Wo sind die Elektroautos geblieben?
Es gibt derzeit kein Elektroauto zu kaufen. Das war nicht immer so. Ab und zu tauchte früher tatsächlich ein Elektroauto in den Neuwagenpreislisten auf - und verschwand gleich wieder. Praktisch immer wurde die Energie in Bleibatterien gespeichert: sehr schwer, sehr geringe Reichweite. Man war ständig auf der Suche nach einer Steckdose. Den Ankündigungen mehrerer Autohersteller zufolge, etwa GM oder
Renault, soll es aber sehr bald wieder Elektroautos zu kaufen geben. Unterhaltungselektronik und Hybridtechnik bescherten der Batterietechnologie einen kräftigen Fortschritt. Mittlerweile sind Nickel-Metallhydrid-Akkus Stand der Technik, bald werden auch die noch effizienteren Lithium-Ionen-Batterien für das Auto serienreif sein.
Effizienz vs. Beliebtheit
Es klingt paradox: Größter Vorteil des Fahrens mit Strom ist wohl die Tatsache, dass die Speicherkapazität von Akkus trotz aller denkbaren Fortschritte im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen gering bleiben wird. Das heißt, ein E-Auto muss von vornherein hocheffizient mit Energie umgehen, sonst kommt es nicht weit.
Grundsätzlich hat die Autoindustrie mit dem Elektroauto ein Problem: Es benötigt keinen Verbrennungsmotor und in vielen Fällen nicht einmal ein Getriebe, und wenn überhaupt, ein ganz einfaches. Im Grunde braucht ein Autohersteller für ein Elektroauto nichts von dem, was man gemeinhin als Kernkompetenz bezeichnet. Das mag durchaus einer der Gründe sein, warum das Elektroauto nie wirklich beliebt war in der Autoindustrie.
Bemerkenswertes
Bemerkenswerterweise sorgte ausgerechnet einer der großen Elektrotechniker seiner Tage für das Ende des Elektroautos. Denn erst die Zündkerze des Robert Bosch brachte den Verbrennungsmotor so richtig zum Laufen. Zu bedenken wäre allerdings, dass eine Wiederbelebung des Elektroautos nicht gleich neuen Schwung für die Kernkraft bedeutet. (rs)