Neuer Schwung mit Strom

Redaktion, 23. Mai 2008, 11:00

Wo sind die Elektroautos geblieben?

Es gibt derzeit kein Elektroauto zu kaufen. Das war nicht immer so. Ab und zu tauchte früher tatsächlich ein Elektroauto in den Neuwagenpreislisten auf - und verschwand gleich wieder. Praktisch immer wurde die Energie in Bleibatterien gespeichert: sehr schwer, sehr geringe Reichweite. Man war ständig auf der Suche nach einer Steckdose. Den Ankündigungen mehrerer Autohersteller zufolge, etwa GM oder Renault, soll es aber sehr bald wieder Elektroautos zu kaufen geben. Unterhaltungselektronik und Hybridtechnik bescherten der Batterietechnologie einen kräftigen Fortschritt. Mittlerweile sind Nickel-Metallhydrid-Akkus Stand der Technik, bald werden auch die noch effizienteren Lithium-Ionen-Batterien für das Auto serienreif sein.

Effizienz vs. Beliebtheit
Es klingt paradox: Größter Vorteil des Fahrens mit Strom ist wohl die Tatsache, dass die Speicherkapazität von Akkus trotz aller denkbaren Fortschritte im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen gering bleiben wird. Das heißt, ein E-Auto muss von vornherein hocheffizient mit Energie umgehen, sonst kommt es nicht weit.

Grundsätzlich hat die Autoindustrie mit dem Elektroauto ein Problem: Es benötigt keinen Verbrennungsmotor und in vielen Fällen nicht einmal ein Getriebe, und wenn überhaupt, ein ganz einfaches. Im Grunde braucht ein Autohersteller für ein Elektroauto nichts von dem, was man gemeinhin als Kernkompetenz bezeichnet. Das mag durchaus einer der Gründe sein, warum das Elektroauto nie wirklich beliebt war in der Autoindustrie.

Bemerkenswertes
Bemerkenswerterweise sorgte ausgerechnet einer der großen Elektrotechniker seiner Tage für das Ende des Elektroautos. Denn erst die Zündkerze des Robert Bosch brachte den Verbrennungsmotor so richtig zum Laufen. Zu bedenken wäre allerdings, dass eine Wiederbelebung des Elektroautos nicht gleich neuen Schwung für die Kernkraft bedeutet. (rs)

Leserfragen an:

Rudolf Skarics

  • Gefährliche Elektroautos [136]

    Elektrische Spannungen und Ströme, aber auch die Elektromotoren selber bergen hohe Risiken

  • Konflikt Fahrrad versus Auto [268]

    Die Trennung von Rad- und Autoverkehr funktioniert nicht wirklich. Radwege mögen das richtige Symbol sein, aber nicht immer die richtige Lösung

  • Vom autonomen Autofahren [42]

    Autofahren ist vor allem in Ballungsräumen nicht mehr lustig und um das erste verdiente Geld auszugeben gibt es genügend Alternativen zum Auto

  • Start-Stopp: Es gibt längst Besseres [86]

    Die Zukunft gehört Systemen mit Starter-Generator, der unauffällig zwischen Stillstand, Elektro- und Verbrennungsmotorbetrieb wechselt

  • Verkehr in Megacitys [3]

    Die Autoindustrie liefert Konzepte für den Autoverkehr in künftigen Megacitys und denkt über besonders kleine und smarte Fahrzeuge nach

  • Zugfahren als Schnäppchenjagd [185]

    Die Bahn hält Neukunden konsequent fern. Alternativen sind die neue Westbahn - oder der private PKW

  • Radfahren: Fit, aber tot? [256]

    Je mehr Radfahrer sich auf den Straßen tummeln, umso mehr Unfälle gibt es auch

  • Autosalon als Spiegelbild [3]

    Die heurige Automobilausstellung in Frankfurt kehrt auf den ersten Blick wieder ziemlich auf den Boden der Tatsachen zurück

  • Das Auto braucht Straßen [86]

    Das Auto braucht eine Infrastruktur, nämlich Straßen, und die schenken uns die Autohersteller nicht dazu

  • Autofahren mit Biogas [39]

    Biogas wird im Wesentlichen aus landwirtschaftlichen "Abfällen" hergestellt, tritt also nicht in unmittelbare Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion

  • Pendlerpauschale ade? [379]

    Eine hohe Mobilität von Arbeitskräften ist eine Grundlage unseres Wirtschaftslebens. Die CO2-Diskussion betrifft vor allem auch die Pendler

  • Mit den Waffen der Gegner [99]

    Gijs Mom macht sich schon lange Gedanken, warum der Elektromotor vor 100 Jahren den Wettlauf mit dem Verbrennungsmotor verlor

  • Abgas-Erregungsakrobatik [19]

    Bis heute spielen die kompromisslosen Autoverteidiger eine lautstark polternde, aber ziemlich nutzlose Rolle

  • Feinstaubalarm beim Ottomotor [81]

    Die Regelung Euro 5 sieht eine Begrenzung der Partikelmasse vor. Aber nur mit der Partikelmenge lässt sich der Feinstaubanteil erfassen

  • Feindbild Automobil (III) [20]

    Die Existenz zu vieler Autos wird zwar beklagt, als Jobmoter sind Autofabriken aber nach wie vor gerne gesehen

  • Feindbild Automobil (II) [103]

    Fahrrad- und Automobilfahrer waren einst Freunde. Die Freundschaft hatte ein Ende, als das Auto dem Rad davonfuhr

  • Feindbild Automobil (I) [71]

    Das Auto hatte es Anfangs ganz und gar nicht leicht, sich durchzusetzen

  • Porsche-Preis fürs Lichtsparen [21]

    Der Prof.-Ferdinand-Porsche-Preis der TU Wien geht dieses Jahr an Wolfgang Huhn (Audi) und Kamislav Fadel (Automotive Lightning)

  • Gasgeben wörtlich genommen [12]

    Mit steigenden Kraftstoffpreisen werden Alternativen zu Benzin und Diesel zusehends interessanter, insbesondere Erdgas

  • Gummi braucht Straße

    Die Hoffnung der Autobranche lautet, in den derzeit noch weniger entwickelten Ländern im Laufe der Zeit auf über 500 wie bei uns aufschließen wird

  • Elektromotor rettet Verbrennungsmotor [41]

    Das diesjährige Wiener Motorensymposium prophezeite revolutionäre Zeiten im Automobilbau

  • Flexibler Motorenpapst [43]

    Es werden nur jene technischen Lösungen kommen, für deren Erforschung und Umsetzung in die Praxis sehr viel Geld ausgegeben wird

  • Auf ins Energiesparadies [8]

    Wahrscheinlich befinden wir uns jetzt im letzten Drittel des Erdölzeitalters - und auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger

  • Mit dem Rotstift durch die Verbrauchstabelle [60]

    Mercedes senkt mit Akribie den CO2-Ausstoß seiner E-Klasse, jedenfalls auf dem Papier

  • Automatik ohne Mehrverbrauch [197]

    Mit manuellem Schaltgetriebe, automatischem Doppelkupplungsgetriebe und Wandlerautomatik werden heute in etwa die gleichen Verbrauchswerte erzielt

Lophiomys imhausi
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Der Strompreis

wird auch drastisch steigen, sobald mehrere Autolenker elektrisch tanken. Dabei werden die Stromkonzerne den Ölriesen in Nichts nachstehen!

Hier würde nur eine Teilautarkie mit einer Photovoltaik-Anlage am Dach und ein Zweitakku für die Tagesladung aus der Geiselhaft des Marktes befreien.

Lophiomys imhausi
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und der Markt?

Hätte in Österreich irgendeine signifikant grosse Gruppe Elektroautos gekauft?
Ich vermute gerade und ganz besonder in Österreich niemand. Wieviele lesen und posten hier?
Bei den vorhersehbar gestiegenen Treibstoffpreisen im nachhinein auf die Autoindustrie rausreden und Unwissenheit zu beteuern bringt auch nix.

Lophiomys imhausi
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Die Ausfallsicherheit und Lebendauer

von elektrischen und besonders elektronischen Baueteilen ist enorm. (abgesehen vom Akku.)
Daran haben Autoindustrie und Werkstätten auch kein grosses Interesse.

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