US-Einreise: Behörden spionieren Laptop und Co. aus

von Redaktion  |  20. Juni 2008, 10:27
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    US-Einreise
    Zu Fingerabdrücken und biometrischen Fotos kommt immer wieder auch die Durchsuchung von elektronischen Geräten

Immer öfter werden bei Kontrollen auch Daten kopiert - Passwortherausgabe oder Rückreise

Wer heutzutage in die USA einreisen will, muss sich auf so einige Maßnahmen gefasst machen, die auch bei jenen, die staatlicher Überwachung nicht per se feindlich gegenüberstehen, für Unbehagen sorgen. Fingerabdrücke, biometrisches Foto, detaillierte Fragen und eventuell eine etwas intensivere Durchsuchung - alles Dinge, die für jene, die öfters mal in die Vereinigten Staaten einreisen, keine sonderliche Neuigkeit darstellen.

Schnüffelei

Gerade in den letzten Monaten hat nun aber eine neue Überwachungsmaßnahme massiv zugenommen, die tief in die Privatsphäre der Einreisenden eingreift: Die US-Grenzbeamten "durchsuchen" verstärkt auch elektronische Geräte, ob Laptop oder MP3-Player, wer Pech hat muss seine Daten den Behörden offen legen.

Unbegründet

Und dies laut eines aktuellen Urteils eines kalifornischen Untersuchungsgerichts auch ganz ohne jeglichen begründeten Anfangsverdacht. Ein Umstand, der nun auch die BürgerrechtlerInnen von der Electronic Frontier Foundation auf den Plan ruft.

Aufforderung

In einem offenen Brief werden die Mitglieder des US-Repräsentantenhaus dazu aufgerufen, die gängige Praxis rechtlich zu unterbinden. Es sei nicht hinnehmbar, dass in einem freien Land der Staat ohne Begründung auf private Daten zugreifen dürfe.

Geheim

Auch Unternehmen klagen zunehmend über diese Vorgänge, immerhin befinden sich auf vielen Firmenrechnern geheime Geschäftsunterlagen. Konkret weist man auf zwei Fälle hin in denen passwortgeschützte Unternehmenslaptops beschlagnahmt wurden.

Unterstützung

Um dem eigenen Anliegen den nötigen Nachdruck zu verleihen, wird der offene Brief von mehr als 30 Organisationen und Persönlichkeiten unterstützt. Darunter etwa auch der Sicherheitsexperte Bruce Schneier oder der US-Schriftstellerverband.

Verschlüsselung

Wer übrigens darauf hofft den US-Behörden per Verschlüsselung ein Schnippchen zu schlagen, sollte sich dafür zumindest ein gutes Konzept die verschlüsselten Daten zu verstecken, einfallen lassen. Weigert sich eine Person nämlich ihr Passwort herauszugeben, kann dies reichlich negative Auswirkungen haben, immerhin sehen sich die Behörden durch ein entsprechendes Verhalten in ihrem Verdacht bestätigt: Während bei US-BürgerInnen die betroffenen Geräte in so einem Fall beschlagnahmt werden können, hat dies bei BesucherInnen aus anderen Ländern schon mal eine nachhaltige Änderung der Reiseroute zur Folge: Den Antritt der Rückreise. (red)

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Tante Gusti
20.05.2008 07:28
A grausliches Land

Die ganzen Ratschläge, sowas per VPN vom Server abzurufen ist ja schön und gut. Aber sollen Schriftsteller sowas beherrschen müssen? Was macht diese Mafia denn mit den Daten?
Zuletzt wollte man Harry Potter - Mama Rowlins mit ihrem ausgedruckten Manuskript nicht in den Flieger lassen, weil man die Gefahr sah, dass sie das in der Kabine anzündet. Die USA entwickelt derart paranoide Schikanen, die einem totalitären Staat alle Ehre machte. Und das war einmal das Land der Freiheit. Armselige Geister, die solche Regelungen beschließen. Und eine armselige Regierung, die sowas noch gut heisst. Und unser Platter wird sich ein Beispiel nehmen.

Sonstwer
19.05.2008 13:56
wichtige Daten speichert man nicht auf einem Laptop

sondern ruft sie über ein VPN ab

zumindest wenn man in die USA einreisen will.

Aber ich finde immer mehr Gründe die mich davon abhalten dort je wieder hin zu wollen

Meister Eder
18.05.2008 23:45
Klingt wohl eher nach Industriespionage als nach Terrorfahndung.

mahnamahna
19.05.2008 07:14
ageh!

eleon
18.05.2008 16:55
wer sensible unternehmensdaten...

... lokal abspeichert. sei es unverschlüsselt oder auch verschlüsselt hat trotzdem was prinzipielles nicht verstanden.

klar die vorgehensweise ist natürlich jenseits trotzdem kann man damit leben.

für solche fälle gibts vpn um im firmennetzwerk abgelegte dokumente zu verwenden.

was passiert im fall des notebook-diebstahls? was ist dann auf einmal mit den wertvollen daten? klaut halt ein anderer u. nicht die ami-einreisekontrolle.

bei physischem zugriff ist kein dokument sicher.

K R
18.05.2008 20:59
offensichtlich geht ihr notebookeinsatz über großstadtgrenzen nicht hinaus

über gegenden, in denen sie sich freuen überhaupt ein netz für ihr telephon zu haben gar nicht erst zu reden

RS69
18.05.2008 20:58

Eins dürfte klar sein - sie kommen nicht allzu oft & weit herum. ;-)

International überall und jederzeit mit ausreichend guter Datenverbindung zu rechnen wird nicht lang gut gehen.

Wenn dann mal kein Empfang ist oder die Verbindung langsam fahren's halt wieder heim?

---

Wenn's die Festplatte ausreichend gut verschlüsselt haben, sind die Daten relativ sicher. Wenn Ihre Daten so wertvoll sind, dass sich jemand die Mühe macht, die Verschlüssellung zu knacken, ist es billiger, bei Ihrem Büro vorbei zu fahren und die Server mit zu nehmen. (Wie sicher ist Ihr Serverraum?)

Gegen Gelegenheitsdiebstahl hilft eine bessere Verschlüsselung allemal.

eleon
18.05.2008 21:31

was heisst hier oft & jederzeit?

reicht ja genau einmal nach einreise.

RS69
18.05.2008 22:21

Und dann holen's schnell mal die paar GB Daten mit Datenroaming über die Datenkarte?

Und das jedes mal, wenn's für ein paar Tage wo sind?

Da wird's dann wohl Kundentermine direkt nach der Ankunft nicht spielen.

Und so wirklich in die Ferne weden die Reisen dann wohl auch nicht gehen.

eleon
19.05.2008 07:15

stimmt ja. hatte vergessen dass es in den meisten zielflughäfen keine hotspots gibt. detto in den geschäftsabsteigen. kein internet.
auch dass die meisten reisenden ständig exorbitante mengen sensibler daten herumschleppen die die gigabytegrenze sprengen.
90% der leut kommen mit ein paar powerpoint präsentationen daher. ein paar spreadsheets u. das wars.
grosse mengen haben nur entwickler oder leut die im new media bereich arbeiten. u. die sind selten in dschungel von neuguinea unterwegs.
behaupt ich mal.

aber die ausrede mit der datenkarte gilt nicht.

RS69
19.05.2008 18:17

hört sich ja nett an - Aber: Regelmässige Geschäftsreisen gibt's bei Ihnen nicht.

p.s.: Sie reden über Datensicherheit und hängen Ihren Rechner in öffentliche Hotspots?

chelene chirsch
19.05.2008 12:34

ich komme gerade aus china zurück - generell grössere städte über 6 mio einwohner...

round trip time: 500 msec oder mehr
verbindungsabbrüche: klar, jederzeit gern
vpn: teilweise in den AGB der hotels verboten (!) und ipsec-passthrough abgedreht
packet loss: manchmal bis 50%

also sparen sie sich die träumerei vom vpn, das ist eher ein glücksspiel.

Peter W1
18.05.2008 18:22

VPN für Notebook als Dokumentlösung. Viel hast du vom mobilen Einsatz noch nicht mitbekommen, oder? Meist fehlen schnelle UMTS-Verbindungen oder es kommt sehr oft zu Unterbrechungen. Das ist dann kein Arbeiten mehr, sondern ein Glücksspiel. selbstverständlich sind Firmendaten auf Firmennotebooks. sonst würden die ja nicht übertrieben viel sinn haben :) .

Vorm nächsten posting ein bisserl den Sinngehalt desselben überprüfen :) .

Edward NORTON 
18.05.2008 16:42
Die Unschuldsvermutung wird mit Füßen getreten!

Aus Sicht der EU nichts nachahmenswertes, wenn man weitsichtiger als die Amis sein will.

h 90
14.05.2008 15:15

auf eine microsd karte spielen, diese schlucken und hoffen, dass man sie vor dem meeting wieder rausgackt.
sollte sie noch vor der kontrolle wieder den koerper verlassen dann wird das wiederverstecken eine grausige Sache.

Interessent
19.05.2008 20:01

Besser ist da ein Analplug mit integriertem USB-Stick. Den will so schnell keiner anrühren, vor allem, wenn man ihn gerade trägt. Schützt mitunter auch gut gegen Dünnpfiff.

mikromaus
14.05.2008 15:07

na dann nehme ich mal paar alte Amiga 500 und c64 disketten mit, mal schaun wie lange die daran arbeiten :)

miss chicken
14.05.2008 13:31
Einreisebestimmungen definiert jeder Staat für sich

Ich kann nur die Konsequenzen ziehen: Boykott. Weder beruflich, noch touristisch werde ich dort hin fahren.

Im fall der USA ist es aber schwerwiegender. sie werden ihre Standards exportieren, mit Nachdruck zwingen sie andere Staaten ihre systeme zu übernehmen.
Dann sind aber andere Sanktionsmassnahmen angesetzt. Dazu bräuchte die EU Rückgrat.

Demokratische Diktatur
14.05.2008 17:51
rückgrat, das sie leider nicht hat

Demokratische Diktatur
14.05.2008 13:25
wer noch immer freiwillig in dieses land reist hat es nicht besser verdient

sich all das im sogenannten namen der sicherheit gefallen zu lassen ist einfach nicht mehr zumutbar.

grad vor 4 stunden hab ich mich noch geärgert, weil mich so ein sicherheitsmann am flughafen von barcelona angepöbelt hat, weil ich doch glatt eine 0,5l plastikflasche mit wasser im handgepäck vergessen hatte.

getränke sind verboten, natürlich auch im namen der sicherheit. und NUR deswegen. ganz bestimmt nicht, damit sicher nicht damit die fluglinien selber mehr verkaufen können, während des fluges.

mortitia 
19.05.2008 13:43

als ich vor ein paar Wochen die Rückreise von Ägypten antrat, mit meiner 1,5l-Flasche Wasser offen in der Hand, hab ich mir auch mal gedacht, dass hier etwas schief geht... Bei uns wird kontorlliert wie wahnsinnig, wenn wir die EU verlassen (WAS will ich mit einem BIC-Rasierer anstellen???), aber wenn man von wo anders reinkommt "is eh alles wurscht"... Nun ja, die meisten Selbstmord-Attentäter sind ja schließlich in Europa zu Hause...
(das spiegelt jetzt nicht meine Meinung wider, sondern das allgemeine Bild von Osama & Co.)

siliconvalley
16.05.2008 20:33

mir hat man am Flughafen Muechen ein ungeoeffnetes Glas Nutella abgenommen, weil das wie eine Creme aussieht. Angeblich gings in den Muell. Glaube eher dass die sich das teilweise Zeugs (Kosmetika), das sie Passagieren abknopefen hinterher holen.

hans wurst 
19.05.2008 08:48

Wenn die sich die Nutella ins Gesicht schmieren war es das wert...

Alexander Neumaier
14.05.2008 13:20
Nicht wirklich neu

Darum sind auf den Laptops meiner Firma auch keine Daten mehr drauf, nur eine NC Client Installation.

Graf Drakul
14.05.2008 13:15
Alternative Überschrift

Die USA definieren "Wegelagerei" neu

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