Frau, Kind und Eltern mit der Axt erschlagen

Redaktion
26. Mai 2008, 08:54
  • Tatort Wien-Hietzing:  Um Dienstag 7.30 Uhr soll der 39-Jährige seine Frau und seine sieben Jahre alte Tochter mit einer Axt erschlagen haben
    foto: apa/ helmut fohringer

    Tatort Wien-Hietzing: Um Dienstag 7.30 Uhr soll der 39-Jährige seine Frau und seine sieben Jahre alte Tochter mit einer Axt erschlagen haben

  • Tatort Linz: Am Dienstag um 19.00 Uhr soll der Schwiegervater in Linz ermordet worden sein.
    foto: apa

    Tatort Linz: Am Dienstag um 19.00 Uhr soll der Schwiegervater in Linz ermordet worden sein.

  • Beamte der Spurensicherung in Wien
    foto: apa/ helmut fohringer

    Beamte der Spurensicherung in Wien

PR-Fachmann wollte Familie angeblich "die Schmach ersparen" - Soll eine sechsstellige Geldsumme verspekuliert haben

Fünf Familienmitglieder soll Reinhard S. getötet haben, angeblich, weil er eine sechsstellige Geldsumme verspekuliert hat und der Familie "die Schmach ersparen" wollte. Nach den Bluttaten mit einer Axt stellte sich der 39-Jährige

***

Ansfelden/Linz/Wien – Reinhard S. soll alles gestanden haben: wen er wann ermordet habe und warum. Mittwoch früh um 3.20 Uhr betrat der Tatverdächtige die Polizeiinspektion Lainzer Straße in Wien-Hietzing und informierte die Beamten darüber, dass er seine Frau Barbara S. (42) und die gemeinsame siebenjährige Tochter erschlagen habe. Vor der Inspektion stand sein Auto und hinter dem Beifahrersitz lag in einem Rucksack die Tatwaffe – eine Axt. In den folgenden Stunden sollte die Polizei nicht nur diese beiden Leichen finden, sondern noch drei weitere.

Zeitpunkt der Morde

Den Angaben des mutmaßlichen Täters zufolge hat er Dienstag früh gegen 7.30 Uhr Frau und Kind mit einer angeblich extra für sein Vorhaben gekauften Axt in der gemeinsamen Wohnung erschlagen. Dann sei er nach Ansfelden bei Linz gefahren, wo er gegen 13 Uhr seine Eltern in ihrem Einfamilienhaus ermordet haben soll. Um 19 Uhr soll S. auch noch seinen verwitweten Schwiegervater in Linz getötet haben.

Briefe an Tatorten

Der Tatverdächtige sei " äußerst brutal" vorgegangen, indem er jedes Mal direkt den Kopf seiner Opfer attackierte, berichtet Oberösterreichs Sicherheitsdirektor Alois Lißl. Bei den drei Leichen in Oberösterreich wurden am Tatort auch "persönliche Briefe" gefunden, Hinweise auf ein Tatmotiv sollen jedoch nicht darin zu finden sein.

Selbstmordversuch nicht bestätigt

Alle Toten, auch Tochter und Ehefrau, seien mit Tüchern bedeckt gefunden worden. Nach den Bluttaten sei S. wieder nach Wien zurückgekehrt, wo er sich in den frühen Morgenstunden stellte. Gerüchte über einen davor fehl geschlagenen Selbstmordversuch, hat die Polizei bisher nicht bestätigt.

Börsenspekulationen mit eigenem System

Am Mittwoch um 9.15 Uhr wurde der studierte Publizist und PR-Berater erstmals einvernommen. Als Motiv für den mutmaßlichen Fünffachmord gab er an, einen sechsstelligen Geldbetrag verspekuliert zu haben. Er habe der Familie "die Schmach ersparen" wollen, hat er laut Ermittlern in den ersten Einvernahmen gesagt.

Standard-Recherchen ergaben, dass S. vor allem versucht haben dürfte, mit Börsenspekulationen Geld zu verdienen. Dabei setzte er auf ein selbst entwickeltes System, von dem er sich "konsequente Risiko- und Verlustbegrenzung" versprach.

Lobbying für "zahlreiche Abgeordnete

Auf seiner PR-Homepage gibt Reinhard S. an, Lobbying für "zahlreiche Abgeordnete zum Nationalrat" betrieben zu haben. Die Referenzliste auf der einfach gestalteten Internetseite ist eher kurz, die genannten Firmen sind eher unbekannt.

Ruhig und nüchtern

Der Akademiker ist laut Thomas Stecher von der Wiener Kriminaldirektion bisher polizeilich nicht aufgefallen. Er mache bei den Einvernahmen einen ruhigen, nüchternen Eindruck. "Die Meldungen, er sei verwirrt, kann ich nicht bestätigen", sagte Stecher Mittwochmittag.

Akademikerhaushalt

S. wohnte mit seiner Frau, die Beamtin war, und der gemeinsamen Tochter im Wiener Nobelbezirk Hietzing. In einer Gegend mit weiß gestrichenen Gartenzäunen, zurechtgestutzten Hecken und Alleen gepflegter alter Bäume. Fast jeden Namen auf den Klingeln zu dem Mehrparteienhaus, in dem sich die, laut Polizei, "geräumige Wohnung" der Familie befand, schmückt ein akademischer Titel. Ein Nachbar sagt, was Nachbarn bei solchen Fällen meistens sagen: Die Familie sei immer unauffällig gewesen.

"Tüchtige Leute"

Ähnliches hört man in Ansfelden, wo S. mit seinen zwei Geschwistern aufgewachsen ist. Die Wirtin eines Gasthauses beschreibt die Familie des Tatverdächtigen als "lieb". Die Kinder seien wegen ihre guten Erziehung immer brav gewesen, erinnert sie sich. Und Ansfeldens Bürgermeister Walter Ernhard (SPÖ)beschreibt die toten Eltern des Tatverdächtigen als "fleißige und tüchtige Leute".

Geschwister werden betreut

Der Vater sei Briefträger gewesen, seit seiner Pensionierung "leidenschaftlicher Christbaumverkäufer". Die Mutter habe sich immer um die Kinder gekümmert, heißt es im Ort. Die beiden Geschwister des Tatverdächtigen, die laut Polizei in Oberösterreich leben, werden seit Mittwochmittag von Mitarbeitern der Kriseninterventionsstelle betreut. (Kerstin Scheller,Gudrun Springer, Michael Möseneder, Jutta Berger/DER STANDARD Printaugabe 15.5.2008)

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seit ich selbst familie hab,...

...reagiere ich auf solche geschichten recht sensibel. früher hab ich selbst meine witzchen darüber gerissen, heut seh ich meine eigene 7jährige tochter vor mir, wenn ich diese nachricht höre/lese.

einfach unvorstellbar, was muss schief laufen im kopf eines solchen irren, daß man es zusammenbringt, sein kind mit einer axt zu erschlagen.

und noch mehr angst macht mir, daß der wohl vor ein paar jahren selbst so gedacht hat.

einfach unfaßbar, bestie mensch.

..in eine solche Situation kann man nur kommen, wenn man die Kriterien der "Leistungsgesellschaft" (der unsägliche augenblickliche SPÖ-Vorsitzende beschönigt die menschenverachtende kapitalistische Brutalität mit der Perfidfloskel "solidarische Hochleistungsgesellschaft") verinnerlicht hat.

Ja, in uns allen ist Gut und Böse,

aber normalerweise gibts einen Instinkt der uns daran hindert über alle Grenzen hinweg das eigene Wohl über das der Anderen zu stellen. Insofern leb ich nicht in der Angst irgendwann ähnlich auszuklicken.
Obs modern ist oder nicht: So ein Mensch ist schwerst verhaltensgestört. Und das muß er lange schon selbst gewusst haben.

Verhaltensgestört

sind jedoch auch jene Soziopathen, die NICHT zum Mörder werden, sondern infolge Ihrer Bestialität über Leichen gehend und Leben zerstörend die Erfolgsleiter erklimmen. Die nennt man dann "Leistungsträger".

Könnte es sein, dass da die Konsumation

allerlei Substanzen eine Rolle gespielt haben mag ?

Ja : Spießerbedürfnisse, Geldgier, Leistungszwang, Konsumrausch, Karrieregeilheit....

Bestie Mensch ist meiner Meinung nach überzogen formuliert,

wenn sie bedenken, dass millionen Menschen ihr Leben lang keinen Mord begehen. Das sind glücklicherweise rare Einzelfälle, zumindest in unserem Kulturkreis. Ich denke schon, dass das Potential zum Möreder in jedem von uns latent vorhanden ist, allerdings haben wir ein Denkvermögen und gewisse altruistische Denkmuster (Humanismus, Ethik, etc.), die uns vor solchen Taten im abhalten. Problematisch wird es, wenn viele Menschen zur richtigen Zeit mit Ideologien dazu gebracht werden, diese Mechanismen auszuschalten. Dann gibt es Massenmorde, wie in der Geschichte bereits x-fach geschehen.

Humanismus und Ethik spielen im täglichen Business so gut wie keine Rolle mehr

Es gibt sowohl Weiß- wie Schwarzbücher der Konzerne.

Da gibt es alle Schattierungen, von ethisch hochanständigen bis absolut gewissenlosen Firmen. Beim Geschäft gab es auch früher selten Skrupel. Ein paar Beispiele gefällig? Sklavenhandel, Kolonialismus, Kreditunwesen nach Landreformen, Geschäfte mit Kriegstreibern, etc...

Sie haben so recht WilWil

und Angst machen mir einige Poster hier auch. Im Zwang "witzig" sein zu muessen.

"Frau, Kind und Eltern mit der Axt erschlagen" - wenn mich sowas interessieren tät, schauert ich auf "krone.at" nach!!!

"Gusi & Molterer mit nassem Fetzen erschlagen" - DAS könnt's bringen! (Wenn's amal so weit ist.)

so ein bloedes posting, ich bin sprachlos..

menschlich sind Sie fuer mich das, was ich mir taeglich aus der Backe putzen muss.

Gemäss seines Berufstandes...

...dacht er sich: Besser eine schlechte PR als gar keine

ich entschuldige mich im namen aller akademiker für das fehlverhalten dieses menschen.

wir werden diesen herrn posthum aus dem BSA ausschliessen.

Dann entschuldigen Sie sich auch gleich für alle die Akademiker die willfährig bei den brutalsten und menschenverachtenden Diktaturen mitgemacht haben, da haben Sie aber schon ganz viel zu tun !

Keine Angst, die Sippenhaftung ist seit über 60 Jahren abgeschafft.

Auch wenn in ihrem Habiat noch durchaus gegenteilige Ansichten als Weltbild vorhanden sein mögen.

*gähn*

Finden sie sonst vielleicht auch noch was, für das sie sich entschuldigen könnten? Vielleicht für's Wetter oder den Benzinpreis?

*staun*

lernen Sie Latein Herr Kollege und schließen sie in noch zu Lebzeiten aus!

Das Wort postum [pstum] (auch posthum [psthum] oder [pstum]) „nach dem Tod (eintretend)“ wird als Adjektiv oder Adverb gebraucht im Zusammenhang mit Veröffentlichungen von Werken eines bereits verstorbenen Autors oder Künstlers sowie mit Ehrungen, die nach dem Ableben einer Person stattfinden. Verwendungsbeispiel: „Dem inzwischen verstorbenen Oskar Pastior wurde postum der Büchner-Preis des Jahres 2006 verliehen.“

Ich entschuldige mich im Namen aller derStandard-Poster

für Ihr Post. Sie sind nicht witzig.

Allerwertester BSA!

Posthum ausschliessen könnt und solltet Ihr eher die Nazis bzw. Naziprotegierer GROSS, WALDBRUNNER, GRATZ und Konsorten - der mutmaßliche Familienmörder lebt nämlich noch. Abgesehen von der kriminellen Tat ist der ja geradezu ein Motivbeispiel, warum jemand dem BSA ohne weltanschauliche Überzeugung angehört: aus Karrieregründen im SPÖ-Umfeld. Das ist zwar beim CV oder bei den schlagenden Verbindungen genauso - aber das Kürzel BSA stand doch immer schon eher für "besonders saufreche Aufsteiger" als für Bund SOZIALISTISCHER Akademiker. Die jetzige Distanzierung von einem - abgesehen von der kriminellen Tat - ansonsten Systemkonformen ist peinlich und pharisäerhaft.

Wels, Dr. Heinrich Großstrasse, die gibts immer noch, in der Nähe dieser Strasse befindet sich Psychiatrische Klinik !

früher hieß es:

"was macht das B vor dem SA?"

"Familiendrama wegen Spekulationsverlust - Die Handelsstrategien von Reinhard S.

GoldOiL Invest wollte "Mitsurfen" bei strikter Risikobegrenzung "

http://www.boerse-express.com/pages/664573

Oje

Ein Publizistik-Absolvent als Börsenspekulant! Hätte dem guten Mann vorher die Lektüre von "Fooled By Randomness" empfohlen.

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