow
    24.05.2008 09:33
    Netter Versuch

    Zugegeben, das klingt alles plausibel und durchdacht, und nur zu gerne würde man sagen: Gut. Stimmt. Alles klar, die Kommentatoren, die Künstler, die Mahner, die Shrinks liegen daneben und haben eigentlich eher ein Problem mit sich.
    Aber irgendwie will das nicht so ohne weiteres gelingen. Ein Blick nach Westen, in die Schweiz: Die großen Verbrechen der letzten Jahrzehnte fanden dort, sozusagen, aushäusig statt. Männer, die nach jahrelangem Frust schlucken mit Schusswaffen Amok liefen und ihre Bürokollegen oder gar eine Landesregierung beschossen und viele töteten.
    Das ist ebenfalls ein Muster. In Österreich bleibt es in der Familie. Und das Argument der national verfügbaren Tatwaffe lass ich nicht gelten. Es gibt auch hier "Puffen" genug.

    tempa
    24.05.2008 10:10

    Die Opfer von Männern sind ja meist offensichtlich durch den Gebrauch von Schusswaffen, Messern usw erkennbar. Man sagt Frauen nach, das sie auf subtilere Art töten.

    Man erinnert sich an Elfriede Blauensteiner, an verschiedene "Todesengeln" im medizinischen Bereich.
    Ich denke, das viele (Einzel)Morde durch Gift, Medikamentenmissbrauch schlicht als natürliche Tode gesehen werden, erst wenn sich über Jahre Todesfälle häufen, wird mancher misstrauisch.
    Frage mich also, wieviele tote Kinder(vielleicht bereits bei der Geburt ermordet), wieviele tote Ehemänner es in der Schweiz gibt, alle eines "natürlichen" Todes gestorben. Wie wollen sie also auf ein Muster schliessen, wenn sie vermutlich nur einen ungenügenden Teil erkennen können?

    man of constant sorrow
    24.05.2008 13:59

    Ich habe von den großen, aufsehenerregenden Verbrechen gesprochen.
    Ich weiß von den Nivellierungstendenzen hierzulande - es sind eh alle gleich, es ist eh alles dasselbe - aber es ist nicht so.

    tempa
    24.05.2008 21:28

    Sie wollen allen Ernstes von einigen wenigen aufsehenerregenden Verbrechen auf mehrere Millionen schliessen. Ihnen ist aber schon klar, das sie damit alles und jedes beweisen koennen?

    Red Cloud
    24.05.2008 09:54

    vielleicht bleiben in der schweiz die "inhäusigen" verbrechen verborgen??

    pax ars nexus demos
    24.05.2008 07:13
    wittgensteins "worüber man nicht reden kann..."

    insgesamt finde ich die argumente von thomas wörtche, was im diskurs passiert wenn man es mit irrationalen, absurden geschehnissen zu tun hat, ziemlich interessant. andererseits ist die reflexion der reflexion logisch wieder eine (bestimmte) reflexion, dh sie hat wahres und falsches, und das muss sich ausdifferenzieren.
    mein senf zu AMStetten: nur wer das AMS von innen kennt, weiss um die zusammenhänge. im übrigen könnte niemand 4 vietnamesInnen länger als 3 tage einsperren. wieso?: weil die sich gegen solche übergriffe von weissen, christen, katholiken etc immer zu verteidigen wissen. lang lebe ho chi minh, cao dai, general giap etc

    tempa
    24.05.2008 09:24

    Zitat: "wenn man es mit irrationalen, absurden geschehnissen zu tun hat"
    Sollten sie damit das Verbrechen an sich meinen:
    Man kann dieses Verbrechen ja aus verschiedenen Blickwinkel betrachten, der ihrige ist mir nicht besonders sympathisch: Es haben schon zu viele, sich selber für besonders klug und moralisch haltenend, mit Aussagen aufgedrängt und doch nur zum Nachdenken über Eitelkeit und Dummheit angeregt.

    Was ihre Aussage zu Vietnamesen berifft: Das meinte ich ua. mit Dummheit im obigen Absatz.

    Herr Ritchie Robinson und andere : Wer hätte gedacht, das sich manche noch absurdere Glaubenswelten als die etablierten Religonen bauen und das eine alte Erkenntnis "Richte mit Vernunft und nicht mit dem Glauben" dort nicht mehr gilt.

    wolfgang dähnhard
     
    24.05.2008 07:07
    warum nicht

    warum nicht canetti? "die masse sind immer die anderen." eine seiner aussagen; warum nicht joseph roth oder arthur schnitzler... frau jelinek ist da eine fußnote der literaturgeschichte. was die mediale hybris anbelangt, gebe ich dem autor recht, auch die erkenntnis, dass die österreichische mentalität alles wegsperrt, inclusive ihr (historisches) gedächtnis. nur damit allein erklärt man nicht die genannten phänomene. man lese etwa die "120 tage von sado" von marquis de sade bzw. die verfllmung darüber von pasolini. dieser bogen reicht bis zu "schweigen der lämmer" oder tv-sendungen wie "britt".
    ohne schatten kein licht und ohne (sittliche) gesetze anarchie. und auch sich selbst analysieren, nicht nur die anderen, siehe zitat oben.

    Der Bitter
    24.05.2008 05:17

    Was meint er wohl mit "kontingent"?
    Klingt jedenfalls gut. Das wird sich durchsetzen.

    G. Bitte
    24.05.2008 12:50
    Duden hilft.

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