
Leser "Viscum album": ... Warum nicht gleich mit Agent Orange gegen dieses störende Grün im Kies vorgehen? Wäre von derselben Firma und noch effektiver als Round-up ...
Leser "perma.nent": ... Das Wort UNKRAUT allein geht mir ziemlich auf den Wecker ...

Leser "Im Land wo die grünen Ameisen träumen": ... Ich denke, Sie sind nicht mehr Herr Ihrer Gedanken, wenn Sie öffentlich zum Giftspritzen auffordern. Werde mir rechtliche Schritte gegen Sie überlegen ...
Leser "Devianz": ... Wie wär's mit der Variante stehenlassen? Natur der Natur überlassen. Tut doch nicht weh, oder ...
Zu all diesen Aussagen stehen wir nach wie vor. Was wir nicht geschrieben haben - und hiermit ganz bewusst nachholen - ist der Umstand, dass dieses Mittel vom weitenteils übel beleumundeten US-amerikanischen Chemie- und Agrarkonzern Monsanto produziert wird, also einem Multi, der auf allen Bösewichterlisten der Umweltorganisationen ganz weit oben steht.
Das hat ein paar der kritischeren Leser einigermaßen aufgeregt. Wahrscheinlich zu Recht. Weshalb wir diesen wichtigen aufklärerischen Geistern diesen Platz hier widmen, um die Tatsache nachzuberichten.
Marktdurchdringungsmethoden
Monsanto ist tatsächlich, wie wir an anderer Stelle im Standard übrigens wiederholt geschrieben haben, mit Vorsicht zu genießen, da seine weltweiten Marktdurchdringungsmethoden in Sachen Saatgut, Pestizide und andere Gifte aller Art keineswegs durchsichtig sind.
So weit der Nachtrag zum Round-up-Grünzeug der Vorwoche. Jeder soll selbst entscheiden, ob er oder sie nun dieses von einer unsympathischen Firma stammende Produkt kauft, einsetzt oder nicht. Nichtsdestotrotz haben wir hier einen interessanten Punkt der Debatte erreicht, und zwar jenen der reinen Lehre gegen den der Verhältnismäßigkeit. Denn auch wenn wir ohne Unkrauttod unser Auslangen finden, was vergleichsweise einfach ist: Wie handelt jeder Einzelne, jede Einzelne von uns in dieser irren Welt?
Essen wir im Winter Erdbeeren, wissend, dass sie quer über den Kontinent transportiert wurden? Kaufen wir in Giftbädern gewaschene Bananen anderer, ebenfalls ausnehmend übler Megakonzerne? Wer hat die T-Shirts genäht, die nicht erst seit gestern so praktisch billig zu haben sind und von denen die meisten von uns sowieso viel zu viele unnötigerweise besitzen? Rauchen wir die chemisch behandelten Tabakprodukte einschlägiger Großkonzerne?
Bewusster Mittelweg
Und weiter: Müssen wir tatsächlich sieben Tage pro Woche Fleisch und Wurst essen und damit einen der widerlichsten und erwiesenermaßen umweltschädigendsten Agrarzweige dauersubventionieren? Kommen wir um südafrikanische Apfelimporte nicht umhin, während hierzulande im Herbst die Äpfel am Feldesrand verfaulen? Wen schädigen wir aber, wenn wir sie nicht kaufen? Südafrikanische Kleinbauern oder börsennotierte Großkonzerne?
Apropos: Ist es in Ordnung, diese schönen Rosen zu kaufen, die neuerdings auch im Supermarkt angeboten werden? Die kommen zum Großteil aus Chile, wo sie quasi großindustriell produziert werden. Mit extrem viel Gifteinsatz übrigens, was man nicht nur den Händen der Rosenarbeiterinnen ansieht. Was geschieht mit diesen Frauen aber, wenn wir brave Umweltschützer entrüstet den Boykott ausrufen und diese Industrie zum Kippen bringen? Eilen wir dann nach Chile und bauen ein neues Business auf, damit Kinder satt werden? Tun wir das wirklich?
Oder bleibt uns letztlich gar nichts anderes übrig, als einen bewussten Mittelweg in allen Lebenslagen zu versuchen, weil das Eis überall dünn und glatt ist? Nochmals: Besagtes Unkrautmittel gilt auch unter den eingefleischten Gegnern seines Produzenten als das noch geringste Unkrautvernichtungsübel. Und ja, man kann auch locker ohne es gärtnern. Aber der Faktor Verhältnismäßigkeit sollte in derlei Debatten nicht aus dem Blickwinkel geraten, und die Terminologie besser nicht in Radikalgefilde abgleiten. (Ute Woltron/Der Standard/rondo/23/05/2008)
Das ist ein heutzutage seltenes, vom Aussterben bedrohtes Phänomen - was Vor- und Nachteile hat, sinniert Ute Woltron
Werfen Sie jetzt ein paar Ingwerknollen in die Erde, damit Sie kommenden Winter genug davon haben, rät Ute Woltron
Tropische Mitbringsel wie die abgebildeten können es ordentlich in sich haben, berichtet Ute Woltron
Lassen Sie Ihren Garten jetzt in Ruhe – planen Sie lieber in genüsslicher Faulheit die kommende Saison, sagt Ute Woltron
Bevor Ihnen fad wird und Sie Unfug treiben mit Sämereien - ein zerstreuender Vorschlag von Ute Woltron
Der unheilige Konsum von Alkohol vor Weihnachten ist nicht nur auf die Menschheit beschränkt, berichtet Ute Woltron
Wir bangen um einen Zitronenbaum, der, dem Ufer Kaliforniens entrissen, hier wurzeln soll, berichtet Ute Woltron
In der Kommunikation zwischen Mensch und Gockel fließt Blut. Noch ist es meines. Das könnte sich ändern, sagt Ute Woltron
Sie haben richtig gesehen: Die Herrschaften rechts erleichtern sich auf Strohballen - Warum? Das enthüllt Ute Woltron
Wenn Sie schon immer wissen wollten, warum die einen erröten, die anderen vergilben, können wir helfen, sagt Ute Woltron
Angeblich gibt es wenig Heilsameres als Rettich, also nehmen wir seinen Gestank in Kauf, rülpst verschämt Ute Woltron
Selbst naturtrübe Witterungen halten uns niemals vom Mostpressen ab, berichtet Ute Woltron
Guerilla Gardening ist eine uralte Betätigung mit neuem Namen, die auch hierzulande Wurzeln fasst, sagt Ute Woltron
Alle wollen Dirndln - Und nicht die Klügsten, sondern die Schnellsten kriegen die schönsten, sagt Ute Woltron
Wenig geht über den heimlichen Hort des Gartens: Jene Ecke, in der das Gerümpel auf Wiederverwendung wartet, sagt Ute Woltron
Dieses ist eine Ode an die Maßlosigkeit, der man sich gelegentlich einfach hingeben sollte, rät Ute Woltron
Allerlei exotisches Zeugs kann dafür herhalten, lange Winter indoor gärtnernd zu überbrücken, sagt Ute Woltron
Die Gemüsesaison endet nicht mit dem Frost, weil wir erst einlagern und dann Wintergemüse anbauen, sagt Ute Woltron
Es schlägt die Stunde der grünen Tomaten - wenn sie die heuer grassierende Braunfäule überlebt haben, sagt Ute Woltron
Was die schöne Tätigkeit des Häckselns mit VW, Opel und spanischen Managern zu tun hat, erklärt heute Ute Woltron
In die verwirrende Wissenschaft der Karpologie, der Kunde über die Welt der Früchte, führt ein Prachtband, den Ute Woltron gelesen hat und hier verdaut
Mutterkraut hilft bei allen möglichen gärtnerischen Zuständen, berichtet Ute Woltron
Borlotti sind nur der Anfang für Bohnenzüchter und solche, die der Sortenvielfalt frönen wollen, sagt Ute Woltron
Die Hälfte der heimischen Tagfalterarten ist bedroht - Wir alle sollten jetzt, nicht erst morgen etwas dagegen tun, sagt Ute Woltron
Damit Sie auch im Herbst kraftvoll zubeißen können, müssen Sie jetzt noch ein bisschen gartenarbeiten, sagt Ute Woltron
Wir geben uns dem Vergnügen des Einkochens und Saftmachens hin, weil darauf immer Verlass ist, sagt Ute Woltron
Zucchetta klingt größer als Zucchino - Das wahre Ausmaß dieser Ungetüme offenbart sich aber erst jetzt, weiß Ute Woltron
Viele Ästchen Wurzeln schlagen zu lassen ist zwar sehr befriedigend, doch für andere mitunter beschwerlich, sagt Ute Woltron
Josef Winkler hat einen literarisch-botanischen Klagenfurt-Kalender erfunden, freut sich Ute Woltron
Erst einmal den Schnabel halten und zuhören - das können Amselmänner erst, wenn die Reviere abgesteckt sind, berichtet Ute Woltron
Auf die Jagd nach dem schwarzlila blühenden Diamanten unter den Salviengewächsen begab sich Ute Woltron
Wir fügen dem Hochbeet die Erfindung des Mittelbeetes hinzu und ernten endlich Karotten damit, berichtet Ute Woltron
Ein Irrgarten ist kein Labyrinth, und ein Knotengarten ist ein Genre für sich - Doch das ideale Baumaterial bleibt stets der Buchs , sagt Ute Woltron
Ribiseln oder Johannisbeeren, das ist hier die Frage - Egal - wir wollen beides, weil's sowieso eins ist - und davon möglichst viel, lautet die Antwort
Griechischer Bergtee ist ein äußerst bekömmliches Gesöff, aber gewöhnlich sauteuer - Weil er auch hübsch ist, bauen wir ihn sofort an, sagt Ute Woltron
Stadtmenschen und Landmenschen sind zwar gleicher Spezies, aber sie haben unterschiedliche Talente, sagt Ute Woltron
Gegen alles, so heißt es, sei ein Kraut gewachsen. Nur nicht gegen die Blödheit, sagt Ute Woltron
Wie Leute, die in der Früh eigentlich nur eine Zange aus dem Gartenhaus holen wollen, am Abend fast schon einen Gartenteich haben, erzählt Ute Woltron
Angeblich schmatzen sie so laut, dass sie die Nachtruhe stören, die Dickmaulrüssler - aber nicht mehr lang, sagt Ute Woltron
Eigenes Gemüse im Garten und auf Balkonen zu ziehen galt lange als leicht hinterwäldlerisch - Damit ist endgültig Schluss, sagt Ute Woltron
Zimmerpflanzen sehen nicht nur schön aus, sondern verbessern das Raumklima und saugen Schadstoffe auf
Damit die Pflanzen nach dem langen Winterschlaf wieder blühen und gedeihen
Exotische Schädlinge können zur Gefahr für heimische Flora werden
Damit die Erweiterung der vier Wände üppig blüht und gedeiht
Samen zu ernten ist eins. Gärtnerisch hinterrücks fremdbesamt zu werden ein anderes. Spaß macht beides, sagt Ute Woltron
ein erdrückender großteil der von ihnen aufgezählten fragen ist es in der tat ganz einfach zu beantworten: nein, das braucht man ganz einfach alles nicht. nicht dass hier dem konsumverzicht an sich das wort geredet werden soll (das wäre noch ein wesentlicher schritt weiter), aber der verzicht auf dirty products und das bevorzugen regionaler, möglichst auf einem akzeptablen ökologischen und sozialen standard produkte, ist in 95% der aufgezählten fälle ziemlich leicht. verhältnismäßig supereinfach sogar. probieren sies ruhig mal aus, das geht. deswegen also blasiert auf die querulantischen pseudo-ökos heunterzuschauen, weil sie gerade beim roundup plötzlich ein gewissen kriegen, ist völlig unangebracht und deplaziert, liebe frau woltron.
und ich gehe halt einmal im Monat mit dem Bügeljäter drüber, wo es notwendig erscheint. Und je länger ich mir die Sachen anschaue,desto weniger notwendig erscheint es mir.
Das dauert pro 10 m² gerade mal drei Minuten.
Der Einsatz von Roundup und Sonstigen gilt ja nur für einzelne Pflanzen die dann halt weg sind. Nach einiger Zeit sprießen neue Samen. Dann wieder Roundup?
Nein, wer schon einen Garten hat, soll sich halt auch ein bisserl betätigen.
Sehr geehrte Frau Woltron,
sollte ich zudem Ihrer Argumentation folgen, würde ich Rosen aus Chile kaufen, damit die Kinder der giftexponierten Arbeiterinnen dort satt werden und auch Äpfel aus Südafrika, damit die dortigen (ebenfalls giftexponierten) Kleinbauern ein Auslangen finden.
Begriffe wie fair-trade oder dezentrale Förderprogramme zu nachhaltiger Nutzung lokaler Ressourcen scheinen spurlos an Ihnen vorbei gegangen zu sein. Ihr Plädoyer für das Mittelmaß zementiert in Wirklichkeit nur den Status-quo von sozialer Ungerechtigkeit und Raubbau an Ressourcen. Man könnte darin sogar eine Begrüßung des Kolonialismus sehen.
Ich wiederhole mich ungern, aber wenn ich derartiges gerne lesen wöllte, würde ich eine andere Tageszeitung wählen.
Geehrte Frau Woltron,
Ich bezweifle, daß wir am selben Planeten wohnen, wenn Sie von Milliarden qkm Roundup-besprühter Flächen sprechen. Ich lebe auf der Erde und die hat insgesamt nur 500 Millionen qkm. Nicht abgezogen davon sind Meere, Berge, Wüsten, Städte,... die nicht agrarisch genutzt werden können.
Es sind mir auch keine eingefleischten Gegner des Produzenten bekannt, die Roundup als "das geringste Unkrautvernichtungsübel" bezeichnen würden - und ich kenne doch einige. Im Gegenteil ist die Verwendung aus ökologischer Sicht sehr umstritten. Lediglich die PR-Abteilung des Herstellers bezeichnet es als unbedenklich.
Ihr Artikel hat leider in meinen Augen nichts verbessert. Mit Polemik und schlechter Recherche ist niemandem geholfen.
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.