2000 fand das Turnier erstmals in zwei Ländern statt, der Weltmeister wurde erstmals Europameister
"Hoch wermas nimmer gwinnen." Also sprach der österreichische Verteidiger Anton Pfeffer in der Pause des EM-Qualifikationsspiels Spanien - Österreich ins TV-Mikrofon. 5:0 stand es für die Gastgeber in Valencia. Spanien siegte am 27. März 1999 schließlich mit 9:0. Die höchste Niederlage eines österreichischen Teams seit 1908, dem 1:11 gegen England, bedeutete naturgemäß das Ende der Amtszeit des Teamchefs. Herbert Prohaskas Nachfolger Otto Baric verlor die nächste Partie in Israel nur 0:5.
Vergleichsweise unspektakulär war die Schweiz gescheitert in der Qualifikation für die EURO 2000, die erstmals in zwei Ländern, in Belgien und den Niederlanden, ausgetragen wurde. Schließlich gibt es nur wenige Länder in Europa, die allein in der Lage sind, acht EM-taugliche Stadien zur Verfügung zu stellen.
Euphorie herrschte in England, nachdem in der Vorrunde in Charleroi Deutschland 1:0 geschlagen wurde. Gleichzeitig herrschte Entsetzen. 1000 englische Hooligans wurden nach Ausschreitungen rund um die Partie von der rigoros durchgreifenden Polizei festgenommen. Als die UEFA drohte, bei weiteren Vorfällen das Team von der laufenden EURO auszuschließen, meinte Englands Teammanager Kevin Keegan: "Wenn man die Spieler bestraft, wäre das eine schwere Niederlage für den Fußball." Für die Niederlage der Engländer sorgten die Rumänen mittels 3:2, womit das Viertelfinale ohne England und Titelverteidiger Deutschland auskommen musste.
Nach dem Halbfinal-Out der Oranjes in Amsterdam im Elferschießen gegen Italien kam es in mehreren niederländischen Städten zu schweren Ausschreitungen einheimischer Randalierer.
Zum letzten Mal entschieden Golden Goals bei einer EURO, und sie entschieden für Frankreich. Als erstes Team schafften es die Franzosen, als regierender Weltmeister auch den EM-Titel zu gewinnen. Der große Zinedine Zidane schoss sein Goldenes Tor per Elfer im Halbfinale gegen Portugal (2:1).
Im Finale im Stadion de Kuip zu Rotterdam sahen die Italiener lange Zeit wie die Champions aus, führten dank Marco Delvecchio seit der 55. Minute rechtschaffen mit 1:0. Sekunden vor Ende der Nachspielzeit glich Sylvain Wiltord aus und sorgte für die Verlängerung. Ein Volleyschuss des eingewechselten David Trezeguet (103.) besiegelte die Partie. (Benno Zelsacher, DER STANDARD; Printausgabe, Freitag, 23. Mai 2008)
Finale:
Frankreich - Italien 2:1 (0:0, 1:1) Golden Goal
Halbfinale:
Frankreich - Portugal 2:1 (1:0, 1:1) G. G.
Italien - Niederlande 0:0, 3:1 im Elferschießen
Schweiz und Österreich nicht qualifiziert