Medienexperte spricht von "starkem Tobak" - Aber kaum Beschwerden von Zuschauern - "Härte der Realität darstellen"
Die ARD hat mit einer "Tatort"-Szene
Kritik auf sich gezogen. In der am Montagabend gesendeten Folge "Der
frühe Abschied", die zeitgleich auch auf
ORF 2 zu sehen war, wurde
ein totes Baby kurz vor der Obduktion in der Gerichtsmedizin gezeigt.
Diese Szene kritisierte der Medien-Experte Jo Groebel in der
"Bild"-Zeitung als "starken Tobak", der vor allem Kindern stark in
Erinnerung bleibe: "Es scheint, als habe man den Film so aufpeppen
wollen."
Der verantwortliche Fernsehdirektor des Hessischen Rundfunks,
Manfred Krupp, sagte, über die Szene sei bei der Abnahme des Films
lange diskutiert worden. Angesichts realer Fälle von
Kindesmisshandlung und toten Babys in Tiefkühltruhen sei es aber
wichtig die Härte der Realität darzustellen. Es habe außerdem kaum
Beschwerden von Zuschauern gegeben - im Gegensatz zum Sonntag vor
einer Woche beim "Tatort" aus Wien. Da habe es laut Krupp Aufregung
gegeben, weil der Dialekt teilweise nicht verstanden worden sei.
In Österreich verfolgten am Montagabend 564.000 Menschen den
"Tatort" rund um den Baby-Tod auf ORF 2. Das entspricht einem
Marktanteil von 23 Prozent. (APA/AP)