Britische Einkaufszentren spüren Kundenwege via Handy auf

Redaktion, 20. Mai 2008 10:38

Mittels Mobiltelefon-Signal kann auch Dauer des Aufenthalts in einzelnen Geschäften bestimmt werden

Britische Einkaufszentren spüren die Wege ihrer Kunden über deren Handy auf. Dabei werden zuerst die Signale der Telefone abgefragt und anschließend der Standort des Handys bestimmt. Mit der neuen Methode kann eruiert werden, wann eine Person ein einzelnes Geschäft betritt, wie lange sie sich dort aufhält und welche Route sie wählt, berichtete die "Times" am Freitag in ihrer Onlineausgabe.

Triangulation

Die Ortung der Telefone erfolgt mittels Triangulation. Dabei wird alle paar Minuten die Entfernung des Handys von drei Empfängergeräten, die eine starke Ähnlichkeit mit Satellitenschüsseln haben, bestimmt. Die Messgenauigkeit beträgt "ein paar Meter", so der Bericht. Laut dem Bericht kann mittels der Methode, die von der britischen Firma "Path Intelligence" entwickelt wurde, auch bestimmt werden, in welchem Land das Telefon angemeldet ist. Die Abfrage persönlicher Daten soll aber nicht möglich sein.

Die Anlage wurde bereits in zwei britischen Einkaufszentren installiert, in drei weiteren soll es ab Juni eingesetzt werden.(APA)

Kommentar posten
18 Postings
furman
17.05.2008 13:55

"Die Schöpfer der Einkaufswelten", ein Film von Harun
Farocki, behandelt u.a. ähnliche Methoden, um den
Weg der Kunden durch Geschäfte rekonstruieren zu
können.

Ich bin optimistisch, dass die aus diesem Wissen
resultierenden Manipulationsmethoden der Marketing-
Spezialitsten eher ein Spielplatz bleiben, auf dem
die damit Befassten derartige Spiele um ihrer selbst
willen spielen, weil es viele andere bestimmende Grössen
des Kaufverhaltens gibt, angefangen beim verfügbaren Geld bis zu einem aufgeklärten und
widerspenstigen Konsumverhalten. Opfer werden
nur ganz bestimmte Gruppen (Die Welt will
betrogen sein), aber auf die kommt es wahr-
scheinlich an. Und einer vollen Börse kann es
wurscht sein.

schnuckiputz
17.05.2008 13:12
und wozu, soll das gut sein?!

Alexander Forst-Rakoczy
20.05.2008 08:16

Noch etwas ist mir eingefallen, nämlich der "Sicherheitsaspekt".

Kunden (böse Jugendliche) kommen in den Supermarkt, gehen in der Gruppe an ein paar Regalen vorbei und verweilen dort kurz, verteilen sich dann auf markante Punkte (Regalenden), einer steht in der Mitte und verweilt dort kurz. An der Kassa kaufen sie nur billige Waren. Das eine Regal beinhaltete aber teure Waren.

Könnte das ein Diebstahl gewesen sein?

Ich bin mir sicher, dass es Firmen gibt, die auch solche Bewegungsmuster auswerten.

Alexander Forst-Rakoczy
19.05.2008 09:14

Es ist, so wie die ganzen "Vorteilskarten", ja nur zum Wohle des Kunden.

Durch die Analyse der Wege und Verweilzeiten können die Waren optimal platziert werden. Die Wege zwischen den am häufigst benötigten Waren können optimal verlängert werden, damit die Kunden möglichst viele Waren dazwischen sehen müssen, d.h., Gelegenheit bekommen, sie auch zu kaufen.

Die Weiterentwicklung von diesem Tracking und den Kundenkarten ist ja dann, den Kunden "passgenaue" Werbung zu zeigen, z.B. gleich bei der Gemüsewaage ("Wollen Sie zu ihren Bananen nicht gleich das neue Yoghurt von XY probieren? Sie kaufen zwar immer ein anderes aber wir wollen unbedingt unsere Eigenmarke anbringen.")

Lichtfreak
17.05.2008 11:30
Ich schalt mein Handy sooft es geht aus!

ich werd da ein ganz schön komisches Nutzerprofil abgeben.

Persönliche Daten können nicht abgefragt werden?

Ich bin gerade der einzige im Geschäft, die haben mein Handysignal und dann bezahle ich mit Kreditkarte - Bingo!

Schon wissen sie jederzeit, wann ich dort war!

Dr Zoidberg
17.05.2008 13:58

Schau einer an!
Und du bekommst sogar einen Beleg dafür, dass du dort bezahlt hast, und sogar für was.

Lichtfreak
17.05.2008 18:29
Wenn ich was kaufe, ist mir das klar,

doch anschliessend wissen sie es auch immer, auch wenn ich nichts kaufe oder bar bezahle....

a ad - das kann man auch anders sehen
19.05.2008 20:58

Ich glaube kaum, dass irgend ein Unternehmen das Risiko eingeht, diese Daten im großen Stil zu verknüpfen - vor allem wenn die Lämmer so bereitwillig sind.

Die werden eher das Konsumenten-Handy mit der Vorteilskarte verknüpfen ("Ihre Clubkarte ohne Karte - jetzt noch bequemer sparen!") und brauchen dann gar nicht gegen Gesetze verstoßen.

nice guy
 
17.05.2008 09:08
so genau?

Lokalisierung über das Handy ist in der Regel doch viel ungenauer. Weiss jemand wie das Verfahren genau funktioniert?

bor
17.05.2008 12:56
Dreieckspeilung lernen Sie beim Bundesheer ;-)

Hier funktioniert es mit der Signallaufzeit und der Ausrichtung der Richtantennen der Signalmasten.

DocSnyder
 
17.05.2008 10:20
also ich hab ...

..dazu mein matura projekt gemacht sprich das war noch ein stück weg von perfekt und hochwissenschaftlich aber wir waren nicht soo schlecht.
wir konntesn bei guten bedingungen schon auf mehrere meter genau also im 2stelligen meter bereich.
wenn ich davon ausgeh wie weit wir damals waren (noch sehr viel potential aber keien zeit mehr) denk ich mir schon dass hier eine sehr genaue ortung möglich ist in der regel.

monoton
17.05.2008 10:04

die normale ortung geht über die sender selbst, und da diese ungerichtet sind, ist die genauigkeit nicht sonderlich hoch, diese anlage scheint aber mit richtfunkt zu arbeiten und vom normalen netz unabhängig zu sein.
ist aber nur eine reine vermutung

Ben Griffith
17.05.2008 03:54
Ja, ja, es weiss eh jeder hier, was man wann tut.

Big Brother is watching you. Ausser wenn man kein mobile phone hat und sein Geld nur von der Bank abholt und fleissig bar bezahlt. Dann sehen'se alt aus.

Edelbert
17.05.2008 04:53
und im internet

bist du ja total anonym. und jetz setz wieder deine aluhut auf und mach die jalousien runter.

Ava Tar
16.05.2008 23:58
Und wehe man geht auf's Klo ohne was gekauft zu haben

Arminius
17.05.2008 11:14

Dann wirst du von drei 150-Kilo-Riegeln ohne Haare trianguliert ;)

GRohnePunkte
16.05.2008 21:31
Das Telefon wird zum Cookie

Ziemlich genial, aber zugleich auch ein Ende mit Schrecken.

siliconvalley
16.05.2008 21:17
nanu, es ist so ruhig hier....

waer das in USA passiert, haetten wir 500 postings in de ersten 3 Minuten nach Freischaltung des Artikels gehabt.

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