Krimi: Verehrung eines kugeligen Götzen

von Redaktion  |  16. Mai 2008, 12:25
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Thomas Raabs "Der Metzger sieht rot": Der Restaurator Willibald Adrian Metzger fühlt sich unwohl, denn er ist umgeben von einer brüllenden Menschenmenge

Der Restaurator Willibald Adrian Metzger fühlt sich unwohl, denn er ist umgeben von einer brüllenden Menschenmenge. Ins Fußballstadion ist er nur seiner Freundin zuliebe mitgegangen. Im Fußballstadion beobachtet er seine Danjela nun mit wachsendem Erstaunen bei der Verehrung eines kugelförmigen Götzenbildes. Das Ganze wird Metzger besonders zuwider, als er die Fans rassistische Parolen schreien hört. Der schwarze Tormann erregt wegen seiner Hautfarbe den Unmut der Fans, zumal er einen einheimischen Spieler aus dem Tor verdrängt hat. Als der Mann plötzlich tot zusammenbricht, schaut alles nach einem Herzinfarkt aus, doch Kwabena Owuso wurde vergiftet, und das lässt Danjela, die selbst eine "Zugewanderte" ist, keine Ruhe.

Doch sie ist zu neugierig und wird lebensgefährlich verletzt. Thomas Raabs zweiter Krimi kommt zeitgerecht auf den Markt, und wieder steht der unsportliche, prinzipiell gemütliche Antiquitätenrestaurator Metzger im Mittelpunkt. Er ist eine bodenständige Figur, mit der man sich leicht identifizieren kann, weil er sich mit sympathischer Amateurhaftigkeit betätigt und daher öfter in gröberen Schwierigkeiten landet, was auch für den Inspektor Pospischill gilt. Das gibt Anlass zu alltagstauglichen philosophischen Abschweifungen, welche leicht pessimistisch eingefärbt erscheinen. Denn wenn ein Schurke aufgeflogen ist, folgt gleich der nächste nach, der ist nur jünger, smarter und noch etwas verschlagener. Ein Schuft, wer da Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen sieht! (Ingeborg Sperl, ALBUM/DER STANDARD, 10/11.05.2008)

Thomas Raab, "Der Metzger sieht rot". € 19,90 / 319 Seiten. Leykam, Graz 2008.
druckenweitersagen:
man of constant sorrow 
12.05.2008 08:57
Antiquitätenrestaurator. Muss man noch mehr sagen?

leo lander 
09.05.2008 20:26
hats der herr lehrer nicht lassen können

seinen bladen gutmütigen aber unglaublich vifen fast Antihelden nochmal loszuschicken. Hoffentlich verzichtetet der welterfahrene diesmal Autor auf seine Lehrerzimmer-Hinterhof-Rotwein Philosophie mit der man höchstens bummelige Teenagemädels beeindrucken kann.

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