Am Podium diskutierten (von links nach rechts): Reinhold Mitterlehner, Generalsekretär-Stellvertreter WKO, Elisabeth Ferentschik-Doppler, Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, Arthur Mettinger, Vizerektor Entwicklung der Lehre und Internationalisierung, Moderatorin Anita Zielina von derStandard.at, Herbert Hrachovec, Vorsitzender der Curricularkommission, Johanna Ettl, Stellvertretende Direktorin AK Wien und Fadi Sinno, ÖH Referat für Bildungspolitik.
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"Machen wir uns nichts vor, der Bachelor hat in der Öffentlichkeit noch keine Akzeptanz", bringt Fadi Sinno vom ÖH-Referat für Bildungspolitik seine Ansicht zur neuen Studienarchitektur auf den Punkt. Wer sich darauf verlasse, mit dem Bachelor direkt in den Beruf einzusteigen, sei schlecht dran, so der Studierendenvertreter.
Für Wirtschaftskammer-Generalsekretär Reinhold Mitterlehner ein Grund mehr für die Universitäten, auf Praxisbezogenheit zu achten: "HTL und FH haben vorgemacht, wie das funktioniert". Es gehe natürlich nicht nur um die Verwertbarkeit von Hochschulstudien, aber die Wirtschaft stehe den momentanen Bachelorstudien noch etwas ratlos gegenüber. Mitterlehner zeigte sich aber zuversichtlich, dass sich das Angebot durchsetzen wird: Der Bachelor bringe sowohl der Wirtschaft als auch den Studierenden Vorteile.
Die schönen Ideale
"Wir haben keine Vorschriften, wie der Bachelor aussehen sollen, auf der nationalen Ebene gibt es keine gesetzlichen Regelungen. Ich finde es bedenklich, dass der Wettbewerb steuern soll, was an Universitäten angeboten wird", kritisierte der Vorsitzende der Curricularkommission der Uni Wien, Herbert Hrachovec, das Schielen nach der Wirtschaft. Dadurch würde die jeweilige Konjunkturlage am Arbeitsmarkt die Bildung bestimmen. Der Staat könne nicht die schönen Ideale des universitären Bildungswesens in Anspruch nehmen und gleichzeitig untergraben, indem das Bildungswesen kommerzialisiert werde.
Johanna Ettl, stellvertretende Direktorin der Arbeiterkammer Wien, sieht auch in anderen Bereichen Schwierigkeiten: Wie bringe man zum Beispiel in einem Bachelor, in den de facto ein Master "hineingequetscht wird", noch ein Auslandssemester unter. Die Überlegung, nach dem Bachelor Berufserfahrung zu sammeln und dann wieder in das Studium einzusteigen, um den Master zu absolvieren, sei außerdem eher selten realistisch. An diesem Defizit müsse man arbeiten: "Der Bachelor soll ja keine Sackgasse sein".
Was ist ein Bachelor?
Eine Studie der Wirtschaftskammer Österreich besage, dass es in Österreich zehn verschiedene Typen des Bachelor existieren, so Ettl. Der Bachelor, das unbekannte Wesen ohne genaue Definition? Arthur Mettinger, Vizerektor für Entwicklung der Lehre und Internationalisierung, definiert den Bachelor, als schnelle Möglichkeit "fundamentale Kenntnisse, Denkweisen und Methodologie eines Faches" zu erwerben. Wichtig ist dem Vizerektor außerdem, dass eine gewisse Transparenz der Curricula (Lehrpläne) erreicht wird – sowohl für die Studierenden als auch für zukünftige ArbeitnehmerInnen, "damit sie sich ein Bild machen können, welche Fähigkeiten im Laufe seines Bachelor-Studiums erreicht wurden."
Den Wechsel erleichtern
ÖH-Vertreter Sinno wünscht sich klare Richtlinien. Es gebe zum Beispiel nach einigen Bachelor-Studien nicht die Möglichkeit, einen entsprechenden Master zu machen. Ebenso sei der Institutionenwechsel zwischen FH und Uni mit bürokratischen Hürden gespickt. "Die Durchlässigkeit muss größer werden", meint auch Hrachovec. So müsse die Bürokratie abnehmen und es auch möglich sein, dass Studierende prinzipiell die Möglichkeit haben, einen Bachelor an einer Universität und einen Master an einer Fachhochschule zu machen.
"Die meisten Bachelor-Angebote gibt es in ingenieurwissenschaftlichen Studien, in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften", meint Ettl. Es sei notwendig, hier rasch eine Vergleichbarkeit zwischen FHs und Unis zu schaffen. Der wahre Konkurrenzkampf, so Mitterlehner, stehe nicht zwischen Master und Bachelor bevor, sondern zwischen Fachhochschulen und Uni-Bachelors.
"Mit dem Beruf auseinandersetzen"
Hrachovec ortet in der Diskussion um die Umstellung auf die Bolognaarchitektur seitens der Uni oft die Einstellung einer "pikierten alten Dame, die reagiert, als würde ein unsittliches Ansinnen an sie gestellt werden, nur weil gefordert wird, sich doch auch mit dem Beruf auseinanderzusetzen." Auch Vizerektor Mettinger betonte, dass das Thema Berufstauglichkeit von den Universitäten nicht ausgespart werden dürfe. "Zur Gesellschaft, zum Leben, gehört eben auch der Arbeitsmarkt".
Ettl strich heraus, dass im Prinzip alle AkademikerInnen "employable" seien, die Frage sei, ob adäquat. Oft würden AbsolventInnen in Bereichen landen, die mit ihrer Ausbildung nichts zu tun haben. Es gehe nicht unbedingt darum, welche fachlichen Qualifikationen mit einem Bachelor erworben werden, vielmehr spielt das Erlernen der Selbstorganisation eine Rolle: "Es ist heute nicht mehr der Fall, dass ein Job lebenslang ausgeübt wird. Daher ist es wichtig, dass auch in Zeiten der Arbeitslosigkeit eine Fähigkeit zur Selbstorganisation da ist", sagt Ettl.
Neue Wege
Und wie könnte man die Studienarchitektur so umbauen, dass sowohl Studierende als auch Arbeitgeber davon profitieren? Hrachovec sieht einen Bedarf nach offeneren Kooperationen und disziplinar übergreifenden Themen im Studium: Jemand, der Kenntnisse im Programmieren und in Philosophie habe, täte sich viel leichter, Content-Netzwerke als Orte sozialer Interaktion zu begreifen. Ein Kommunikationswissenschafter, der eine Schwerpunktausbildung in Naturwissenschaften absolviert, wäre ideal für das Berufsbild des Wissenschaftsjournalisten ausgebildet. "Das sind Kombinationen, die die Schönheit besitzen, in den Disziplinen der Wissenschaften neue Akzente zu setzen", so Hrachovec.(jus, derStandard.at, Mai 2008)
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... wär nicht schlecht.
ich hab das bakk-studium wirtschaftsinformatik gemacht, das an der WU und an der TU angeboten wurde (2003-2004). doch die waren trotz gleichen namens derart verschieden, dass sie sich gegenseitig keine credits anrechneten.
dann hört man allenthalben, der bakk sei die vorstufe zum wissenschaftlichen arbeiten, das dann im masterstudium erst kommt.
an der wu haben wir (im 2. abschnitt) ständig wissenschaftliche publikationen gelesen und seminararbeiten geschrieben, außerdem waren zwei bakkalaureatsarbeiten vorgeschrieben - wissenschaftlich und auch relativ umfangreich.
offenbar ist das an anderen lehrstätten ganz anders. solangs da keine vergleichbarkeit gibt, wirds auch keine akzeptanz geben :(
Wow - Sie haben tatsächlich Seminararbeiten schreiben müssen und auch noch wissenschaftliche Pubilkationen lesen müssen??? Unglaublich was Ihnen da als zukünftiger Bakk-"Akademiker" zugemutet wurde... Und stellen Sie sich mal vor: Bei einem richtigen Studium hätten Sie das sogar schon im ersten Abschnitt machen müssen...
weiter unten liest man "bacc ist im prinzip nix anderes als grundlagenvermittlung die in der htl/hak7...etc vermittelt werden sollten"
bedacht mit 9-1 grün strichal (!)
wollen sie mir jetzt erklären die "grundlagen" die sie im bak zb an der tu vermittelt werden sollten in der htl gelehrt werden?
guter mann sie hamm ja kA :D
ich geh mal davon aus dass gleiches für hak/wu gilt
btw. ich weiß ned was hier alle mit dem theater bakk/dipl. haben oO
für mich zb gilt: die prüfungen sind EXAKT dieselben, nur die aufteilung ist anders...
hab 4 jahren im dipl st.plan studiert und bin jetzt im bak/master
ein bi
...wo sich jede/r über seinen Stand/Titel identifiziert und denselbigen gilt es bis ins Letzte zu verteidigen.
Die werten Mag., die ihre Nase über die Bakk. Absolventen rümpfen, werden hoffentlich den zukünftigen Master Absolventen Respekt zollen, weil diese schließlich (im Regelfall) ein gutes Jahr länger Ausbildung genossen haben, dass ja den Bachelors zum (Ösi-)Mag. fehlt.
Größenwahnsinnige Ing. (ich bin selbst HTL Absolvent), die ihre Berufsausbildung mit einem Studium gleichsetzen und schlussendlich der ewige Kampf FH vs. Uni runden das Bild eines in Bezug auf Bildung etwas armseligen Landes ab, dass sich mehr Sorgen um Titel macht als um eine dümpelnde Forschungsquote.
Meine ganz persönliche Meinung ist, dass es absolut lächerlich ist pauschal den Bachelor oder ein FH Studium abzuurteilen, dazu unterscheiden sich einfach die einzelnen Studien zu sehr.
Es wäre natürlich ein absolutes Highlight, wenn das Bakk.-Master System, dass seit ewigen Zeiten in anderen Ländern ohne Probleme angenommen wird, aufgrund oben beschriebener Standesdünkel in Ö scheitert.
Darüber geben Sie keine Auskunft. Ach ja, ein weiterer Titel mehr in der Österreichischen Titel-Landschaft.
Qualität bringt er nicht. Und das ist und bleibt mein Kritikpunkt.
PS: Und nur weil das System in anderen Ländern verwendet wird bedeutet es nicht, dass es gut ist.
...ist die Vergleichbarkeit mit anderen Ländern, dass es schlecht ist bezweifle ich einmal, wenn ich mir ansehe, welche Länder forschungstechnisch top sind und wer hinterher hinkt, wahrscheinlich liegt es nicht an der Struktur, aber wirklich geschadet hat sie zB den USA nicht.
das eigene bildungssystem ist ziemlich mies, die privatschulen sind wesentlich besser, dort gehen aber nicht alle hin.
die qualität der unis geht von sehr gut bis sehr schlecht und wenn ein institut gut ist auf einer uni, wird sie als eliteuni verkauft.
die geben wesentlich mehr geld für forschung aus, insbesondere militärische...
japaner, chinesen, inder, europäer...
was die usa NOCH haben ist das anziehende image, hollywood lässt grüssen, sie verkaufen sich gut.
weltweiter wirtschaftsmotor sind sie aufgrund ihrer aussenpolitik mit ihren verbündeten und der kapitalisierung durch die wallstreet mit dem druck der weltwährung dollar als fundament und nicht aufgrund ihrer super produkte. prozessoren sind ihre letzte bastion und diese entwicklung verdanken sie dem us militär die milliarden dafür ausgeben.
der wirtschaftsmotor ist auf kredit aufgebaut, deswegen auch die derzeitigen probleme in den usa die noch lange nicht ausgestanden sind.
...essentiell ist die Frage welches System sich international durchgesetzt hat und das ist eben das Bachelor-Master System (welches ja nicht nur in den USA existiert sondern weltweit dominierend ist) und um Vergleichbarkeit herzustellen, wird sich die Minderheit der Mehrheit beugen müssen, so ist es nunmal bei Internationalen Normen, aber welche Kritik haben sie konkret am System?
das bachelor master system hat sich überhaupt nicht durchgesetzt, es wurde durchgesetzt. es gab keinen wettbewerb in dem sich das bessere system durchgesetzt hat sondern es wurde diktiert.
http://derstandard.at/?url=/?id=3297101
"Die Rektoren sollen wirtschaftsgängige, ordentliche Bachelor-Studiengänge entwickeln", sagte er zum Standard. Dann könnte sich das Problem der überlaufenen Master-Studien vielleicht von selbst lösen.
http://derstandard.at/?url=/?id=3318258
Der Industrielle Georg Kapsch, Obmann der FH Technikum Wien, will sich mit dem Bachelor nicht anfreunden
lebenslanges lernen und lebenslang auf die uni gehen ist nicht erwünscht, ziel ist die verblödung. wir folgen den usa in den abstieg...
Durchgesetzt hat sich das System, dass mehrheitlich weltweit verwendet wird und das ist das Bakk.-Master System und nicht unser provinzieller Mag..
Was an der 1. Aussage schlimm ist, versteh ich nicht.
Okay beim Herrn Kapsch muss ich etwas lächeln, weil er es als halbe Ausbildung bezeichnet.
Wäre ich etwas früher geboren, hätte ich am Technikum bei einem Dipl.-Ing. Studium im 3 Semester einsteigen können (HTL), hätte nach 2 1/2 Jahren Ausbildung mein Praktikum gemacht und wäre fertig mit der Ausbildung. Jetzt bin ich an der Uni und habe 6 Semester Regelstudienzeit mit dem Bachelor, also wenn der Bachelor "Halbbildung" ist, dann war es der Dipl.-Ing. auf seiner FH auch.
Wussten Sie, dass unser "provinzieller Mag." (genauer: das Diplomstudium) in sehr vielen Ländern Europas und Asiens verwendet wurde und wird, nicht nur in D und A?
Wussten Sie, dass es in UK äußerst populäre "Integrated Masters" gibt, die fast exakt einem Diplomstudium entsprechen und sich zum Standardabschluss in vielen Studienrichtungen entwickelt haben?
Wussten Sie, dass das US- und das Bologna-System herzlich wenig miteinander gemeinsam haben, schon angefangen beim Bachelor?
Das dreigliedrige Bologna System hat mit dem nordamerikanischen nicht viel gemein. Dort macht man nach dem bachelor's degree einen Master ODER einen PhD. Leute, die zuerst einen Master und dann noch den PhD machen sind die, die nicht genau wissen, was sie wollen.
.. dann gibts noch mehr besserwisserische Scheinestreberer die Karriere machen wollen und mit denen man sich im Beruf herumschlagen muss.
Das musste so kommen:
Nach den Hauptschulen für Scheinestreberer(FHs) gibts jetzt den Diskont-Uniabschluss für Scheinestreberer.
Frag mich wann oder wo der Auswendiglern-Bildungswahn endet.
Die mangelnde Anstellbarkeit kann man von zwei Richtungen angehen: ungenügender Qualifikation des Arbeitssuchenden und unrealistische Ansprüche des potentiellen Arbeitgebers.
Es ist eine Sache, jemanden nicht zu nehmen, der nach 20 Jahren Studium 5000€ und das Recht, am Arbeitsplatz Hanf zu rauchen, fordert.
Es ist eine andere Sache, einen Endzwanziger, der den Willen zeigt, zu arbeiten, nicht zu nehmen, weil vielleicht keine Managementseminare gemacht wurden.
Jemand, der ein Studium abgeschließt beweist, dass er anspruchsvoll und selbständig arbeiten kann; das ist eine Qualifikation, die viel wert ist.
Alles übrige kann man meist schnell lernen.
Ob jemand gut ist, erfährt man sowieso nicht aus der Bewerbung, sondern der Praxis.
Wenn dasz das Ziel sein soll ist es besser nicht mehr von Studium zu sprechen.
Brave und ueberangepasste Angestellte erziehen wir in den anderen Bildungsanstalten schon in mehr als ausreichender Menge.
Neue Ideen und Impulse brauchen wir, und die kommen nicht aus dem lernen von vorhandenem fuer die Wirtschaft als wichtig erachtetem Wissen.
Freidenker sind gefragt und nicht neue Titel fuer angepasste Schablonendenker.
jst my 2 cnts...
diese ganze Diskussion zeigt imho nur eins, nämlich wie kleinkariert der durchschnittliche österr. akademiker is!
kaum tritt irgendeine veränderung ein wird herumgeplärrt und draufghaut!
das erlebt man bei den eigenen studienkollegen, die ihr studium nach dem motto "durchkommen is alles" mit möglichst wenig aufwand durchbrachten und sich ein paar jahre später als verteidiger des humboldtschen bildungsideals sehen in dem Moment wenn jemand mit B.Sc. oder M.Sc. auftaucht
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