Eigentlich wurde vergangenen Herbst am Zürcher Letzigrund frischer Rasen ausgerollt, jetzt muss schon wieder Neuer her
Zürich - Außer in Wien und Genf wird bei der EURO 2008 in
Österreich und der Schweiz in allen Stadien auf einem neuen Rasen
gespielt. In dieser Woche wird im Zürcher Letzigrund der letzte
EM-Rasen, der auf 23 Lastwagen aus der Niederlande in die Schweiz
gefahren wurde, verlegt. Eigentlich hatten sie im Letzigrund das
EM-Grün schon im vergangenen August verlegt, doch dann litt der Rasen
im neuen Stadion zu sehr unter den Strapazen von 27 Super-League-, 4
UEFA-Cup- und 3 Länderspielen sowie unzähligen Trainingseinheiten.
"Der Rasen war zu jung, um dies schadlos zu überstehen. Für die EM
soll er perfekt sein", sagte Letzigrund-Greenkeeper Georges Nafzger.
Daher entschied sich die Stadt Zürich, im Hinblick auf die
Fußball-Festspiele im Juni mit Weltmeister Italien auch den Rasen in
weltmeisterlicher Qualität zu präsentieren.
250.000 Franken (153.431 Euro) ließ man sich den neuen Rasen
kosten. In der Niederlande war schon im April 2007 mit der Anzucht
begonnen worden, am Montag wurden die 15 m langen, 2,4 m breiten und
3 cm dicken Rasenstücke ("Bigrolls") in Heythuysen abgeschält und auf
Rollen in 23 Lastwagen in die Schweiz gefahren.
Bis zum ersten Spiel am 9. Juni (Frankreich - Rumänien) wird das
Substrat des neuen Rasens noch keine richtigen Wurzeln in der
Unterlage des bisherigen Letzigrundrasens schlagen können. "In zwei
Wochen sind Wurzeln in der Länge von vielleicht zwei bis drei
Zentimeter möglich. Das ist natürlich nicht viel", sagte Johannes
Neher, der von der Stadt Zürich ebenfalls mit der Rasenpflege
beauftragt ist.
Schon im April haben das Stade de Suisse in Bern und der St.-
Jakob-Park in Basel für die EURO einen neuen Rasen erhalten. Dort
haben die Stadionbetreiber die Spielfläche allerdings aus Deutschland
kommen lassen. Die EM-Rasen wurden aus fast allen Himmelsrichtungen
angeliefert: aus der Niederlande (Zürich), Deutschland (Bern, Basel,
Salzburg, Klagenfurt) und Ungarn (Innsbruck). Rollrasen im Format wie
sie in Zürich, Bern und Salzburg verwendet werden, produzieren nur
zwei Firmen in Europa: jene im holländischen Heythuysen und jene im
bayrischen Ingolstadt.
(APA/Si)