Nach Rebellenangriff auf Khartum - Angriff auf Stadt in Darfur befürchtet
New York - Nach den Angriffen der Rebellengruppen auf die sudanesische Hauptstadt Karthum haben die Vereinten Nationen am Mittwoch vor kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Sudan und dem Tschad gewarnt. Der Sudan hatte dem Tschad vorgeworfen, die Bewegung Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM) zu unterstützen und die diplomatischen Beziehungen zum Nachbarland abgebrochen. Für die bereits komplizierte Lage in Darfur sei diese Entwicklung höchst alarmierend, sagte Jean-Marie Guéhenno, Untergeneralsekretär für Friedenssicherungseinsätze vor dem Weltsicherheitsrat.
Besonders besorgniserregend seien die Berichte, dass die Sudanesische Befreiungsarmee (SLA), ein Zusammenschluss aus Rebellengruppen in Darfur, einen Angriff auf die Stadt Al-Fashir in Darfur plane, wo die Friedensmission aus Einheiten der UN und der Afrikanischen Union ihr Hauptquartier habe, so Guéhenno.
Verschlechterte Sicherheitslage
"Wegen der zunehmend unbeständigen Situation an der Grenze zwischen Tschad und Sudan verschlechtert sich die Sicherheitslage in Darfur rapide", so Guéhenno. Alleine seit Beginn des Jahres mussten 150.000 Zivilisten in Darfur fliehen, mehr als 1200 pro Tag. Die anhaltenden gewalttätigen Übergriffe hätten auch Auswirkungen auf die humanitären Hilfslieferungen. 38 Lastwagen, mit denen das Welternährungsprogram (WFP) Nachschub nach Darfur liefern wollte seien im vergangenen Monat überfallen worden. Dadurch mussten die WFP ihren Nahrungsrationen halbieren. Drei Millionen Menschen in Darfur seien davon betroffen. "Die Situation für die Bevölkerung in Darfur wird jeden Tag gefährlicher", so Guéhenno. (APA/dpa)